Zurück zu geistigen Ursprüngen

Luca Rosenboom • 10 September 2021
Diskussion in der Gruppe Geschichte
31 Kommentare
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Man mag manchmal kaum glauben, dass uns von der Antike etwa 2800-1500 Jahre trennen (Beginn der Schriftlichkeit/Ende weströmisches Reich als Maßstäbe). Bedenkt man die gewichtige zeitliche Differenz, die eigentlich nicht so sehr der Faktor ist, sondern vielmehr die kulturelle Diskontinuität, die sich aus ihr speist, dann wird erkenntlich, warum uns ‚die Antike‘ teilweise so befremdlich erscheint. Das ist erst einmal überhaupt nicht wertend gemeint. Denn: Die Rückbesinnung auf die Antike (und vieler ihrer Charakteristika) kann uns – wie die Humanisten des Mittelalters beweisen – lehrreiche Anleitungen zum Handeln geben. Als Beispiel kann hier das normative Verhalten herangezogen werden, welches die Gesellschaft regulierte und bei dem eine Pflicht gegenüber den Vorfahren, den maiores, manifestiert war. Eine Abkehr von den Vorfahren hat eine genuine Schuld auf sich geladen und war somit derb verpönt.

Das Wissen um die Taten der vergangenen Menschen war angesichts ihrer traditionsgesellschaftlichen Struktur insofern für jeden Einzelnen wichtig, als dass mit diesen Taten Maßstäbe gesetzt wurden, die es (meist) in militärischer Hinsicht zu erreichen oder gar zu übertreffen galt. Dieses kompetitive Verhalten führte zu einer Agonalität, die ihresgleichen sucht. Das kompetitive Verhalten bemaß sich wohl an dem mos maiorum (Brauch der Vorfahren), unter dem vielerlei Tugenden subsumiert gewesen sein dürften, die uns alle (Treue, Zuverlässigkeit, Pflicht: der Begriff fides wie auch die pietas (Pflichtgefühl, Frömmigkeit) haben z.B. verschiedene Konnotationen in persönlicher, wirtschaftlicher oder militärischer Hinsicht. Hier könnte man gar eine eigene Hausarbeit zu schreiben) zu einer eminent wichtigen Aufgabe führen: Dankbarkeit. Rückbesinnung auf alteingeführte Tugenden ehren die Vorfahren und erinnern an sie – also das Ziel eines Ruhm (gloria) erheischenden Adeligen (nobilis). Wer sich ebenjener entzieht, der ist, wie Seneca formulierte, „Unterhalb von allem“, da „alle Übel vom Undankbaren entstammen, ohne den kaum jemals ein großes Verbrechen herbeikam.“[1] Wer nicht um die Errungenschaften seiner Vorfahren weiß, für den ist alles nichts. Hier sorgen Haltepunkte für eine sinnstiftende <<Gemeinschaft>>, eine Abstammungsgemeinschaft, die sich eben Ereignisse oder glorreiche Gründungsväter in Erinnerung rufen. Doch was haben wir, mag sich einer fragen, überhaupt zu verdanken?

Da es hier primär um „Wissen teilen. Weiter denken“ geht, möchte ich ein, zwei Punkte anschneiden, die dies verdeutlichen (dabei werde ich viele Dinge nicht ansprechen, um nicht zu sehr abzuschweifen). Ein genuiner Aspekt ist die Wissenschaft: Die Griechen und die philhellenistisch gewordenen Römer schufen bzw. erhielten die Wissenschaften, die bis heute im Denken eines jeden Bürgers verankert sind (Mathematik, Philosophie, Physik, Grammatik, Rhetorik, usw.). Aber: Wissenschaft bedeutet nicht nur bloßes Wissen. Dazu gehört das Systematisieren, das Kanonisieren wie das Bewahren. Diese Kategorisierungen sorgten dafür, dass das Wissen in einer gewissen Logik – auch der Begriff entstammt von den Griechen – tradiert werden konnte. Überdies spielt auch das Interesse für andere, fremde Kulturen eine Rolle. Im Sinne des Diktums von Thomas Aquin – die neue wbg-Postzeitschrift hat mich zu diesem Zitat veranlasst (wenngleich sie hier ein wenig aus dem Kontext gerissen wird) – „das Staunen ist eine Sehnsucht nach Wissen“ verdanken wir es der griechischen Kultur, dass wir überhaupt irgendetwas von anderen Kulturen wissen. Denn sie war es, die andere Kulturen beleuchtete. Alle anderen Völker achteten „nur auf sich selbst, auf ihre Königsburgen, Tempel und Götter“[2] – so Jacob Burckhardt, den selbst Nietzsche als größten Lehrer würdigte.

Nun habe ich generell zwei Hochkulturen angesprochen, denen wir viel zu verdanken haben. Damit müssen keineswegs „die biologischen Vorfahren“ gemeint sein, sondern diejenigen „deren kulturelles und soziales Erbe man antritt“,[3] wie Egon Flaig es formulierte. In diesem Sinne plädiere ich auch dafür – ein kleines Abschlussplädoyer meinerseits –, dass die beiden Sprachen (oder zumindest eine) an Gymnasien als Pflichtfächer/ -fach eingeführt werden sollten, durch welche wir schließlich viel Wissen akkumulieren konnten und somit heute verwenden können, Stichwort Wissensvermittlung.

 

[1] Seneca, De beneficiis, 1,10,4: infra omnia ista ingratus estnisi quod omnia ista ab ingrato suntsine quo vix ullum magnum facinus adcrevit.

[2] Burckhardt, J., Gesammelte Werke 5 (Griech. Kulturgeschichte 1), S. 12.

[3] Flaig, E., Die Niederlage der politischen Vernunft, S. 400.

Kommentare (31)

Marcin Lupa

Von Herrn Rosenboom kann man viel lernen. Nicht nur inhaltlich, sondern auch Methodik, Duktus, Sprachfluß. Ich lese seine Texte gern. Er ist mir eine Institution des Schreibwettbewerbs geworden. So freute ich mich auch über diesen Einschub.

Ich halte natürlich auch meine Altvorderen in Ehren, wobei ich zugeben muss, dass ich wenig über sie und ihre kulturellen Eigenheiten weiß.

Mit der Antike setze ich mich erst seit kurzem und dank dem geteilten Wissen der wbg auseinander. Grundlagen bildete der gymnasiale Kulturunterricht.

Schöner Text, vielen Dank, Herr Rosenboom.

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  • Luca Rosenboom

    Vielen herzlichen Dank. Man bekommt schon vor Scham rote Wangen, so ein Lob zu erhalten - ich nehme es demütig entgegen.

    Der Beitrag sollte auch nicht speziell nur auf die Vorfahren biologischer Art zielen, sondern im gesamteuropäischen Kontext stehen, eben von Menschen, "deren kulturelles und soziales Erbe" wir antreten. Es ist aber ebenso wichtig, dass man seine Eltern, Großeltern etc. Respekt zollt. So habe ich neulich mit einem eine Diskussion darüber geführt, dass er nicht stolz darauf sei, Deutscher zu sein, zumal sein Opa im Zweiten Weltkrieg agierte. Nun, das Argument beschränkte sich lediglich auf den Zweiten Weltkrieg und dessen Gräueltaten, die natürlich ihres Gleichen suchen.
    Aber die deutsche Geschichte hat doch so viel mehr zu bieten. Besehen wir doch nur einmal die langersehnte Reichsgründung, die im Zusammenhang mit den Napoleonischen Kriegen gefordert war, die Zeit um 1848/1849 mit der Paulskirchenverfassung, für die viele Menschen ("unsere Vorfahren" im direkten oder metaphorischen Sinne) gestorben sind oder die Nachkriegszeit (bestes Beispiel wären die Trümmerfrauen). Sollten wir diese Aspekte der Geschichte außer Acht lassen und es lediglich auf die Kriegszeit reduzieren? Mitnichten.
    Auch andere Kulturen haben ihre Geschichte, wie z.B., da wir es vor einiger Zeit mal thematisiert haben, die Polnische samt ihrer Reichsteilungen, wobei ich zugeben muss, dass ich hier nur über Grundwissen verfüge, also nicht so tief in die Materie gehen kann. Gerne lasse ich mich hier belehren von einem Fachkundigen deiner Art.

    Die Antike hat so viel zu bieten und ist (für mich) so voll von Ereignissen, Geschehnissen oder Prinzipien, die sich auch aufs heutige Leben anwenden lassen. Beispielsweise fällt mir hier zugleich das "Jovialitätsprinzip" (geht auf Martin Jehne zurück) ein, das besagt, dass man sich als 'Ranghöherer' (je nach dem, wie man es semantisch kategorisiert - z.B. hoher Politiker vs. 'normaler' Bürger) eben nicht als 'Ranghöherer' gerieren darf, sondern sich eben human, demütig, dankbar, bescheiden verhält. Das ist auf den ersten Blick einleuchtend, viele aber scheinen davon nichts zu wissen.

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  • Marcin Lupa

    Jede Nation hat ihre schwarzen Stunden. Die Deutschen hatten ihre und haben aus ihnen gelernt. Die AfD dürfte im Bundestag niemals in eine Regierungskoalition kommen, ebenso nicht die Linke. Diese Parteien sind einfach zu radikal und verfassungswidrig.
    Ohnehin bewegen wir uns auf ein vereintes Europa zu. Das ist zwar noch nicht Söders Traum von einem vereinten Weltball unter seiner Ägide und einem Abflug in Richtung Proximus Zentaur. Doch schon ein beachtlicher Schritt nach vorn.

    Sorge bereiten uns nun die Syrer und die Afghanen. Anarchie oder ein islamisches Kalifat, das keinen König hat, nur eine Riege von Kriegsverbrechern und Kinderschändern, die im Namen des islamischen Recht, sich alles zu erlauben glauben. Ihr Opium mag ganz gut sein, doch nach dem Erwachen aus dem süßen Schlaf, muss man eine Kuh melken können. Und was sollen afghanische Rinder essen, Sand und Dreck? - Respektive allen dortigen Ziegen und Schafen. Ihre Milch will ich nicht, da bleibe ich beim Milchsaft des Schlafmohns und packe sie an ihren Ziegenbärtchen, Schritt für Schritt.

    Dass bereits in den Schriften Antiker Philosophen geregelt wurde, wie sich ein Ranghörer gegenüber einem Untergebenen verhält wußte ich nicht, vielleicht habe ich es geahnt, da ich ohnehin davon ausgehe, dass die griechischen Senate viel zu debattieren hatten. Das Jovialitätsprinzip kannte ich noch nicht, allerdings habe ich mich immer danach verhalten und es vorausgesetzt. Auch wenn meine Vorgesetzten, gänzlich andere Leute sind, als irgendwelche grimmigen - bitte verzeih mir den Ausdruck - Schwanzlutscher, die beim Sesselpfurzen mit den Seelen ihrer Untergeben Handel treiben oder beim Käffchenkranz mit Politikern und Lobbyisten darüber befinden, wer welche Zuwendung kriegt. Ich wäre schon froh, wenn diese Herren es zu Stande brächten, mir mein Existenzminimum zu garantieren, bevor wir um den Mindestlohn feilschen können. Bisher überlebe ich nur, dank Mutters Brust und den auch finanziellen Zuwendungen meiner hochverehrten Frau, die ich stets liebe und in Ehren halte. Wohlwissend, dass sie eine Arbeit leistet, die andere weit in den Schatten stellt (kühl dort im Schatten, ich weiß).

    Jovial will ich bleiben, gegenüber all denen, die etwas weniger gut können als ich. Zum Beispiel meine wahren Vorgesetzten, denen ich auf Geheiß Folge leiste, sobald sie mich adressieren, die Kinder. Und über ihnen die Säuglinge, sie sind Götter mir. Das ist meine oberste Direktive und meine oberste Moral. Das geht so weit, dass ich sie aus den Särgen hole, in meiner Phantasie jedenfalls, und mit ihnen einen schönen Reigen tanze, sollte ihnen etwas böses, schlechtes, unvorteilhaftes widerfahren. Chuckie´s Mördertruppe grüßt schelmisch vom Friedhof der Kuscheltiere. Meine Kohorte war nicht an allem Schuld, was in den letzten 45 Jahren geschehen ist, einige von uns haben ganz gut gekämpft und starke Monster beseitigt. Mal sehen wie es weitergeht. Jovial auch mit den wahren Untergebenen zu sein, gelingt mir weniger gut. Die Alten haben es noch nie leicht gehabt mit mir. Aber auch ihnen räume ich immer wieder Chancen ein, zu punkten. Vor ein paar Jahren besiegte mich ein alter Herr im Tennis. Wahrscheinlich steht er ihm bis heute, wenn er daran denkt. Er faselte etwas davon, dass er mit Jogi Löw öfters zum Golfen geht. Ja und, ich verhandle mit Jerome Boateng unlängst seine Eier. Mal sehen, was länger dauert, seine Golfpartie oder unser unscheinbarer Krieg? - Wie ich schon in einer privaten Nachricht an Dich geschrieben habe, hätte er mich mindestens beleidigt. Herausgefordert habe ich ihn. Mal sehen, wie gut er kämpfen kann. Als Fußballspieler ist er ganz passabel, denke ich. Ob er auch so gut Tennis spielt oder die Kardiologen liest. Wie wäre es mit den Onkologen, die an seinen Hoden mindestens so interessiert sind, wie an seinem Rückenmark? Und dann wären da noch ein paar Psychiater, die sich gerne um den ältesten Teil an seiner Person kümmern. Hat er nicht schon mit seinem Bruder, dem ghanesischen Prinzen in seiner Jugend zu viele Joints gedreht?

    Nicht weiter als ein bisschen Literatur, lieber Luca. Mache Dir keine Sorgen um mich. Und um Dich brauchst Du Dir auch keine Sorgen machen, so lange Du gut und fair bleibst und jovial mit uns Alten bist, mit denen Du ja gerne so viel kommunizierst. Und ich spiele jetzt mit den Katzen und werde dann wieder zu den Vorsokratikern pilgern und lasse mich von ihnen überraschen. Vielleicht haben sie noch ein paar knifflige Denktricks auf Lager, die ich noch nicht antizipiert habe. Von Mathematik habe ich zum Beispiel keinen blassen Schimmer. Da war ich eine echte Niete. Ich kann gerade mal simple Rechnungen, das Leben ist mir eine ewige Addition. Wozu die Mühe mit dem Minusrechnen, wenn es doch nicht der Wahrheit entspricht. Und schon sind wieder ein paar Minuten vergangen. Das große Plus, es glänzt.

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  • Luca Rosenboom

    Vielen Dank für deinen Beitrag.

    Ich denke es geht vielen so, dass sie sich weder der Linken noch der Rechten hingeben würden. Allerdings gibt es Tendenzen, wie z.B. die CDU in den letzten Jahren, die einen Linksschwenk aufweisen, weshalb sich viele der CDU nicht mehr angehörig fühlten und entweder ‚noch weiter rechts‘ (ist die CDU denn überhaupt noch konservativ heute?) abdrifteten oder sich umorientierten. Jedenfalls hat die Mitgliederzahl der CDU unter der Ära Merkel von etwa 600.00 auf knapp 400.000. Die parteiinterne Stimmung bringt süffisant Peter Tauber zum Ausdruck: „Wer nicht für Merkel ist, ist ein Arschloch“ https://www.welt.de/politik/deutschland/article158467201/Wer-nicht-fuer…
    Dies dürfte vielleicht auch der Grund sein, warum Söder etwas ins Hintertreffen geraten ist; vielleicht gab er nicht so sehr dem Konformitätsdruck nach, wie andere es taten. Das ist aber nur meine Meinung.
    Was die Politik generell angeht, so kann ich größtenteils nur zustimmen. Doch nicht nur das. Laut einer Studie des Exzellenzcluster Religion und Politik aus dem Jahre 2012 grassiert unter den benannten Einwanderern ein erheblicher religiöser Fundamentalismus, der von der 1. Generation bei 57%, bis zur 2. und 3. Generation bei 36% reicht, die die Scharia über das Grundgesetz stellen. 30% aller Muslime stimmten gar für eine Rückkehr zu einer Gesellschaftsordnung wie zu Zeiten des Propheten Mohammed.
    Auf das Jovialitätsprinzip kam ich nur, weil ich in jüngster Zeit etwas dazu gelesen hatte. Das Verhalten selbst sollte normalerweise – wie herausgestellt – eine Voraussetzung für eine respektvolle Kommunikation sein, sofern man im Rang etwas höher angesiedelt ist.
    Nun zwingt die Zeit mich ob des ewigen Kreislaufes zum Schlafen...

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  • Marcin Lupa

    Dass Tauber die Gegner seiner politischen Linie mit Kraftausdrücken beschimpft, halte ich für der Situation entsprechend durchaus für legitim.
    Der CDU/CSU wird Heuchelei vorgeworfen, daher müssen sie die christlichen Werte und auch die sozialen aufrecht erhalten. Das ist ein Prinzip ihrer Partepolitik. Diese Werte mögen konservativ sein, sind aber zugleich links.
    Und dennoch gilt in dieser Hinsicht, was Seehofer sagte: "Rechts von der CSU führt kein Weg".
    Wir haben also eine heikle Rückbesinnung auf das Christentum.
    Ist dieses aber nicht völlig verlogen? - das ist mitunter der Vorwurf der Muslime. Christus selbst predigte Liebe und wollte doch als Gottes Sohn herrschen, mittels eines Organigrams und einer Hierarchie, die am ehesten von der katholischen Kirche (mehr Schatten als Licht) vertreten wird.
    Da ist kein Platz für das Noble, für das Edle. Da geht es nur um Macht und Dominanz.

    Und dennoch, wie sollen wir uns die Scharia vom Hals halten, wenn wir nicht aufs Heftigste durchgreifen? Dabei lernen wir die Ambiguität des Christentums kennen, für die Christus zuerst verraten wurde, dann von den Römern auf Geheiß der Juden zu Tode gefoltert wurde.
    Der Rest wurde ihm im Rahmen eines Mythos angedichtet: er sei auferstanden.

    Gut, wer auferstanden ist, bedarf keines Stoffwechsels und wird im Regen nicht nass und Winters ist ihm nicht kalt. Unter solchen Voraussetzungen läßt sich Nächstenliebe praktizieren und ist Scharia keine Gefahr. Wohlan, betrachten wir unser Leben als bloße Generallprobe für das Jenseits. Im Diesseits werden die Handlungen, die im Jenseits stattfinden sollen, nur verständnisvoll unter Regieanleitungen des großen Demiurgen Jahwe Elohim erklärt, nichts weiter, denn die Akte werden erst nach dem Ableben gespielt.

    Die Evolutionbiologie lehrt uns, dass diese Spiritualität blanker Unsinn sei, erklärt jedoch nichts an Seele oder Bewußtsein. Ist ebenso Mangelhaft, wie jegliches andere Angebot. Im Jenseits war niemand zuvor und kam je geläutert ins Diesseits zurück. In dieser Hinsicht rate ich: erfreuen wir uns unserer Wahrnehmung und mit ihr der Erkenntnisphilosophie.

    Vielleicht liefert das Jenseits tatsächlich die Quittung für die Verrichtungen im Diesseits und es werden die Positionen entsprechend den Prämissen vergeben, mindestens aber die Karten neu gemischt. Der Pontifex Maximus muß alleine auf Grund der Ethymologie in seinem Namen ein durchaus guter Bridgespieler sein.
    Vielleicht gewinnt er da die Partie gegen König, Kaiser, Präsident und Kanzler und etabliert den Gottestaat, die langersehnte Theokratie. Und, werden dann die Indianer und Schwarzen erneut die Sklaven sein? - oder werden allesamt entsprechend ihren bis dato erlernten Befähigungen und Tugenden, von denen die societas eine ist, beurteilt und traktiert?

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  • Luca Rosenboom

    „Wir haben also eine heikle Rückbesinnung auf das Christentum.“ Dem stimme ich völlig zu. Wie in anderen Beiträgen – gerade z.B. bei Herrn Böhle – diskutiert wird, ist die Moral, übrigens eine genuin westliche Errungenschaft, ein Konstrukt, das imstande ist, uns selbst zu negieren. Anstelle von Wahrheit und Fakten stehen moralisierende Argumente, die in totalitären Systemen, wie Hermann Lübbe 1987 herausstellte, eine ungleich größere Rolle als in liberalen. Wie schon an anderer Stelle erwähnt, befinden wir uns in einer Zeit, in der Alltoleranz zu einem Subjekt sui generis erhoben wird. Dass man davon Abstand nehmen sollte, weil man dadurch für Alles und zugleich für Nichts einsteht, dürfte einleuchtend erscheinen. Hier kann man, da das Thema ja bereits angeschnitten wurde, Karl Lagerfelds Spruch anführen: „Man kann nicht, selbst wenn Jahrzehnte dazwischen liegen, Millionen Juden töten, um danach Millionen ihrer schlimmsten Feinde kommen zu lassen.“ Wie, lässt sich also weiterführen, kann man den rechtsextremen Antisemitismus bekämpfen wollen, lässt aber gleichzeitig rechtsradikale Muslime vor Synagogen „protestieren“ (so ein nettes, verharmlosendes Wort)? In den (konformistischen) Medien wurde darüber entweder gar nichts, oder verfälschend berichtet – sonst hieße es Kritik üben an der Regierung, das gilt es ja tunlichst zu vermeiden.

    2014 wurde bei dem Al-Quds-Marsch, die größte antisemitische Hetz-Veranstaltung Deutschlands, eine zutiefst feindliche Stimmung gegenüber Juden deutlich – Mordaufrufe, Verharmlosung des Holocaust, etc. Hieran war Nemi El-Hassan, die künftig Quarks Moderatorin werden soll, beteiligt. Wie kann es sein, dass solche Menschen – deren Gesinnung ans Tageslicht kommt – in Sendungen des ÖRR leitende Funktionen einnehmen, gar überhaupt? Um der „Diversität“ willen? Wie kann es sein, dass ZDF fordert, man solle andere Bevölkerungsgruppen ins Parlament holen, zumal Leute „ohne deutschen Pass“? (Post vom 12. September Instagram; zdfheute)

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  • Marcin Lupa

    Es klingt so, als ob jemand Nemi El-Hassan lancieren würde. Dass die Muslime in Deutschland schon in den Medienunternehmen so viel Einfluss besitzen ist alarmierend.

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  • Luca Rosenboom

    [~2055] Das mögen wohl nur die Allmächtigen wissen. Allerdings sollten solche Nachrichten nicht totgeschwiegen, sondern vielmehr auf breiter Basis berichtet werden, denn wer ebenjenes in dem Wissen, dass es so ist, verschweigt, macht sich aus meiner Sicht mitschuldig, falls die Fronten sich verhärten sollten. Denn wenn solche Menschen leitende Funktionen im ÖRR einnehmen, ist es ein Leichtes, Leute zu manipulieren und sich gefügig zu machen. Beispiele aus der Geschichte haben wir schließlich genug. In Artikel 5,1 des Grundgesetzes heißt es: „Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglich Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.“ Davon sollte man schließlich Gebrauch machen, auch wenn man sich eines sozialen Mutes bedienen muss in Anbetracht der Bedrohung des gesellschaftlich-sozialen Ausschlusses, wenn man ‚knallharte Wahrheiten‘ anspricht, die nicht denen eines Hofschreibers im Mittelalter gleichen.

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  • Marcin Lupa

    [~3175], eine Zensur darf offiziell nicht stattfinden. Der Artikel 5,1 des GG ist absolut ernst zu nehmen und richtungsweisend für jegliche journalistische Berichterstattung. Doch wer sitzt den Redaktionen vor und bestimmt darüber, was gedruckt oder berichtet wird? - Das sind zum Teil nur Speichellecker der Wirtschaft, die sich bis ins Lächerliche hinein schmieren lassen, von den Bossen, den Granden, den Magnaten. Und ihnen reden Sie nach dem Mund.

    Währenddessen täuschen sie die Rezipienten oder schmieren ihnen Honig um den Mund, wohingegen sie eine tendenzielle Berichterstattung abliefern.

    Ich war kurz in der Medienbranche tätig. Für mich war das ein Heifischbecken von aufmerksamkeitssüchtigen Narzissten, die sich ständig nur profilieren, weil sie es nicht ertragen, dass es unzählige Menschen gibt, die im Gegensatz zu ihnen gefestigte Persönlichkeiten haben. Und so suchen sie überall dort Leuten das Leben schwer zu machen, wo sie es vermögen. Es sei denn, man ist so dumm und prostituiert sich für sie. Dann speisen sie einen mit Almosen ab und lächeln sogar dabei.

    Ein bisschen hat diese Welt den Charakter eines bellum omnium contra omnes.

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  • Luca Rosenboom

    Damit stellst du etwas Wichtiges heraus. Wer sitzt in den Redaktionen? Und, noch weiter: Wer leitet die ganzen Subgruppierungen? Einen wichtigen Faktor stellt hier die Bertelsmann-Stiftung dar, die nicht nur Fernsehsender wie RTL, Vox, n-tv etc. hat, sondern überdies auch ein Facebook-Löschzentrum mit Sitz in Berlin vorzuweisen hat. Wie schon vorher geschrieben: Zu 'früheren' Zeiten kritisierten Medien (bspw. der Spiegel gegenüber Helmut Kohl) die Politik ob ihrer Entscheidungen; heute haben wir einen gänzlich anders konstituierten Journalismus. Mit Ingo von Münch geschrieben: Betroffenheitsjournalismus, Gesinnungsjournalismus, Gouvernantenjournalismus, Mainstreamjournalismus, moralischer Journalismus etc.
    Einen interessanten Blick liefert folgender Artikel, den ich für lesenswert erachte: https://www.nzz.ch/international/deutschland/medien-leipziger-professor…
    Dazu ein Beitrag vom NDR, der über die Linksverschiebung berichtet: https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/Gruene-Mehrheit-Die-ARD-und…
    Da soll noch einer sagen, es wird nicht 'geframed', wie es so schön heißt. Gesinnungsethik und Politische Korrektheit sind an der Tagesordnung. Das bringt Elisabeth Wehling vom ARD schön zum Ausdruck, wenn sie sagt: "Denken und sprechen Sie nicht primär in Form von Faktenlisten und einzelnen Details. Denken und sprechen sie zunächst immer über die moralischen Prämissen." Der aufklärerische Gedanken wird vollkommen negiert. Dessen Ausmaß spiegelt sich in den Medien wider. Eine Folge ist auch, dass sich viele nicht mehr trauen, in der Öffentlichkeit ihre eigene Meinung zu äußern - aus Angst vor Diskreditierung.

    Ich danke dir auch für deinen persönlichen Einblick. Neulich habe ich eine Passage in Thilo Sarrazins Buch "Wir schaffen das" gelesen. Er berichtet - ebenso wie du - aus eigener Erfahrung, dass eine immense Konformität und ein noch größerer Opportunismus vorherrscht, zumal man oftmals unliebsame Meinungen für sich behält, gar lügt, um sich eine Position zu verschaffen oder aufzusteigen. Dass dies in der Politik von größerer Relevanz ist, als in anderen Berufen, dürfte klar sein. Es ist sicherlich nicht gewagt zu sagen, dass dies ein grundsätzliches Strukturproblem ist, was der Politik inhärent ist. Dafür lassen sich schon Belege in der Römischen Republik finden und deine Sentenz ist sicherlich ein schöner Ausdruck, um dies zu beschreiben.

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  • Marcin Lupa

    Vielen Dank für die Verlinkungen. Ich werde sie mir noch ansehen. An dieser Stelle nur ein Gedanke: diejenigen, die denken moralisch zu handeln und daher die Tatsachen verdrehen und falsche Angaben machen, wie moralisch sind sie wirklich? - Ist es nicht vielmehr so, dass man ständig nur dahinter ist Karriere zu machen und währenddessen Wasser predigt, um selber Wein zu trinken?

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  • Marcin Lupa

    Das Interview mit Herrn Hoffmann in der NZZ ist sehr gut. Er nennt viele Missstände beim Namen. Vergessen darf man auch bei einer Verschiebung des journalistischen Bias nach links allerdings nicht, dass selbstverständlich das konservative Spektrum der Politik ebenso in den Medien vertreten ist, dort seine Leute positioniert und vor Verbrechen nicht zurückschreckt.

    Im Grunde ist der Linksdrall des journalistischen Bias leicht erklärt: Journalismus deckt Hintergründe auf, Journalisten sind im Zuge ihrer Recherche kleine Schreibtischdedektive, die sehr viel Zeit im Internet verbringen und unangenehme Fragen stellen. Klar, dass sie dabei Hintergründe ermitteln, die die Wirtschaft und alle konservativen Verbände ihres ewigen Betruges überführt. Dass man dabei Gefahr läuft linke Ideale für bare Münze zu halten, ist somit mindestens erklärlich.

    Wenn jedoch die Süddeutsche Zeitung von einem Parteimitglied der bayrischen CSU berichtet, der als Schulleiter einer Realschule in München seine eigene Tochter gerichtlich zu den Umgängen zwingt. Dann ist das eine gute Berichterstattung, egal welche Färbung man ihr unterstellt. Ist sie liberal? Oder etwa linksgerichtet? Vielleicht ist sie nur konservativ? - Denn, wenn ein Vater seine Tochter gegen ihren Willen gerichtlich zu den Umgängen zwingt, dann verstoßen Vater und Gericht gegen die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland. Das Grundgesetzt garantiert dem Kind die freie Wahl seines Bestimmungsorts. Wenn es bei seiner Mutter leben möchte und seinen Vater meiden will - aus welchen Gründen auch immer (sexueller Missbrauch steht im Raum), dann hat es per Grundgesetz ein Recht darauf. Freiheitsentzug ist in Deutschland eine heikle Sache.
    Und hier begrüße ich eine Presse, die gegen konservative Machenschaften und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeht.

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  • Luca Rosenboom

    Zu dem ersten Kommentar: Dem stimme ich vollkommen zu. Wie schon beschrieben, ein der Politik inhärentes Problem: die Machtbesessenheit, die den Hang zu Opportunismus (zu) stark werden lässt.

    Dass das konservative Spektrum der Politik in den Medien vertreten ist, mag richtig sein, aber wo? In den Rundfunkmedien, von denen jedenfalls die Rede war, gewiss nicht. Vielmehr kristallisieren sich Zeitungen wie die Neue Zürcher Zeitung heraus, die einen genuinen Standpunkt vertreten und darauf aus sind, "die Wahrheit" (zwar subjektiv, aber hier im Sinne von Fakten) aufzuzeigen, zumindest das Kind beim Namen zu nennen. Vielerorts wird nämlich z.B. die innere Sicherheit Deutschlands verschwiegen, zumal gestern bei der ARD in der Bundestagsdebatte. Dass Gefahren drohen, die nicht zwangsweise nur von Rechtsradikalen (Deutschen) ausgehen, wird verschwiegen. Mittlerweile ziehen Juden ob der Einwanderung vieler Muslime aus unserem Land aus; neulich gab es wieder einen Fall, der fassungslos macht. Ein 60-jähriger wurde bei der Israel-Mahnwache in Hamburg brutal niedergeschlagen - aus religiös-fanatischen Gründen. Warum wird so etwas nicht thematisiert? Skandieren die Medien nicht beinahe tagtäglich das "Nie wieder" in Bezug auf den 2. Weltkrieg? Warum wird keine genuine Kritik geübt, warum wird so etwas verschwiegen? Das ist beileibe kein Einzelfall. Und so etwas hat zumindest nichts mit der Ausrichtung 'links' oder 'konservativ' zu tun. So etwas müssten ALLE berichten, auch unser herzallerliebster ÖRR, dem wir schließlich jeden Monat 18,36€ für "qualitative" Berichterstattung (und weiteres) abdrücken. Allerdings scheint hier eine gewisse Religion - aus welchen Gründen auch immer - eine Stellung sui generis einzunehmen, die nahezu in Vergötterung ausartet. Kritik ist wohl nicht mehr angebracht; alles hinnehmen, alles akzeptieren heißt die Devise: Das ist unsere neue Alltoleranz, die alles akzeptiert und damit keine Werte mehr hat.

    Zu dem letztgenannten Beispiel würde ich auch sagen, dass die Ausrichtung der Zeitung damit wenig zu tun hat. So etwas muss von allen berichtet werden, und zwar als "ungeschönte" Wahrheit, als Faktum, was ja mittlerweile immer mehr verkommt. Auch mit dem letzten Satz gehe ich völlig konform. Solch perfide Untaten müssen ans Licht kommen; fraglich dabei aber ist, ob der Begriff "konservative Machenschaften" hier passend gewählt ist. Viele andere (mich eingeschlossen) bezeichnen sich auch als konservativ - auf solche Handlungen allerdings würden normale Menschen im schlimmsten Albtraum nicht kommen.

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  • Marcin Lupa

    Das stimmt allerdings, dass man den Ausdruck "konservative Machenschaften" nicht auf diese Art von Verhalten münzen kann. Tatsächlich sind es nur Verbrechen und es ist völlig egal welche politische Gesinnung die Verbrecher, die sie ausüben haben. Leider ist es im Fall des besagten Schuldirektors ein Parteimitglied der bayrischen CSU. Vielleicht ist das ein reiner Zufall.

    Bezüglich des ÖRR so muss ich sagen, dass ich ihn so gut wie gar nicht gebrauche. Wir gucken ab und zu einen Film oder sehen uns eine Dokumentation von Arte TV an. Aber im Grunde verwenden wir YouTube-Kanäle oder Zeitungen, Zeitschriften und vor allem Bücher, um unseren Wissenshorizont zu erweitern.
    Das man uns einfach so eine Gebühr abverlangt, die wir für ihn zu entrichten haben, finde ich übergriffig.

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  • Luca Rosenboom

    Dass der besagte Mann bei der CSU ist, sehe ich als Zufall an, zumal es bei Abgeordneten aller Parteien Verbrecher gibt. Als Beispiel nenne ich nur einmal Daniel Cohn-Bendit und erspare mir Kommentare zu seiner Person, da ich hier nicht gesperrt werden möchte.
    Bezüglich der Gebühr stimme ich überein. Es kann nicht sein, dass ich als Student Gebühren bezahlen soll, obgleich ich keinen Fernseher und kein Radio besitze. Und nebenbei sind 18,36 Euro nicht wenig - davon kann sich ein paar Tage etwas Essen holen. Fraglich ist auch, wofür der ÖRR eine solch brutale (!) Menge an Geld braucht? Der Artikel ist von 2016, aber vermutlich was die Zahlen anbelangt, brandaktuell. https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/medien/8-1-milliarden-euro-run…

    Und was man dafür geliefert bekommt, ist gelinde gesagt eine Frechheit. Nicht einmal Fußball (sei es Champions League, WM...) wird teilweise/vollständig gezeigt. Und Rosamunde Pilcher kann ich mir auch auf Youtube ansehen, kostenlos.

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  • Marcin Lupa

    Das ist in der Tat sehr bedauerlich, dass Du für eine Leistung bezahlen musst, die Du nicht nutzt und die gleichzeitig viel zu viel kostet. Eigentlich, wie Du sagst, mindestens eine Frechheit.

    Und über Daniel Cohn-Bendit sich auszulassen, führt vermutlich zu noch mehr Ärger. Das was ich über ihn gelesen habe, diskreditiert ihn völlig.

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  • Luca Rosenboom

    Da sprichst du einen wichtigen Punkt an, denn ich denke, dass der Preis einfach viel zu hoch angesetzt ist. Die Bürger würden sich nicht beschweren, wenn man 2-3€ bezahlen müsste. Hochgerechnet sind das 220,32€ im Jahr. Davon kann ich mir einen Monat Essen leisten - einen Monat! Und da gibt es sicherlich noch mehr Menschen, die auf dieses Geld dringend(er) angewiesen sind. Und gleichzeitig - wie schon im vorherigen Beitrag erwähnt - sind Bücher sicherlich das Mittel der Wahl, um Wissen zu generieren. Der einzig positive Punkt, der mir adhoc einfiele, wäre der MrWissen2go Kanal. Hier sind sehr lehrreiche Videos zu finden, die auch kindgerecht gestaltet sind, um sie in der Schule zu zeigen. Dazu äußerst neutral - selbst bei brisantesten Themen. Das ist man für gewöhnlich nicht gewohnt, weshalb ich hier gerne eine Empfehlung ausspreche.

    Im Zusammenhang mit dem besagten Mann fielen mir gerade, auch in Bezug auf die Antike, die drakonischen Strafen ein, bei der nach Gutdünken entschieden wurde, wie man mit Verbrechern umzugehen hat. Vielleicht sollte man bei aller Rechtsstaatlichkeit manchmal doch besagte Strafen wiedereinführen, aber das ist ein anderes Thema. ;-)

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  • Marcin Lupa

    [~3175], bei den drakonischen Strafen, hätte ich nur Angst, dass die Mächtigen Verbrechen begingen und eine Amnestie bekämen, während die weniger mächtigen Bürger, für ihre Vergehen hart bestraft würden. Gerechter wird es dadurch vermutlich nicht. Aber im Grunde hast Du natürlich Recht, wenn jemand ein Verbrechen begeht, sollte er nach Verhältnismäßigkeit zur Verantwortung gezogen werden. Und ein zur Verantwortung ziehen bei vorsätzlichen Mord, kann nur die Todesstrafe sein. Zum Beispiel.

    Bezüglich der Rundfunkgebühren ist das natürlich auch so eine Frage der Verhältnismäßigkeit. Einer der den ÖRR viel konsumiert oder mit seinen Inhalten arbeitet und auch Geld macht, der sollte womöglich einen größeren Teil für ihn entrichten, als jemand der zwar eine Wohnung anmeldet, jedoch keine Medien darin gebraucht. Das Ganze ist ausgegoren und wenig liberal. Wir werden einfach vor vollendete Tatsachen gestellt und dürfen darüber gar nicht befinden oder abstimmen, wie mit uns als Konsumenten zu verfahren ist. Demokratisch ist das nicht. Auch ich zahle Rundfunkgebühren und beiße wie bei vielen anderen Anlässen in den sauren Apfel.

    Ich kann Dir eine andere Sorge schildern: ich hatte bis vor ca. 10 Jahren noch relativ viel Freizeit, irgendwann hat sich mein Leben so gewandelt, beruflicher Natur aber auch auf Grund des Familienmanagement, dass die freie Zeit auf einen kleinen Prozentanteil zusammengeschrumpft ist. Ausser dem Schlaf, habe ich vielleicht 10 % meiner Lebenszeit für Aktivitäten meiner Wahl, über die ich frei Verfüge und zu denen ich weitgehend eigenständige Entscheidungen treffen kann. Von der Macht des freien Willens habe ich mich lange schon verabschiedet. Wer leben will, denke ich, und leben kann man unmöglich wollen, da man es ganz einfach muss, man wird dazu gezwungen, der muss sich damit abfinden, dass er ständig Dinge verrichten muss, die ihm nicht wirklich gefallen. Aber das ist der anschicke Kompromiss, dass man etwas wozu man gezwungen wurde, nämlich zu leben, auch weiterhin praktizieren möchte. Schlicht aus dem Grund, weil man sich daran gewöhnt hat und es sich nicht anders vorstellen kann, bzw. gar Angst vor den Konsequenzen hat, die sich nach einem freiwilligen Beenden des eigenen Lebens einstellen.

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  • Luca Rosenboom

    [~2055] Dass die Macht ausgenutzt würde, ist wahrscheinlich so sicher wie das Amen in der Kirche. Vermutlich könnte man derlei Probleme mit wahrhaftig republikanischen Maßnahmen umgehen, die wirklich den Demos als Repräsentanten für Strafentscheidungen als Maßstab nähmen. Vermutlich würde es aber immer Eliten geben - um einen Bezug zu heute zu spannen - die sich durch allerlei Vorrechte irgendetwas einräumen, wodurch ihnen mehr Macht verleiht wird. Bestes Beispiel dafür sind die NGO's oder die ökonomischen Lobbyparteien, Stichwort Entparlamentarisierung.
    Diesen Punkt kann man auch in Bezug zu den Rundfunkgebühren setzen. "Demokratisch ist das nicht." Das trifft es haargenau und da liegt auch ein Grundproblem - nur und nur Volksentscheide schaffen ein Gegengewicht gegen die Entparlamentarisierung. Und nicht nur das: Würde man öfter Befragungen Gehör schenken oder überhaupt gar einmal etwas entscheiden lassen, so würden viele Probleme aus der Welt geschafft. Auch die neue indoktrinierte Genderideologie wäre dann Geschichte, denn ein Großteil der Bevölkerung ist schlicht und einfach dagegen; viele nehmen es einfach so hin und passen sich an, obgleich sie es nicht wollen. Wenn es an einigen Unis schon Punktabzug für Nichtbeachtung gibt, dann bedarf es glaub ich keinen weiteren Kommentars von meiner Seite.

    "Von der Macht des freien Willens habe ich mich schon lange verabschiedet." Das ist wahr; man kann nur insoweit 'frei' leben als dass man verschiedene, ich nenne es mal Kriterien, erfüllen muss, die einem das "Freisein" überhaupt ermöglichen. Dazu zählen vor allem finanzielle Aspekte oder soziale Verpflichtungen. Die restlichen Prozente Freizeit genießt man dafür aber auch umso mehr und man sollte sich denke ich immer vor Augen halten, dass wir überhaupt die Möglichkeit haben, Freizeit zu genießen oder ein Dach über dem Kopf zu haben. Das Schicksal hätte es auch in andere Bahnen lenken können. Überdies hat auch die Gesundheit einen extrem hohen Stellenwert, denn ohne sie ist alles nichts.

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  • Marcin Lupa

    [~3175], bezüglich der Genderdebatte tut es mir einfach leid, dass die Studenten dazu gezwungen werden, die gendergerechte Sprache anzuwenden. Ich schreibe gerne von Studenten und Studentinnen, auch wenn es die Sätze verlängert, zolle ich beiden Geschlechtern Respekt. Ob ich auch Diverse jedes mal schreiben müsste, fände ich jetzt persönlich fragwürdig. Aber was Solls.

    Bezüglich dessen, was Du zu meinem "Macht des freien Willen" schreibst, so stimme ich Dir vollends zu. Um die 5-10 % freie Zeit im Monat zu erkämpfen (nennen wir das Beschaffen von Geld, so sozial und nett es auch von statten gehen mag einfach mal Existenzkampf) müssen wir gehörig ranschaffen, leisten, liefern. Aber immerhin bleibt uns bis zur Rente die Energie dafür. Jedenfalls den meisten und ja, ganz klar, die Geschichte lehrt uns, dass wir mit diesen 5-10 % Freizeit im globalen Vergleich und vor allem im geschichtlichen sehr gut liegen. Das ist schon sehr viel Raum für Erholung. Ich erinnere mich eine Dokumentation gesehen zu haben, bei der angesprochen wurde, dass die Gesellen zu fünft in einem Bett schliefen und außer Schlaf und Essenspausen jahrzehntelang nur Arbeit kannten. Der Bericht handelte von einer Bäckerei im 18 Jahrhundert.
    Es sind also schon sehr humane Verhältnisse heutzutage.

    Natürlich dürfen wir und sollten wir uns fortentwickeln und mittels basisdemokratischen Einflußnahmen uns Stück um Stück mehr Freiheit unter Beachtung der Umwelt - und Ressourcenauslastung erarbeiten.

    Heute habe ich Gelsen, dass die Zivilisation der Maya in Mittelamerika vor allem an einem Ökozid zu Ende ging. Fazit der Ausführungen war, dass die Maya mehr oder weniger verdurstet sind und deswegen die Eliten angriffen, weil die Mittels religiösen Zeremonien das Wasser verwalteten. Da aber die Maya praktisch alle Bäume in ihrer Umgebung entnommen haben, blieb nichts mehr übrig, dass zusätzliches Wasser erzeugen würde, ohne Verdunstung lieferte die Zirkulation der Wolken zu wenig Regen. Und die Bevölkerung, also durstige Kehlen, nahm stetig nur zu. So ähnliche Probleme könnten wir auch bekommen, auch wenn wir erst einmal vielleicht noch weitere 10% an Freizeit rausholen würden.

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  • Luca Rosenboom

    [~2055] das hieße im Umkehrschluss, so zumindest meine böswillige Unterstellung: jeder, der sich nicht der Gendersprache annimmt oder sich ihr fügt, entsagt sich des Respektes gegenüber eines identitären Geschlechts? Ich frage mich indes oftmals cui bono? Die Sprachpolitik fußt im Wesentlichen auf dem Nicht-Unterscheiden-können von Genus und Sexus. Jedenfalls bin ich der Meinung, man sollte es keinem aufzwingen, so wie es gefordert wird. Das generische Maskulinum schließt alle mit ein, ausnahmslos. Aber da wir gerade beim Thema Ideologie sind, ein paar (mehr oder minder) lustige Fakten: Wir haben derzeit 120 Professuren für alte Sprachen, unsere kulturellen Wurzeln, zu verbuchen, aber über 200 für Genderstudies. Seinen Doktor-Titel erhält man mittlerweile mit Themen wie "Doing Gender im Chemieunterricht". Ob das Wissenschaft ist, kann ein jeder für sich selbst beantworten; man verzeihe mir die Polemik.

    "[...] müssen wir gehörig ranschaffen, leisten, liefern." Das ist richtig, aber es erfüllt einen mehr als faul auf der Haut rumzuliegen, was mitunter auch dazu gehört - das Wechselspiel muss stimmen. Jedenfalls, so ist mir in der Schulzeit aufgefallen, verkommt die Leistungsgesellschaft immer mehr. Es herrscht eine Noteninflation, die überdies dazu führt, eine infantile Gesellschaft mit der Weigerung, sich der Realität zu stellen, heranzuziehen. Aus anekdotischer Evidenz nur so viel: Wenn Schüler versuchen, vehement auf Lehrer einzureden, weil ihre Note (subjektiv) ungerecht sei und diese dann (aus Angst vor wütenden Eltern?) nachgeben, ist dazu schon viel gesagt.
    Bezüglich früherer Zeiten ist dir wesentlich zuzustimmen, wenn du heutige humane Verhältnisse ansprichst. Ich glaube, wenn man diese Zeiten als heutiger Mensch miterleben müsste, wäre man glücklich heute zu leben. Die Maßstäbe bezüglich humaner Lebensverhältnisse haben sich zum Besseren gewandt. Dass die Maya mittels religiösen Zeremonien das Wasser verwalteten, ist mir auch neu. Wie hat man sich so etwas vorzustellen; gibt es dazu Genaueres?

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  • Marcin Lupa

    Ich habe mich mit den Maya ein wenig beschäftigt, aber mir war das jetzt selber neu. Sicherlich wäre ein Studium der Altamerikanistik dabei hilfreich oder wenigstens ein Literaturverzeichnis zu diesem sehr speziellen Studium.

    Das Wasser wurde in riesigen Becken gesammelt. Diese Becken wurden in der Regenzeit gefüllt. In der Regenzeit hatte jeder genug zu trinken.
    Aber in der Trockenzeit hatten alle kein Wasser und diese riesigen Becken, deren Wasser auch für die Bewässerung der Feldfrüchte eigesetzt wurde, wurden natürlich von den Eliten verwaltet. Wenn also ein durstiger Bauer zu seinen Herren kam, musste er in der Trockenzeit, die immerhin ein halbes Jahr dauerte sehr viel Pfand für das Stillen seines Durstes und für das Wasser auf seine Felder entrichten. Ausgehandelt wurden zum Beispiel Frontdienste. So bauten die Armen die Paläste der gerissenen Reichen. All die Tempel für den weiteren Wasserkreislauf-Ritus, der religiös affirmiert wurde.

    So in etwas kann ich mir das versuchen zu erklären.

    Bezüglich des Universitätsbetriebs freue ich mich über Deine Ausführungen und lerne wie gehabt viel von Dir.

    Im Übrigen danke ich Dir für den restlichen Kommentar, auf den ich vielleicht andermal eingehen werde, denn nun ruft der Abspüldienst (wir planen mittlerweile wenigstens die Anschaffung einer Spülmaschine - die Armen haben so manche Defizite, nach wie vor).

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  • Luca Rosenboom

    Das erinnert mich an heutige Zeiten, in denen Nestle die Wasservorkommen in Teilen Afrikas umzäunt und den Einheimischen den Zugang verwehrt. Wasser ist schließlich eine immer knapper werdende Ressource, und wenn man darauf ein Monopol hat, lässt sich noch mehr Geld generieren. Ich erspare mir mal den Kommentar dazu; dass das ein Unrecht sondergleichen ist, dürfte jedem einleuchten. Aber was soll der einfache Bürger machen? Ich hatte mal darüber diskutiert und ich kann mich vage erinnern, dass einer meinte, man solle die Produkte boykottieren. Was kann man dann aber noch essen oder trinken? Nahezu alles wird von Nestle aufgekauft und es gibt kaum noch eine Firma, die kein Subunternehmen von Nestle ist. Das ist passend zum Universalismus der Wirtschaft, die von einigen wenigen Firmen komplett 'okkupiert' wird. Der einzige Unterschied ist, dass dies nichts mit Religiosität zu tun hat; ein Unrecht bleibt es trotzdem.

    "bezüglich des Universitätsbetriebs"... das Beispiel, was ich gegeben hatte (Notenerpressung), war in der Schule. Ich denke, in der Universität kann man dieses Spiel nicht aufziehen, zumal sich so ein Verhalten jeden gesunden Menschenverstandes entzieht.
    Eine Spülmaschine wäre als Student sicherlich auch schön; allerdings bin ich von dem gleichen Problem betroffen...

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  • Marcin Lupa

    Ein Dreipersonenhaushalt mit vier Katzen wirft noch einige zusätzliche Teller zum Spülen ab.

    Ich denke die knappen Ressourcen werden allesamt in Zukunft ein gewichtiges Problem sein. Und langfristig werden wir eine neue Schwierigkeit entdecken: bei der rapiden Abholzung wird nicht das knappe Wasser unser größtes Problem sein, sondern die knappe Atemluft. Wir werden in ein paar hundert Jahren Sauerstoff hoch handeln und auch sehr schätzen. Wir sind gerade dabei unsere globalen Lungen zu amputieren. Ob unwiderruflich, kann ich nicht abschätzen. Jedenfalls wird es erneut und wie so oft ziemlich weh tun. Da dürfen sich unsere Nachkommen auf etwas gefasst machen. So oder so, denn auch wenn sie die Sauerstofffarmen erhalten werden, müssen sie woanders Einsparnisse machen. Die Komfortzone, die wir uns gerade erarbeitet haben, wird hart zu verteidigen sein.

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  • Luca Rosenboom

    Vier Katzen sorgen sicherlich immer für viel Trubel im Haushalt, nicht nur was das Spülen angeht.
    Spannend, dass du das Thema Sauerstoff ansprichst. Darüber denkt man gar nicht so sehr nach, weil man es so naturgegeben hält, wie der Bär den Wald. Wenn wir uns aber frühere Zeiten zu Gemüte führen, so hätten die Menschen vermutlich ebenso niemals gedacht, dass ihnen einmal Wasser (oder andere Ressourcen) verwehrt werden können. Es ist schwer sich vorzustellen, dass es vermutlich eine Gesellschaft geben wird, die um die selbstverständlichsten Dinge kämpfen muss bzw. dafür Geld an mächtige Treiber zu entrichten hat.

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  • Marcin Lupa

    Noch ein Nachtrag zur Genderdebatte: wenn wir nun einen journalistischen Satz betrachten, der wie folgt lautet: "Der Wähler wußte genau was er tut, darauf weist die Wahlbeteiligung hin".
    So könnte man nun stattdessen entweder schreiben: "Die Wähler:innen ..." oder "Die Wählerinnen und Wähler ... " - ich finde letztere Variante sprachlich schöner. Das ist eine reine ästhetische Empfindung, der ich hierbei unterliege und gleichzeitig werde ich in dieser Formulierung den Geschlechtern weitgehend gerecht. Die Diversen können mir natürlich weiterhin aufs Dach steigen. Das tun sie aber bei "Wähler:innen" ebenso.

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  • Luca Rosenboom

    Dieser Satz ist noch human – und die Variante (Nennung beider Geschlechter) ist auch schöner, ist meiner Meinung nach aber trotzdem ein Eingeständnis an eine linke Ideologie. Bei anderen Beispielen wie z.B. jüngst bei der Tagesschau „Zehntausende Pol:innen bei Demo für die EU“ muss man schon genauer hinschauen.
    Bei den Grünen ist es mittlerweile noch schlimmer; so werden mittlerweile Wörter, die in der Sprachwissenschaft als „unmarkiert“ gelten, „markiert“. Aus das Christentum wird dann schnell mal das „Christinnentum“ – was soll das sein? Ein Christentum allein für Frauen? Selbiges geht für Pronomina: wenn jemand schreibt „einer hat seine Schultasche vergessen“, kommt aus der Gender-Ecke, man würde durch das „sein“ die patriarchalischen Strukturen stützen, weil es ein maskulines Wort sei. Es wird offenbar, wie grotesk die ganze Angelegenheit bei solchen Beispielen wird. In der Feminismus-Ecke artet die Ideologie sogar in Misandrie aus, was sich offenkundig bei Luise Pusch zeigt, wenn sie schreibt, dass Männer „halt da [sind], und das schlimm genug [ist]“ (in: Feministische Soziologie). Was die Gender-Neutralität angeht, so bevorzugen LGBTQ-Anhänger das generische Maskulinum, da dies wie gesagt ‚neutral‘ ist, folglich alle miteinschließt. Wenn man nun Anhänger und Anhängerinnen schrieb, zielte man auf die Sichtbarmachung von Männern und Frauen, schlösse also andere Geschlechter aus. Hier gibt es zumindest wieder etwas Rückbesinnung auf die Sprache, die man mit neuem Inhalt füllen kann, ohne sie gänzlich neu zu konstituieren mit aller Gewalt.
    Dass die ganze Geschichte aber ausufert und mittlerweile sogar Kinder miteinschließt, die dadurch völlig verwirrt werden, mag der folgende Artikel belegen: Intersexualität: Bayerische Grundschulen planen Toiletten für drittes Geschlecht - DER SPIEGEL
    Warum sollen sich Kinder als „divers“ identifizieren? Kommen sie da von selbst drauf, oder sind es vielmehr die Eltern, die ihnen etwas indoktrinieren? Es fehlt nur noch, dass Kinder geschlechtsneutrale Namen bekommen, aber da gibt es ja mittlerweile auch schon Überlegungen… unsere Dekadenz lässt mitnichten eine noch dekadentere Zeit nachfolgen, sondern vielmehr einen Untergang, der vor allem das Denken umfasst. Da ich hier ja im Beitrag auch die genuin griechische Errungenschaft der Wissenschaft angesprochen habe, so bleibt mir hierzu nur zu sagen, dass der Genderwahnsinn alles aber keine Wissenschaft ist. Diese zeichnet sich nämlich durch Unparteilichkeit und Ergebnisoffenheit aus. Hier wird allerdings zu einer bewussten Parteilichkeit animiert, um dem Feminismus eine Plattform zu gewähren, der ‚vernünftigen‘ Feminismus völlig diskreditiert und seine (oder muss ich ihre sagen?) Ziele konterkariert.

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  • Marcin Lupa

    Ich denke ebenso, dass es beim generischen Maskulin bleiben könnte, wenn wichtige Themen des vernünftigen Feminismus stattdessen bearbeiten würden. So zum Beispiel das gender-pay gap.
    In dieser Auseinandersetzung fehlt mir die Würdigung der Frau als Mutter, die durchaus für ihren "job" Managergehälter zu kassieren verdient hätte, während ihr sesselpfurzender und Reden schwingender Ehemann gerne mal finanzielle Abstriche machen dürfte.
    Wenn von der Politik eine Weisung käme, dass Männer, in deren Haushalt schwangere Frauen leben von ihrem Lohn ein Mutterschaftsgeld (50% vom Nettoeinkommen) abdrücken müssten, fände ich es gerecht. Da ist der Genderstern ein schlechter Witz.

    Bezüglich des Beispiels mit den bayrischen Grundschulen ist zu sagen, dass hier bereits eine Gefährdung des Kindeswohls seitens der Eltern stattfindet und von den Schulen unterstützt würde.

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  • Luca Rosenboom

    Das sehe ich genauso; man versteift sich aus paternalistischer Fürsorge zu sehr auf Dinge, die unwichtig sind. Ohnehin ist die "Sichtbarmachung", worauf es abzielt, schon enorm fortgeschritten. Es werden immer mehr Frauenquoten angestrebt und auch erwähnt. Beispielsweise wenn es um den Einzug von Frauen (oder von Transgendern etc.) in den Bundestag geht, wird darüber berichtet. Meiner Meinung nach sollte das Leistungsprinzip aber gelten, völlig unerheblich davon, welche Person.
    Inwiefern ist das mit dem Mutterschaftsgeld zu verstehen? Ich hoffe doch nicht als Steuer. ;-) Das Geld in einer Ehe teilt man sich doch ohnehin schon.

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  • Jan Siemens

    [~3175] Dein Gedanke zum Schluss gefällt mir insofern, als er deine angesprochene Dankbarkeit zum Ausdruck bringt, die schon Kant in seinen Schriften anklingen ließ.

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  • Luca Rosenboom

    Ich danke dir; das war u.a. auch das Ziel, das ich intendiert habe. Die lateinische, aber auch die griechische Sprache geben uns viel mit. Und nicht zu vergessen: es erweitert das Sprachverständnis enorm, da wir auch im Deutschen noch viele Wörter haben, die entlehnt wurden oder die wir genau so benutzen.

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