Wohin?

David Kpunkt • 19 Januar 2021

Die Zukunft liegt vor uns. Wo sonst? Janus schaut zurück in die Vergangenheit und nach vorn in die Zukunft. Wir schreiten voran, Schritt für Schritt gelangen wir in die Zukunft. Die Antike war antik, das Mittelalter ein Intermezzo, die Neuzeit brachte eine neue Gegenwart, Zeitalter folgt auf Zeitalter. Jetzt wartet die Zukunft, offen, ungewiss, von uns in Freiheit zu gestalten: als Utopie oder als Dystopie, Morus oder Huxley. In Linearität steht uns so unser Gott gegenüber – als Mensch lebte er von der Geburt bis zu seinem Tod und seiner Auferstehung. Ein göttliches Menschenleben, gerichtet auf die Zukunft mit dem Versprechen eines ewigen Lebens. So gestalten wir Kunstwerke: Die Ballade singt eine lineare Erzählung, der Kriminalroman verfolgt die Tat von ihrer Begehung zu ihrer Aufklärung, das Gemälde betrachten wir von links nach rechts. Immer? Im Kanon folgen sich die Stimmen mit dem Schilfrohr als Maßstab in einer wiederkehrenden Melodie, im Kranz der Sonette finden sich Anfang und Ende, das Bild fügt sich in den Bilderzyklus. Wir tanzen Polonaise und Reigen.

 

Der Tod – das Ende oder der Neubeginn des Kreislaufs des Lebens? Auf Geburt folgt Vergehen, auf Tod folgt Wiedergeburt, ein Jahr folgt auf das nächste. Was man getan hat, wird man wieder tun, unaufhörlich kreist die Gebetsmühle. Selbst die Revolution dreht sich zurück und sucht die Zukunft in der Vergangenheit. Doch Enkidu kehrt nicht wieder, nur die Schlange häutet sich zu neuem Leben und führt uns zu Gut und Böse..

 

Wie orientieren wir uns?

Wo liegt die Zukunft?

Kommentare (1)

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