Video-Rückblick auf den Livestream ›Wie Bildung gelingt‹ mit Harald Lesch aus dem Gasteig in München

wbg Redaktion • 26 Mai 2021
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Harald Lesch über Schule und Bildung

Am 11.03.2021 diskutierte unser Autor Harald Lesch im Gespräch mit Günther Keil die Ursachen für und mögliche Wege aus der Bildungskrise. Auf sein Buch »Wie Bildung gelingt« bezugnehmend schlug Herr Lesch eine Brücke zu dem Mathematiker und Philosophen Alfred North Whitehead und zeigte, dass dessen Thesen zu Erziehung und Bildung des Menschen auch mehr als 70 Jahre nach dem Tod Whiteheads nicht an Aktualität eingebüßt haben.

Die Parallelen zwischen Herrn Lesch und seinem „Lieblingsphilosophen“ – wie er ihn im Gespräch selbst nannte – sind augenfällig. Als Naturwissenschaftler und Philosophen trieb und treibt beide die Frage um, wie Schule und Bildung neu gedacht, Bildungspolitik zukunftsfähig gestaltet und Lehrenden wie auch Lernenden Orientierung gegeben werden kann.

Die aktuelle Krise in der Krise ist – so Lesch – Abbild der Schwächen unseres Bildungssystems und Fehlern und Versäumnissen in der Reformpolitik der letzten Jahrzehnte geschuldet. Die Starrheit dieses kanonisierten und auf Leistung ausgerichteten Systems machten es nahezu unmöglich, einer unvorhersehbaren Entwicklung wie der Corona-Pandemie mit Mut und Kreativität zu begegnen. Gleichzeitig verwehrt sich Herr Lesch dagegen, vorschnell von einer verlorenen „Generation Corona“ zu sprechen, wie dies in den Medien so häufig zu lesen und zu hören ist.

Einen positiven Effekt sieht Herr Lesch in Zeiten von Homeschooling und eingeschränktem Präsenzunterricht dann doch: eine neue Wertschätzung des Lehrberufs besonders vonseiten der Eltern.

Wir möchten uns bei Herrn Lesch ganz herzlich für die lebendige und inspirierende Diskussion bedanken. Er hat wieder einmal unter Beweis gestellt, welch exzellenter Erklärer er ist, der es vermag, komplexe Themen unterhaltsam und pointiert zu vermitteln.



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Von links nach rechts: Tom Erben, Noomi Rohrbach und Harald Lesch

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Günter Keil (links) und Harald Lesch (rechts)

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Günter Keil und Harald Lesch im Gespräch

1Harald Lesch, der eigenen Angaben zufolge das Reden in der väterlichen Gastwirtschaft lernte, ist nicht nur Professor für Astronomie und Astrophysik an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Dozent für Naturphilosophie an der Hochschule für Philosophie München. Durch seine Präsenz in Funk und Fernsehen ist er darüber hinaus als hervorragender „Erklärer“ bekannt: In Sendungen wie „alpha Centauri“, „Leschs Kosmos“ oder dem Youtube-Kanal „Terra X Lesch & Co“ vermittelt er komplizierte Phänomene und Fakten leicht verständlich an ein großes Publikum. Denn Wissensvermittlung und Bildung sind zwei seiner Herzensthemen. Daher ist es nur folgerichtig, dass er seit 2018 als Schirmherr der Kinderuniversität Weimar fungiert und vielfache Auszeichnungen für die verständliche Vermittlung von Wissenschaft erhielt.


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„Wir müssen uns bilden und nicht ausbilden lassen!“ - „Wir sollten Menschen und nicht Fächer unterrichten!“ An diesen provokanten Forderungen erkennt man sofort: Harald Lesch brennt für das Thema Bildung. Der Physiker, Wissenschaftsjournalist und Fernsehmoderator deckt in seinem Diskussionsbuch „Wie Bildung gelingt. Ein Gespräch“ die Ursachen der seit fast zwei Jahrzehnten bestehenden Bildungskrise auf.

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2wbg Podcast mit Harald Lesch

Folge 2: "Was wird aus Bildung?"

In der zweiten Folge des wbg Podcast spricht der Astrophysiker und Naturphilosoph Harald Lesch mit Dr. Rebekka Reinhard über die Frage „Wie hilft Bildung uns jetzt weiter?” Lesch plädiert für ein lebendiges Lernen, das Menschen ausbildet - keine Maschinen. Es geht darum, wie wir uns bestmöglich um unsere geistigen Ressourcen kümmern, welche Art von Experten wir heute wirklich brauchen - und inwieweit uns Corona ‚bilden‘ könnte.

Kommentare (1)

Marcin Lupa

Ich habe dieses aufschlußreiche Buch gelesen. Vielen Dank dafür. Der sympathische Herr Lesch ist natürlich eine bekannte Erscheinung, die einem immer wieder begegnet.
Die Dialogform des Buches und das Einbeziehen eines bereits verstorbenen Philosophen, Whitehead, der quasi aus dem Jenseits zu uns spricht, ist als Idee großartig.

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