Ulrike Ackermann, Das Schweigen der Mitte. Wege aus der Polarisierungsfalle

Luca Rosenboom • 7 August 2021
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Mit dem Buch „Das Schweigen der Mitte. Wege aus der Polarisierungsfalle“ hat Ulrike Ackermann, Leiterin des John Stuart-Mill-Instituts, ein Buch herausgebracht, welches die derzeitigen Probleme der Gesellschaft dezidiert anspricht. Auf knapp 200 Seiten erfolgt hier ein m.M.n. sehr guter Abriss, der Themenbereiche beinhaltet, die einen jeden betreffen. Genannt seien hier u.a. die mangelnde Bereitschaft der Politik, offene Diskussionen im Hinblick auf die Euro-Krise oder Flüchtlingssituation seit 2015.

Das Kapitel „Westliche Selbstzweifel und Identitätspolitik“ nimmt hier einen wichtigen Stellenwert ein, wenn es darum geht, die derzeitige Situation an Universitäten zu beleuchten. Denn mittlerweile sei die „Wissenschaftsfreiheit“ einem immer stärker werdenden Druck ausgesetzt, „weil Studierende sich aufgrund von faktenbasierten Studieninhalten durch sogenannte Mikro-Aggressionen belästigt fühlen“, was ich angesichts eigener Erfahrungen bestätigen kann. Wenn Studenten nämlich versuchen, altphilologische Klassiker zu gendern und damit den Sinninhalt verändern, betreiben sie schlichtweg fake history. So wundert es nicht, wenn Studenten mittlerweile pauschal als „Schneeflocken“ tituliert werden, „die man vor gefährlichen Gedanken beschützen muss“, weil sie nicht mehr an „Rationalität und Erkenntnis“ orientiert sind, „sondern am Gefühl und an den Befindlichkeiten von Gruppen“ – entsprechend unseres Zeitgeistes.

Das Buch generell ist sehr einfach und schlicht geschrieben und bereitet keine großen Hürden, Vorkenntnisse sind ebenfalls nicht notwendig. Von daher kann ich die bereichernde Lektüre, obgleich man um die gesellschaftlichen Zustände weiß, einem jedem ans Herz legen. Zu beziehen ist es über die wbg für 22 Euro, für Mitglieder 17,60 Euro. Für die Unschlüssigen ist noch eine Leseprobe enthalten:

Das Schweigen der Mitte von Ulrike Ackermann | Buch | wbg – Wissen verbindet (wbg-wissenverbindet.de)

Kommentare (4)

Marcin Lupa

Es ist gut, dass sich in dieser Hinsicht in den USA etwas tut. Die First Nations bekommen nun die Aufmerksamkeit, die ihnen zusteht. Vielleicht ändert das in Zukunft auch etwas an ihrer unterprivilegierten Rolle innerhalb der modernen amerikanischen Gesellschaft. Dies würde ich meinen Freunden wünschen.

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  • Thorsten Jacob

    Lieber Herr Rosenboom, es ist sogar gewünscht, wenn Links gepostet werden. Herzlichen Dank und Grüße. Thorsten Jacob

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