Zur Mitglieder-Umfrage : Darstellung im WBG Magazin 01/2021 : Gendergerechte Sprache / Politisches Engagement der wbg

Achim Sohns • 14 Januar 2021

Liebe Mitglieder der wbg,

soweit ich richtig gelesen habe, wünscht eine Mehrheit der Rückmeldenden der Mitgliederbefragung (ca. 2000 von ca. 85000 Mitgliedern) ein "starkes Engagement für eine tolerante, gerechte Gesellschaft". Die Zitate-Zusammenfassung der Rückmeldenden endet mit der Aussage eines Mitglieds, dass die Anwendung einer gendergerechten Sprache eine "Selbstverständlichkeit" sein sollte.

Die beispielsweise auch in Teilen des gebührenfinanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunks verwendete gendergerechte Sprache könnte - so sehe ich das - den unvermutet neomarxistischen Versuch darstellen, über Sprache in einem gesellschaftspolitischen Teilbereich eine Umerziehung der Bevölkerung im Sinne einer sehr gleichen Gesellschaft anzustreben. Ein paradoxalerweise durch und durch elitäres Vorhaben. Gewollt wird dies von den Funktionären der deutschen Linksparteien sowie von einem überwiegend steuerfinanzierten, überwiegend akademischen, urbanen ("biodeutschen" !) Wohlstandsmilieu in den Großstädten. Gebraucht wird es nicht. Die linken Gruppen treten zu allen möglichen Themen stark und unversöhnlich in die öffentliche Wahrnehmung. Anderssprechende werden häufig in teils konzertierten Aktionen abgekanzelt (Dieter Nuhr, Monika Maron etc.). Diese Milieus sind aber - so meine Wahrnehmung - von der Lebenswelt der Bevölkerung weit entfernt und aus diesem Grund auch nicht mehrheitsfähig. Folglich benötigt man die Brechstange plus ARD und ZDF.

Ich möchte die wbg sehr herzlich bitten, diesen Unfug der bürokratischen Verunstaltung der deutschen Sprache nicht mitzumachen, sondern weiter "Neutralität", auch was das Verlagsprogramm angeht, zu wahren. Nach meiner Wahrnehmung steht bspw. der krasse Rückgang der Mitgliederzahlen der Amtskirchen auch damit im Zusammenhang, dass diese sich zusehends als grünlinke politische Vorfeldorganisationen - getrieben durch Minderheitsaktivisten in den Laienorganisationen - aufführen. Bringen tut das alles nix.

Nach meiner Auffassung handelt es sich beim Gendersprech um linksgrüne Übertölpelungsversuche (inclusive bspw. auch einer höchst seltsamen, zumeist auch anti-deutsch begründeten Zuwanderungspolitik - ich finde uns heutige Deutsche, auch meine Kinder ganz in Ordnung) des oben genannten Wohlstands-Milieus, das gewachsene Strukturen per se für verdächtig hält, als "rechts" einordnet und versucht, sie zu pulverisieren. Das muss man sich leisten können.

Diese enthobenen Milieus sind nach meiner Wahrnehmung der Grund für die fortschreitende Spaltung der Gesellschaft bei uns und anderswo. 70 (!) Millionen Amerikaner haben Trump gewählt ... Warum machen die das ? Alles Nazis ?

Ich glaube, die wbg würde mit solchen Anpassungsprozessen nur verlieren.

Sehen Sie mir meine klare Sprache nach; im Grunde mache ich mir Sorgen.

Ich finde, ich zeige Haltung. Ach ja, das Verlagsprogramm finde ich klasse und den Klimawandel und Corona leugne ich auch nicht und Trump hätte ich nicht gewählt.

Beste Grüße aus Hannover

14.01.2021

Dr. Achim Sohns


1Dr. Sohns arbeitet als philosophischer Berater und Dozent an Hochschulen in Norddeutschland.

https://oikos-sohns.de/

Kommentare (1)

Frank Zarrentin

Klare Sprache ist doch genau das, was wir in der Debatte brauchen, find ich gut und richtig! Danke!

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