wbg Podcast - Was sagen Sie dazu? # 44: "Was geschah wirklich 1972 in München?" mit Sven Felix Kellerhoff

Rebekka Reinhard • 18 Februar 2022
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Was sagen Sie dazu? – der Wissens-Podcast der wbg

Zeitgespräche mit Autoren. Weil Bücher verbinden. 

Folge 44: "Was geschah wirklich 1972 in München?" mit Sven Felix Kellerhoff.

Rebekka Reinhard spricht mit dem Historiker, Journalisten und leitenden Redakteur für Zeit- und Kulturgeschichte bei der Welt Sven Felix Kellerhoff über den Terroranschlag bei den olympischen Sommerspielen in München 1972 sowie darüber, was bislang unveröffentlichte historische Quellen zutage fördern und über die Reaktionen der RAF auf die Katastrophe, bei der insgesamt 17 Menschen zu Tode kamen. 

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Sven-Felix KellerhoffSven Felix Kellerhoff, geb. 1971, war als Journalist u.a. tätig für die Berliner Zeitung, die Badische Zeitung und den Bayerischen Rundfunk. Seit 1997 bei der WELT, seit 2003 dort als Leitender Redakteur für Zeit- und Kulturgeschichte und seit 2012 zusätzlich Leiter des History Channel WELTGeschichte. Seit 2002 erschienen von ihm 24 Sachbücher, vier davon in Zusammenarbeit mit Lars-Broder Keil. Seine jüngsten Veröffentlichungen sind »Ein ganz normales Pogrom: November 1938 in einem deutschen Dorf« (2018 im Verlag Klett-Cotta), »Lob der Revolution« (2018 bei der wbg) sowie »Anschlag auf Olympia« (2022 bei der wbg).


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Sommer 1972: Schon mehr als eine Woche lang hatte München die Welt begeistert mit Olympischen Sommerspielen, wie es sie ähnlich weltoffen, bunt und modern nie zuvor gegeben hatte. Nach den letzten deutschen Spielen 1936 präsentierte sich die junge Bundesrepublik als toleranter Gastgeber für die Welt - bis am 5. September vor Sonnenaufgang der internationale Terrorismus nach Deutschland kam: Attentäter der palästinensischen Gruppe „Schwarzer September“ nahmen die israelische Mannschaft als Geisel. 24 Stunden später waren 17 Menschen tot.

Die Hintergründe der Katastrophe sind seit 50 Jahren Spekulation der Medien. Was im September 1972 in München tatsächlich geschah, rekonstruiert Sven Felix Kellerhoff erstmals minutiös und unter Heranziehung teils bisher nicht ausgewerteter Quellen u.a. aus dem Hauptstaatsarchiv München und aus Akten der Staatssicherheit der DDR. Der 5. September 1972 gehört sicher zu den historisch bedeutsamsten Tagen in der bundesrepublikanischen Nachkriegsgeschichte.

Kommentare (2)

Lara Hitzmann

Liebe Frau Reinhard, lieber Herr Kellerhoff,
was für eine spannende Folge! Besonders hat mir der Einblick in Ihre Recherche gefallen, Herr Kellerhoff. Als angehende Althistorikerin war mir der Unterschied in der Quellenrecherche gar nicht bewusst gewesen und ebenso, welche Rolle Archive und veraltete Berichterstattung in der Zeitgeschichte spielen. Im Besonderen hat mich überrascht, wie sich Fehlinformationen wegen veralteter Berichterstattungen so hartnäckig in unserem kollektiven Gedächtnis halten können.

Gabriele Jung

Herzlichen Dank Ihnen beiden für dieses sehr interessante Gespräch. Beim Zuhören stellte sich mir die Frage, ob mittlerweile alle verfügbaren Akten (z.B. Bundesamt für Verfassungsschutz, israelischer Geheimdienst Mossad etc) bereits zugänglich und als Quelle zur Rekonstruktion der Ereignisse nutzbar sind, auch wenn die wiederentdeckten bzw. im Staatsarchiv München zusammengeführten Akten des Polizeipräsidiums München und des Bayerischen Landeskriminalamt sicherlich eine sehr gute Datenbasis darstellen. Gab es Gründe, warum man solange mit der Öffnung der Polizeiakten und Überführung ins Staatsarchiv wartete? So wie Herr Kellerhoff berichtet, stehen diese ja erst seit 2015 zur Einsicht zur Verfügung. Aber vielleicht finden sich die Antworten auf meine Fragen auch in dem Buch. Eine sicher sehr lesenswerte und spannende Lektüre.


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