wbg Podcast - Was sagen Sie dazu? #51: "Wie blicken wir auf die Welt?" mit Ingo Schulze

Rebekka Reinhard • 1 Juli 2022
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Was sagen Sie dazu? – der Wissens-Podcast der wbg

Zeitgespräche mit Autoren. Weil Bücher verbinden. 

Folge 51: "Wie blicken wir auf die Welt?" mit Ingo Schulze

In dieser Folge des Wissens-Podcasts der wbg spricht Rebekka Reinhard mit dem Schriftsteller Ingo Schulze über das Verhältnis von Literatur, Politik und Kapitalismus, über die prägenden Jahre 1989 und 1990 und die große Frage der Gerechtigkeit.

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Autor
© Gaby Gerster

Ingo Schulze

 

Ingo Schulze wurde 1962 in Dresden geboren und lebt in Berlin. Nach dem Studium der klassischen Philologie in Jena arbeitete er zunächst als Schauspieldramaturg und Zeitungsredakteur. Bereits sein erstes Buch »33 Augenblicke des Glücks«, 1995 erschienen, wurde sowohl von der Kritik als auch dem Publikum mit Begeisterung aufgenommen. »Simple Storys« (1998) wurde ein spektakulärer Erfolg und ist Schullektüre. Es folgten das Opus magnum »Neue Leben« (2005), die Erzählungen »Handy« (2007) und »Orangen und Engel« (2010) sowie die Romane »Adam und Evelyn« (2008) und »Peter Holtz. Sein glückliches Leben erzählt von ihm selbst« (2017), für den Ingo Schulze mit dem Rheingau Literatur Preis ausgezeichnet wurde und der auf der Longlist des Deutschen Buchpreises stand. Zudem veröffentlichte Ingo Schulze Essays und Reden, darunter »Was wollen wir?« (2009) und »Unsere schönen neuen Kleider« (2012), sowie das Künstlerbuch »Einübung ins Paradies« (2016). Im Frühjahr 2020 erschien der Roman »Die rechtschaffenen Mörder«, der für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert war. Am 1. Oktober 2020 wurde Ingo Schulze mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland für sein Engagement als politischer Autor und Künstler ausgezeichnet. Im Frühjahr 2022 erschien »Der Amerikaner, der den Kolumbus zuerst entdeckte ...«. Ingo Schulzes Werk wurde mit internationalen Preisen ausgezeichnet und ist in 30 Sprachen übersetzt. (www.ingoschulze.com)

 


Buch
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Ingo Schulze

Der Amerikaner, der den Kolumbus zuerst entdeckte …

Ingo Schulze ist ein raffinierter Erzähler und ein engagierter politischer Autor. In seinen Geschichten und Romanen von »33 Augenblicke des Glücks« bis »Die rechtschaffenen Mörder« erzählt er virtuos von unseren gesellschaftlichen Entwicklungen. Literatur und Kunst können Perspektiven verändern, der Vereinzelung entgegenwirken und dem lähmenden „Weiter so“ widersprechen. Zu unterschiedlichsten Anlässen reflektiert Ingo Schulze die glückhaften wie auch die problematischen Erfahrungen von 1989/90, die unsere Welt bis heute prägen. Er beleuchtet die Konsequenzen der zunehmenden Polarisierung und Radikalisierung in allen Bereichen. Er besteht auf dem Vorrang des Gemeinwohls und einer gerechten Weltinnenpolitik. Der vorliegende Band versammelt zentrale Texte dieses kritischen und selbstkritischen Denkens.


Kommentare (3)

Lara Hitzmann

Liebe Frau Reinhard, lieber Herr Schulze,
vielen Dank für dieses interessante Gespräch. Ich würde Ihnen und Frau Jung sehr gern zustimmen: Als nach 1990 im Westen Geborene erscheint mir das Ost-West-Gefälle ungemein selten in Schule, Nachrichten oder auch als Erwachsene nun im Umfeld thematisiert. Herr Schulze, Sie haben mir - und vermutlich auch der weiteren Hörerschaft - einen Perspektivwechsel ermöglicht!
Im Deutschunterricht haben wir damals im Übrigen über den kritischen Gebrauch unserer Sprache gesprochen, jedoch hätte das Thema weiter vertieft werden können, wie ich beim Lauschen dieses Gespräches erkannt habe.
Ich danke Ihnen für diese schöne Podcastfolge!

Nico Jendral

Sie sprachen über das Verhältnis von Literatur, Kapitalismus und Politik. Mich würde an dieser Stelle interessieren, wie Sie als Autorin und Autor den verschiedenen Textformen einen unterschiedlichen Stellenwert in diesem Konglomerat zusprechen würden.
Herzliche Grüße und auch von meiner Seite aus einen herzlichen Dank für das schöne Gespräch.

Uri Bülbül

Für den Menschen, der «den Kolumbus zuerst entdeckte» haben wir leider nicht einmal einen «nicht-europäischen Namen». So sprachlos macht uns Kolonialismus und erkenntnistheoretisch ist von «zuerst entdecken» zu sprechen ähnlich gelagert. Verstand sich dieser Mensch wirklich als «Entdecker»? War ihm das «Entdecken» überhaupt in irgendeiner Weise wichtig? Vielleicht wäre ihm ein Begegnen, ein Wahrnehmen und Wahrgenommenwerden weit wichtiger gewesen. Wer weiß? Vielleicht aber ist Kolumbus im Blutbad der Konquista untergegangen, bevor er ein Wahrnehmen und Wahrgenommenwerden erlauben konnte. Wer weiß?


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