wbg Podcast - Was sagen Sie dazu? # 26 – "Wie erreicht man Geschlechtergerechtigkeit?" mit Jutta Allmendinger

Thorsten Jacob • 19 Mai 2021
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Was sagen Sie dazu? – der Wissens-Podcast der wbg

Zeitgespräche mit Autoren. Weil Bücher verbinden. 

Wie erreicht man Geschlechtergerechtigkeit?

Rebekka Reinhard im Gespräch mit der Soziologin Jutta Allmendinger.

Es geht um die Re-Traditionalisierung der Frauenrolle, die sich speziell seit der Corona-Pandemie mit aller Deutlichkeit bemerkbar gemacht hat, um die Ungleichverteilung der Altersrente - und die Frage, warum eine 23-Stunden-Woche für alle die ganze Familie viel glücklicher machen würde 

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Jutta Allmendinger
Jutta Allmendinger; Copyright Inga Haar

Jutta Allmendinger ( 26. September 1956 in Mannheim) ist eine deutsche Soziologin. Sie ist seit 1. April 2007 Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung. 2021 wurde sie von Papst Franziskus als Mitglied der Päpstlichen Akademie für Sozialwissenschaften berufen.

 

 

 

Jutta Allmendinger

Es geht nur gemeinsam!

Wie wir endlich Geschlechtergerechtigkeit erreichen

Die Soziologin Jutta Allmendinger ist mit ihrer Geduld am Ende. Seit über drei Jahrzehnten untersucht sie, wie Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern erreicht werden kann, und ihr ernüchterndes Fazit lautet: Wir bewegen uns rückwärts in die Zukunft. Corona hat die wahren gesellschaftlichen Verhältnisse wie unter einem Brennglas hervortreten lassen: Männer arbeiten, Frauen arbeiten auch - und versorgen die Kinder. Männer verdienen, Frauen verdienen auch - aber bloß etwas dazu. Teilzeit und Elternzeit sind fast immer noch Frauensache, Führungspositionen und hohe Gehälter Männersache.

In dieser Streitschrift zeigt Jutta Allmendinger, was sich endlich ändern muss, damit wir echte Gleichberechtigung herstellen. Ihr Buch ist ein Fahrplan in die Zukunft, in der Geschlechtergerechtigkeit keine Forderung mehr ist, sondern ein Fakt.


Was sagen Sie dazu? – der Wissens-Podcast der wbg

Zeitgespräche mit Autoren. Weil Bücher verbinden. 
 
Nicht nur Antworten finden, sondern auch die richtigen Fragen stellen – das ist der Anspruch des wbg-Podcasts „Was sagen Sie dazu?“. Die Philosophin Dr. Rebekka Reinhard (stv. Chefredakteurin Hohe Luft) spricht mit Autorinnen und Autoren aus Wissenschaft und Praxis. Mal eröffnen aktuelle Anlässe, mal aktuelle Bücher die Gespräche, in denen große Fragen der Zeit diskutiert werden: „Was zählt die Freiheit?“ „Wie hilft Bildung uns jetzt weiter?“, „Was ist human?“. Neben spannenden fachlichen Einblicken bleibt auch Persönliches der Autorinnen und Autoren nicht außer Acht. Ziel ist eine Verbindung von Theorie und Praxis, Vergangenheit und Zukunft, geisteswissenschaftlicher Perspektive und existenzieller Dimension. Am Ende eines jeden Gesprächs werden Sie definitiv etwas gelernt haben. Und Sie werden lesehungrig auf Ihr nächstes Sachbuch sein. 
 
Mitglieder der wbg und alle Freunde der größten deutschsprachigen Gemeinschaft für Wissen und Bildung können sich an diesem Gespräch beteiligen. Lassen Sie uns gerne wissen, mit wem Dr. Rebekka Reinhard Ihrer Meinung nach als nächstes sprechen soll. „Was sagen Sie dazu?“ ist nämlich nicht nur der Titel, sondern die grundlegende Haltung unseres Podcasts und der wbg – wir möchten Sie aktiv teilhaben lassen. Freuen Sie sich auf unseren Wissens-Podcast, der 14-tägig „auf Sendung“ geht.

Kommentare (4)

Marcin Lupa

Großartiges Thema.
Etwas selbstverständliches wie Geschlechtergerechtigkeit muss in unserer Welt erst diskutiert werden, kann sich nur schwer etablieren und kann noch schwerer bestehen bleiben.
Und dann fragen wir uns, ob wir sie denn je hatten, und wenn nein, wie wir sie vernünftig errichten?

Ich schäme mich für mein Geschlecht, dass es universal noch nicht begriffen hat, dass es keinerlei Vorrang vor dem anderen hat. Diese Willkür und Arroganz ist ein klares Armutszeugnis.

Geduld. Am Ende hilft sie uns allen am meisten.

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  • Felix Hotz

    Frau Almendinger stellt um Minute vierzehn die entscheidende Frage: Warum bringen Männer nicht den Mut auf, sich gegen konventionelle Lebensweisen zu stellen? Meine Hypothese ist, dass liegt im männlichen Rollenbild verankert, das von allen Akteuren in diesem Problem zumindest subliminal gepflegt wird.

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  • Marcin Lupa

    So sehe ich es auch, zumal Frauen es den Männern oft sehr schwer machen, in eine andere Rolle als die des Alphas zu schlüpfen. Wenn man versucht längere Zeit Betamännchen zu bleiben und entgegenkommend zu sein, drängen Frauen einen oft in die Position der Stärke und unterstellen einem zu weich zu sein.

    Das bedeutet jedoch, dass wir Männer noch stärker sein müssen und die weiche Art beibehalten müssen, trotz gesellschaftlichen Konventionen und der endemischen Unvernunft manches unseres Gegenüber, die tatsächlich zum Despotismus verleiten.
    Man darf sich im Leben nie von irgendwelchen Teufeln verführen lassen, Launen und unüberlegtes Handeln können aber auch solche Teufel sein.

    Um auf seinen Pfad zu bleiben, muss man sich auch von den Sachverhalten distanzieren können, was auch ein gute Übung für das Leben selbst ist, denn es selber verlangt, geschuldet dem zweiten Hauptsatz der Thermodynamik und der Entropie, dass man sich eines Tages auch vom Leben und von sich selber distanzieren wird müssen.

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  • Felix Hotz

    Ich bin mir nicht so sicher, ob wir dieses Problem mit Alphas und Betas, weich und hart beschreiben sollten und ob sich einzelne Geschlechter oder Individuuen von sich selber distanzieren sollten.

    Ehrlicher Diskurs und Perspektivwechsel, dass sind meines Erachtens die Werkzeuge zur Lösung des Problems.

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