ZERBRECHLICH?

Túlio Augusto Lobo • 14 März 2021
2 Kommentare
Gesamtanzahl der Likes 1 gefällt

                                                                   ZERBRECHLICH?


 

Die Frau ist das schwache Geschlecht! Sagte ein Mann in einem Interview für die Zeitung "Men's Gazette".

Als ich diesen Satz hörte, wunderte ich mich über den Ausdruck: "zerbrechliches Geschlecht". In diesem Moment erinnerte ich mich an einen anderen Artikel, den ich gelesen hatte, über die Geschichte einer Frau, einer alleinerziehenden Mutter von vier Kindern, die trotz der großen Verantwortung noch Zeit fand, etwas nebenbei zu arbeiten und Dinge im Internet zu verkaufen.

Ich dachte an all das, was sie jeden Tag tat: waschen, kochen, draußen arbeiten, sich um Verletzungen und Krankheiten kümmern, die ihre Kinder vielleicht gelegentlich haben, und immer noch in den sozialen Medien arbeiten, um über die Runden zu kommen, und da kam mir folgende Frage:

Wie viele Verantwortlichkeiten hat dieser Gazette-Interviewpartner, um zu behaupten, dass Frauen das schwächere Geschlecht sind? Ich bezweifle, dass er in einer Woche all das schaffen kann, was eine Mutter den ganzen Tag über schafft.

Wenn ich mir die Frauen um mich herum ansehe, sogar im Internet, scheint dieses zerbrechliche Geschlecht aus Stahl geschmiedet zu sein, denn ich selbst könnte nicht alle Pflichten der modernen Frau berücksichtigen.

In diesen Tagen habe ich gesehen, dass eines der Kinder dieser Frau beim Spielen mit seinem Handy ein Video von seiner Mutter aufgenommen hat, wie sie tausend Dinge auf einmal macht, und sie wurde zu einer Sensation.

 Ein paar Wochen später las ich wieder ein Interview dieses Mannes in der Men's Gazette, in dem es um die Mutter ging, die berühmt wurde, indem sie sich in tausend Funktionen aufspaltete:

Für die Frau ist alles einfacher!

Zerbrechliche Männlichkeit, dachte ich.

 

 

 

Kommentare (2)

Merchan Agaricus

Phantastische Reflexion, Herr Lobo. Dafür danke ich Ihnen.

Sie haben es treffend erkannt, nicht die Frauen, allem voran Mütter sind zerbrechlich, sie sind solide - für mich persönlich nicht so sehr aus Eisen geschmiedet, als viel mehr aus bruchfestem Wasserstoff -, wir Männer sind es, deren Ego bröckelt. Es ist dies ein schmales Gefäß aus Gips, das leicht zu treffen ist.

Statistisch gesehen lassen uns Frauen keine Chance und das ist auch gut so. Wir sterben in der Regel einige Jahre vor ihnen, selbst in den härtesten Patriarchaten.
So muss es auch sein, meine Mutter sagte einmal zu mir: "die Natur macht keine Fehler.". Frauen sind viel wichtiger als Männer. Sie können all das, was Männer tun auch, vieles unsagbar viel besser. Wir Männer können uns nur gelegentlich ganz gut aufplustern. Einige Kandidaten unter uns bringen es zu einem beachtlichen Kropf dabei, bevor sie in sich zusammensacken und am Boden einer leergetrunkenen Weinflasche versinken. Wehleidige Kreaturen, mehr Angst vor dem Leben und der Welt, als alles andere. Und immer diese sinnlose Wut, die einem selbst nur Probleme bereitet.

Währenddessen brauchen uns Frauen einzig zu einem Zweck, wir sind für sie Reproduktionsmaschinen. Gelegentlich können wir sie auch gerne bei der Aufzucht ihrer Brut unterstützen. Wir fungieren dann auch als Ernährer.

Humorvolle Männer dürfen mehr. Sänger und Barden auch.

Ansonsten können wir gerne wieder die Wohnung verlassen und uns unseren Schlachten widmen, Divisionen zählen, Partisanen bewegen, etc..

Die Frauen werden uns auch noch beweinen, wenn wir gefallen sind.

So viel Arbeit, die auf sie zukommt. Und all die schönen Kinder, Schmetterlingen gleich, tanzen sie um blühende Sterne ...

Túlio Augusto Lobo

Vielen Dank für Ihren Beitrag. Hier in meinem Land (Brasilien) ist die Frau sehr unterbewertet und leidet unter allen Arten von Gewalt. Ich habe einige Bücher veröffentlicht, die sich alle durch Kurzgeschichten mit sozialen Themen befassen.
Danke für die Meinung!


Please anmelden or sign up to comment.