wbg Podcast - Was sagen Sie dazu? # 34 – "Podcast-Special wbg Dialog" mit Claudia Nemat & Christoph Möllers

Rebekka Reinhard • 1 Oktober 2021
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Was sagen Sie dazu? – der Wissens-Podcast der wbg

Zeitgespräche mit Autoren. Weil Bücher verbinden. 

Folge 34

Podcast Special: Der wbg Dialog Nr. 2

Der wbg Dialog ist ein neues, interdisziplinäres Gesprächsformat zwischen Theorie und Praxis, in dem sich Wissenschaftler und Experten aus Wirtschaft, Medizin und Politik über die Relevanz von Geisteswissenschaften, Wissen und Bildung heute austauschen.

Es geht darum, zentrale Fragen unserer Zeit auf gründliche, unideologische, multiperspektivische Weise zu stellen und zu diskutieren, um so öffentlichen Debatten mehr inhaltliche Qualität und begriffliche Präzision zu verleihen.

In der neuen Folge sind bei Rebekka Reinhard diesmal Claudia Nemat, Vorständin bei der Deutschen Telekom, und der Rechtswissenschaftler und Philosoph, Christoph Möllers zu Gast. Es wird gesprochen und diskutiert über die Rolle der Wissenschaft und Bildung für eine gute Zukunft, über den globalen Wettbewerb, Freiheit, die neue Supermacht China und die Möglichkeit einer liberalen Kapitalismuskritik.

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Nemat
Claudia Nemat

Claudia Nemat, Jahrgang 1968, Nationalität deutsch, ist seit 2011 Mitglied des Vorstandes der Deutschen Telekom. Bis Ende 2016 leitete sie das Europageschäft. Seit Januar 2017 verantwortet sie das Ressort Technologie und Innovation, welches die Verantwortung für Netzwerke, IT, Produkte, sowie Informations- und Cyber-Sicherheit beinhaltet. 

Vor ihrer Zeit bei der Deutschen Telekom, arbeitete sie 17 Jahre bei der Unternehmensberatung McKinsey&Company. Dort war sie unter anderem Co-Leiterin des weltweiten Technologiesektors und übernahm eine Reihe von Interim-Management Rollen bei globalen Klienten aus dem IT-Sektor, inklusive Disaster Recovery von großen IT-Projekten und Ausübung von Interim-CEO Rollen.

Zu ihren Schwerpunkten zählen digitale Transformation, die Auswirkung neuer Technologien wie künstliche Intelligenz auf Geschäftsmodelle, unsere Arbeit und unser Leben, Technologie- und Produkt-Innovation, sowie IT-Transformation, Sicherheits- und Krisenmanagement. Sie hat in zahlreichen europäischen Ländern und den Vereinigten Staaten gearbeitet, war mehrere Jahre Mitglied des Aufsichtsrats und des Audit Committees von Lanxess. Seit 2016 ist sie Mitglied des Verwaltungsrats von Airbus sowie des Aufsichtsrats von Airbus Defense. 
Claudia Nemat hat an der Universität zu Köln Physik studiert und dort am Institut für Mathematik und Theoretische Physik unterrichtet.

Quelle (Text + Bild): https://www.telekom.com/de/konzern/vorstand/lebenslauf/claudia-nemat-33…


Möllers
Christoph Möllers

Prof. Dr. Christoph Möllers, LL.M. (Chicago)

Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, insbesondere Verfassungsrecht, und Rechtsphilosophie.

Studierte Rechtswissenschaften, Philosophie und Komparatistik in Tübingen, Madrid und München. 1. Staatsexamen 1994 in München, 2. Staatsexamen 1997 in Berlin, 1995 Master of Laws an der University of Chicago Law School, 1999 Promotion bei Peter Lerche in München, 1997 bis 2000 Assistent bei Hartmut Bauer an der TU Dresden, 2000 bis 2004 bei Eberhard Schmidt-Aßmann am Institut für deutsches und europäisches Verwaltungsrecht. Habilitation an der Universität Heidelberg, Venia Legendi für Öffentliches Recht, Rechtsphilosophie, Europa- und Völkerrecht. 2004/2005 Professor für Öffentliches Recht an der Juristischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, von 2005 bis 2009 Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, insbes. Staatsrecht, Verfassungstheorie und Rechtsvergleichung an der Georg-August-Universität Göttingen, seither Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Möllers war 2005 Emile Noël Fellow an der New York-University School of Law und 2006/2007 Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin. Von 2011 bis 2014 war er Richter im Nebenamt am Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg. Seit April 2012 ist er Permanent Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin. Gastprofessuren an den Universitäten Paris I und II, Princeton University, der Central European University und der LSE. Als Prozessvertreter vor dem Bundesverfassungsgericht hat er auch Bundestag, Bundesrat und Bundesregierung vertreten. Möllers ist Träger des Leibniz-Preises der DFG 2016. Er ist wissenschaftlicher Leiter des Programms Recht im Kontext (gemeinsam mit Tatjana Hörnle und Gerhard Wagner).

Quelle (Text + Bild): https://www.rewi.hu-berlin.de/de/lf/oe/rdt/pers/mls


Möllers
Zum Buch

Christoph Möllers

Freiheitsgrade

Über liberale Elemente im politischen Feld

Shortlist Deutscher Sachbuch Preis 2021

Bei seinem Versuch, den Liberalismus auf die Höhe der Zeit zu bringen, versucht Christoph Möllers, Formen einer Ordnung herauszupräparieren, die Bewegungsfreiheit und soziale Varianz ermöglicht. So gerüstet, verspricht er keine Antworten, aber neue Perspektiven auf diverse Phänomene wie die Funktion territorialer Grenzen. Freiheit, so Möllers, ist eine Praxis der Ergebnisoffenheit, die Prozesse ermöglicht, von denen unklar sein muss, wohin sie führen.

Jury­begründung

Christoph Möllers analysiert die Abstufungen des Freiheitsbegriffs und nennt sie Freiheitsgrade. Seine Philosophie des Rechts schließt Überlegungen dazu ein, wie das Recht ausgelegt wird und welche Folgen das hat. Bravourös und fundiert erinnert Möllers an den demokratischen Kontext von Rechtsauffassung und daran wie Freiheit wirkt, d. h. Freiheit ist nicht naturgegeben, sondern immer schon ein Phänomen der gesellschaftlichen Zuweisung. Wo bleibt die Individualität? Wie kann der Liberalismus funktionieren? Möllers plädiert für eine Neubestimmung des Liberalismus, denn allein diese Neujustierung kann sich den Herausforderungen der Zukunft im Hinblick auf soziale Gerechtigkeit und ökologische Perspektiven stellen. Eine starke These für eine notwendige und dringliche Debatte.

2020. 334 S., kart. Suhrkamp, Berlin.

Kommentare (5)

Marcin Lupa

Ein tolles Gespräch. Es hat mich sehr angeregt und zugleich unterhalten.
Insgesamt empfinde ich es als einen Lob auf die Tugend der Kauzigkeit, sowie für die Verantwortungsethik.

Gut fand ich z.B. den Hinweis von Frau Nemat, dass der reale Kapitalismus den freiheitlichen Werten der liberalen Demokratie entgegenstrebt.
Die größte Menge an Ressourcen in die Hände weniger Glücklicher zu legen, halte ich persönlich für totalitär.

Schön. Und vielen lieben Dank erneut an Sie, Frau Reinhard.

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  • Frank Zarrentin

    Ich bin absolut begeistert, denn diese Folge eines Dialogs bzw. Trialogs mit Ihnen, Frau Reinhard, ist ein erneutes Highlight. Ich habe mitunter überlegt, wer denn nun aus der Wirtschaft und wer aus der Philosophie / Rechtswissenschaft "kommt" (positiv, als Komplimentgemeint), weil sich das Gespräch so gemeinschaftlich, sympathisch und charmant vom ersten Moment her entwickelt und die Gesprächspartner so konstruktiv diskutieren. Kein Gegeneinander, sondern ein Miteinander. Chapeau!

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  • Rebekka Reinhard

    Danke lieber Frank Zarrentin für Ihre Begeisterung - eine tolle Motivation!

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  • Lara Hitzmann

    Eine sehr spannende Folge, Frau Reinhard! Sie leiten toll in das Thema ein und Frau Nemat und Herr Möllers sind sehr innovative, witzige und interessante Gesprächspartner:innen. Sie diskutieren auf eine spannende Art und Weise über Bildung, Ausbildung und unsere Zukunft. Gerade für Studierende und Schüler:innen zeigt dieser Dialog auf, was Wissen und Bildung, was Meinung und Fakten sind, wo sich Probleme in unserer Ausbildung aufzeigen und wie sich unsere Gesellschaft zu entwickeln droht.

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