Verschwundene Kirche Kaiser Ottos des Großen in Helfta entdeckt

Holger Kieburg • 28 Juni 2021
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Bereits vor der Gründung des heute wieder bestehenden Zisterzienserinnenklosters St. Marien zu Helfta im 13. Jahrhundert besaß der Ort vor den Toren der Lutherstadt Eisleben (Lkr. Mansfeld-Südharz) eine immense Bedeutung: Im späten 9. Jahrhundert wird er als »Helpide« und »Helphideburg« im Hersfelder Zehntverzeichnis, einer Abgabenliste der Reichsabtei Hersfeld, erwähnt, im 10. Jahrhundert belegt die Präsenz ottonischer Herrscher die Funktion des Ortes als Königshof und Königspfalz. Nachgewiesen sind zwei Aufenthalte Kaiser Ottos des Großen und seines Sohnes, Ottos II. – im Vergleich mit anderen Pfalzen erscheint das wenig, so dass Helfta lange im Schatten berühmterer mitteldeutscher Pfalzorte wie Memleben oder Quedlinburg stand. Die wichtige Rolle des Platzes wird jedoch durch heimatkundliche und archäologische Feldforschungen erhellt, darunter insbesondere die vor einigen Jahren durchgeführten geophysikalischen Prospektionen des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie: Sie belegen, dass die karolingische Helphidesburg und der ottonische Königshof nicht unmittelbar im heutigen Eislebener Stadtteil Helfta lagen, sondern auf den Anhöhen »Große Klaus« und »Kleine Klaus« westlich der Ortschaft. In beherrschender Lage über dem Tal erstreckte sich hier der ausgedehnte Siedlungs- und Befestigungskomplex, dessen Zentrum die »Kleine Klaus« bildete. Heute erinnert im Ackerland nichts mehr daran, dass mächtige Wallbefestigungen, zahlreiche Grubenhäuser und steinerne Repräsentationsarchitektur hier einst ein wirtschaftliches und politisches Zentrum bildeten, in dem Reichsgeschichte geschrieben wurde. mehr ...

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