Trajan wird Roms erster Adoptivkaiser

Svenja Plocher • 27 Januar 2022
Blogbeitrag in der Gruppe Geschichte
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Römisches Sprichwort: „Mögest du glücklicher sein als Augustus und besser als Trajan.“

Als die flavische Dynastie mit Domitian 96 n. Chr. endet, wurde Nerva zum neuen Kaiser Roms ausgewählt. Eine Lösung die eher nach hinten losging. Er herrschte nur 2 Jahre, bis zu seinem Tod im Januar 98 n. Chr.. Das einzig Nennenswerte: Er war es, der die Adoptivkaiser eingeführt hatte, da er selbst Kinderlos war. Sein Nachfolger, Mar­cus Ul­pi­us Traia­n­us, kurz Tra­jan (später dann Imperator Caesar Nerva Traianus Augustus), entpuppte sich als einer der herausragendsten Kaiser Roms (neben Augustus versteht sich). Sowohl der Senat als auch die Bürger verehrten ihn. Ein Mann, der das Territorium von Rom so stark erweiterte, wie kein anderer vor oder nach Ihm.

Geboren wurde Trajan am 18. September 53 n. Chr. in Italica, einer römischen Provinz im heutigen Spanien. Über seine Kindheit und senatorische Laufbahn ist kaum etwas bekannt. Sicher ist das er recht spät, erst 91, das Konsulat bekleidete. Außerdem war er eine große militärische Stütze für Domitian und später Nerva. Es war also keine große Überraschung, dass Trajan von Nerva zum nächsten Kaiser erwählt wurde.

Unter seiner Herrschaft bemühte er sich, anders wie seine Vorgänger, um ein gutes Verhältnis zum Senat und versprach keins der Mitglieder je töten zu lassen. Das brachte ihm auch prompt den Ehrentitel „optimus princeps“ ein. Und das nicht genug, er war es auch der das "Kindergeld" einführte. Zwar vermutlich nicht aus Herzensgüte, aber wir wollen nicht kleinlich sein.

Außenpoltisch, wie schon weiter oben erwähnt, war Trajan auch nicht untätig. Er unterwarf die Draker und Parther (unter Hadrian, seinem Nachfolger, musste das Partherreich wieder aufgegeben werden). Für seine Siege wurde die Trajanssäule erbaut, welche heute noch zu besichtigen ist.

Er starb am 8. August 117 in Selinus. Das gute Verhältnis zum Senat machte sich auch nach seinem Tod bemerkbar. Er wurde nicht wie üblich außerhalb der Stadt beerdigt, sondern inmitten Roms. Das hatte noch nicht mal Augustus geschafft.

Für alle die sich für das Thema interessieren, folgen unten drei Buchempfehlungen.

 

Frage an die Community: Welcher Kaiser war für Sie am bemerkenswerten oder konkreter welche Taten einzelner Kaiser finden Sie wichtig zu erwähnen?


Bellen, Heinz

Die Kaiserzeit von Augustus bis Diocletian

Kaiserzeit von Augustus bis Diocletian

Die Darstellung der römischen Kaiserzeit beginnt zunächst mit dem Erbe des Augustus und der Konsolidierung des augusteischen Prinzipats unter der julisch-claudischen Dynastie. Der augusteischen Kultur wird dabei ebenso Beachtung geschenkt wie den verschiedenen Erneuerungsbestrebungen bis zur Krise nach Neros Tod. Ein neuer Ansatz führt dann von der Stabilisierung der Verhältnisse durch die Flavier Vespasian, Titus und Domitian zur Blüte des Römischen Reiches im 2. Jahrhundert unter den sogenannten Adoptivkaisern Trajan, Hadrian und Marc Aurel. Es folgt die Darstellung der severischen Militärmonarchie und des Niedergangs der römischen Welt unter den Soldatenkaisern des 3. Jahrhunderts. Den Beschluss bildet ein Kapitel über die Neuordnung des römischen Staates durch die Tetrarchie Diocletians. Ein Anhang skizziert die Quellenlage und bietet eine Literaturauswahl sowie eine ausführliche Zeittafel.

2., durchges. u. bibliogr. aktual. Aufl. 2010 mit einem Vorwort von Elisabeth Herrmann-Otto. 350 S., Bibliogr. und Reg., 14,5 x 22 cm, geb.

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Stefan, Alexandre Simon

Die Trajanssäule

Trajanssäule

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Spiralfömig schraubt sich der Fries in die Höhe. Auf einer Gesamtlänge von 200 m zeigt er Szenen aus den Kriegen gegen die Daker in den Jahren 101/102 und 105/106 n. Chr. Napoleon III. war von der Trajanssäule in Rom so fasziniert, dass er 1861/62 Abgüsse der Reliefs anfertigen und aufnehmen ließ. Die 250 erhaltenen Fotoplatten wurden 2002 restauriert, und diesen Bildschatz zeigt der Band im großen Format auf Doppelseiten, Szene für Szene in Nahaufnahme. Im Erhaltungszustand des 19. Jahrhunderts ist dabei wesentlich mehr erkennbar als am Original in Rom, das unter der Luftverschmutzung sehr gelitten hat.

Der renommierte Historiker und Archäologe Alexandre Simon Stefan kommentiert jedes Bild und bietet neue Interpretationen. Er entschlüsselt die Trajanssäule historisch, kunsthistorisch und rezeptionsästhetisch. Einzigartig in der bildlichen Darstellung, einzigartig in der interpretatorischen Tiefe, einzigartig in Format und Ausstattung.

Mit einem Beitrag von Hélène CHEW. Aus dem Franz. von Birgit Lamerz-Beckschäfer, Dieter Hornig, Fritz Mitthof und Julian Gabriel Schneider. 2020. 304 S. mit 160 Abb., 2-farbig, Bibliogr. und Reg., 36 x 30 cm, geb. im Schmuckschuber. wbg Philipp von Zabern, Darmstadt.

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Schipp, Oliver

Die Adoptivkaiser

Adoptivkaiser

Als Adoptivkaiser werden die sechs römischen Kaiser Nerva, Trajan, Hadrian, Antoninus Pius, Marc Aurel und Lucius Verus bezeichnet, da sie ihren Nachfolger jeweils adoptierten. Durch die Adoption sollte gewährleistet werden, dass der nachfolgende Kaiser allein aufgrund seiner Fähigkeiten ausgewählt wurde. Nur der Beste sollte dazu bestimmt sein, Kaiser zu werden. In die Zeit des Adoptivkaisertums (98–192 n.Chr.) fallen wichtige Ereignisse des Römischen Reiches, innen- wie außenpolitisch. So wurden etwa die Daker- und Markomannenkriege geführt, um den germanischen Ansturm auf die Reichsgrenzen abzuwehren, und unter Trajan erreichte das Imperium seine größte Ausdehnung. Auch die Baukunst erlebte eine neue Blütezeit, wie die Entstehung bedeutender Monumente zeigt: etwa die Neukonstruktion des Pantheons oder das Trajansforum in Rom. Oliver Schipp gibt in diesem kompakten Band einen knappen Überblick über die ereignisreiche Epoche der Adoptivkaiser im 2. Jahrhundert n.Chr.

2011. 144 S., mit 1 s/w Karte, Bibliogr. und Reg., 16,5 x 24 cm, kart.

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Kommentare (2)

Luca Rosenboom

Sehr interessant, vielen Dank für den Artikel. Eine Nachfrage: war es nicht Usus, dass man erst mit Mitte 40 etwa Konsul wurde? Dementsprechend war es gar nicht so spät, wenn wir uns den cursus honorum anschauen, oder gab es im nachchristlichen Jahrhundert anderweitige Regelungen?

Für mich ist ganz klar Oktavian bzw. Augustus der "beste" princeps. Seinen militärischen Aufstieg nachzuverfolgen war interessant, und vor allem die Rückgabe der Macht an den Senat ("res publica restituta") - dieser Punkt hat mein Interesse für die Geschichtswissenschaft geweckt, als wir ihn in der Schule, wenn auch nur grob, besprochen haben.

Svenja Plocher

Das ist eine gute Frage und Ihr Einwand stimmt auch. Man wurde Konsul wenn man 42/43 Jahre alt war. Ob sich das in der Kaiserzeit verändert hatte, konnte ich leider nicht erfahren. Ich werde mich mal Erkundigen und ggf. den Artikel anpassen.

Das hatten Sie mehr als ich in der Schule behandelt. Wir hatten nur die verschiedenen Götter besprochen und das wars leider.


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