Was sagen Sie dazu? # 19 – "Wer waren die Germanen?" mit Matthias Wemhoff

Thorsten Jacob • 21 Februar 2021
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Was sagen Sie dazu? – der Wissens-Podcast der wbg

Zeitgespräche mit Autoren. Weil Bücher verbinden. 


Sie lebten in Wäldern, kleideten sich in Felle, waren trinkfreudig und vor allem eins: unzivilisiert. Was ist dran an den Klischees über die keulenschwingenden Germanen? 🍗🍺 Matthias Wemhoff, Archäologe und Direktor des Museums für Vor- und Frühgeschichte in Berlin, gibt Antworten.

Im aktuellen wbg-Podcast erklärt er im Gespräch mit Philosophin Dr. Rebekka Reinhard warum wir oft ein falsches Bild von den Germanen haben und wieso dieses beispielsweise in der rechten Szene große Beliebtheit erfährt. 🎙

Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

Was sagen Sie dazu? 💬



1Prof. Dr. Matthias Wemhoff ist seit 2008 Direktor des Museums für Vor- und Frühgeschichte in Berlin und zugleich Landesarchäologe von Berlin. Er kuratierte große kulturhistorischer Ausstellungen, u. a. "Die Wikinger" (2014) und „Bewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland“ (2018). 2000 wurde er zum Honorarprofessor an der Universität Paderborn, 2010 zum Honorarprofessor an der Freien Universität Berlin ernannt. 2018 gestaltete er als Vorsitzender des Nationalen Programmbeirats das Europäische Kulturerbejahr in Deutschland mit. Seit 2011 ist er Geschäftsführer des Deutschen Verbandes für Archäologie. Als Moderator vermittelt er in vielen Fernsehdokumentationen archäologische und historische Themen einem breiten Publikum.


1Germanen

Wer waren "die" Germanen? Kann von "den Germanen" überhaupt die Rede sein? Wie lebten sie? Was wissen wir darüber? Wie war das Verhältnis zwischen Germanen und Römischem Reich? War das tatsächlich eine in erster Linie von Konflikt geprägte Beziehung?

Im reich bebilderten Begleitband zur Ausstellung „Germanen - eine archäologische Bestandsaufnahme“ bieten renommierte deutsche und internationale Archäologen und Historiker auf dem aktuellen Stand der Forschung Einblicke in das Leben und Wirtschaften, in die Strukturen der germanischen Gesellschaften in dem von den Römern als "Germania magna" bezeichneten Raum zwischen Rhein, Weichsel und Donau vom 1.-4. Jahrhundert n. Chr. Anhand archäologischer Funde - darunter viele Neufunde - und Befunde eröffnet der Band ein eigenes, ein neues Bild von Germanen, das sich von der "römischen Brille" freizumachen sucht, durch die unsere Wahrnehmung von Germanen geprägt ist. Ein eigenes Kapitel reflektiert zudem Germanenbegriff und Germanenrezeption.


Was sagen Sie dazu? – der Wissens-Podcast der wbg

Zeitgespräche mit Autoren. Weil Bücher verbinden. 
 
Nicht nur Antworten finden, sondern auch die richtigen Fragen stellen – das ist der Anspruch des wbg-Podcasts „Was sagen Sie dazu?“. Die Philosophin Dr. Rebekka Reinhard (stv. Chefredakteurin Hohe Luft) spricht mit Autorinnen und Autoren aus Wissenschaft und Praxis. Mal eröffnen aktuelle Anlässe, mal aktuelle Bücher die Gespräche, in denen große Fragen der Zeit diskutiert werden: „Was zählt die Freiheit?“ „Wie hilft Bildung uns jetzt weiter?“, „Was ist human?“. Neben spannenden fachlichen Einblicken bleibt auch Persönliches der Autorinnen und Autoren nicht außer Acht. Ziel ist eine Verbindung von Theorie und Praxis, Vergangenheit und Zukunft, geisteswissenschaftlicher Perspektive und existenzieller Dimension. Am Ende eines jeden Gesprächs werden Sie definitiv etwas gelernt haben. Und Sie werden lesehungrig auf Ihr nächstes Sachbuch sein. 
 
Mitglieder der wbg und alle Freunde der größten deutschsprachigen Gemeinschaft für Wissen und Bildung können sich an diesem Gespräch beteiligen. Lassen Sie uns gerne wissen, mit wem Dr. Rebekka Reinhard Ihrer Meinung nach als nächstes sprechen soll. „Was sagen Sie dazu?“ ist nämlich nicht nur der Titel, sondern die grundlegende Haltung unseres Podcasts und der wbg – wir möchten Sie aktiv teilhaben lassen. Freuen Sie sich auf unseren Wissens-Podcast, der 14-tägig Sonntags „auf Sendung“ geht.

Kommentare (3)

Marcin Lupa

Ich höre mir diese Podcasts gerne an. Meistens während ich abspüle oder andere Hausarbeiten mache.

Bei dem Podcast über die Germanen, kam mir der Gedanke, wie schwer es ist eine wissenschaftlich genaue Interpretation zu erarbeiten, wenn so wenig schriftliche Quellen vorliegen. Man bastelt ein Narrativ aus Indizien. So zum Beispiel über die Metaphysik der Germanen. Man weiß, Sie haben ihre Toten begraben und die Gräber von Privilegierten reich ausgestattet.
Daraus läßt sich ableiten, dass einige unter den Germanen an ein Weiterleben nach dem Tod hätten glauben können. Zumindest kann man sich vorstellen, dass eine Kaste an Priestern den Totenkult in Hinblick auf eine Interpretation der Transzendenz, die sie dem gewöhnlichen Menschen der damaligen Zeit nahe legte, bereitet hat.

Dann zieht man Parallelen zu heute und zu dem eigenen Wissen, Erfahrungen, Überzeugungen.
So setzt man sich beim Abspülen mit Urgeschichte auseinander oder mit einem Buch auf der Couch über die Historische Zeit. Zwischen allerlei Verpflichtungen, die der Alltag mit sich führt.

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