Marcin´s Betrachtungen: die Ontologie bei Empedokles

Marcin Lupa • 28 September 2021
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Empedokles lebte zwischen 492-432 v. Chr. in Akragas in Unteritalien, sowie in Griechenland. Er nahm aktiv am politischen Leben seiner Vaterstadt teil und setzte sich für eine demokratische Verfassung ein, indem er sich gegen die Oligarchie wendete und politische Gleichheit forderte. 

Wie die Eleaten nahm Empedokles ein wahrhaft Seiendes an, das mit den Mitteln der reinen Vernunft zu erkennen sein soll. Wie die Herakliteer war er von der Realität des Werdens überzeugt. Und wie die Pythagoreer glaubte er an die Unsterblichkeit einer im Sinne der Metempsychose eine Reihe von Verkörperungen durchlaufenden Seele.

Die empedokleische Ontologie ist durch den Dualismus von Kraft und Stoff charakterisiert, sofern die Elemente durch von ihnen verschiedene Kräfte bewegt werden sollen.
Da diese Kräfte nicht immanente Kräfte des Seienden sind, schreibt ihnen Empedokles eine Art von quasi-substantiellen Sein zu: Erde, Luft, Wasser, Feuer. Er nennt diese die „Wurzeln aller Dinge“. 

Die Kräfte, die auf die Elemente wirken, heißen bei Empedokles „Liebe“ und „Streit“ bzw. „Haß“.
Es handelt sich offensichtlich zunächst um Ausdrücke für psychische Phänomene, denen unverkennbar ein ethischer Akzent eignet, sofern die Liebe als positiv, der Haß bzw. Streit als negativ bewertet scheint. 
Es kann vermutet werden, daß Empedokles Liebe und Haß im eigentlichen Wortsinn als Wirkungen kosmischer Kräfte im menschlichen Bereich deuten wollte und daher annahm, sie seien von gleicher Art wie jene und können daher auch mit denselben Namen bezeichnet werden wie sie. 

Im Zuge meines eigenen inhärenten philosophischen Denkens, war ich immer überzeugt, dass meine Weltanschauung und meine Vorstellungen bezüglich einer Seelenwanderung aus indischen Quellen gespeist sind. Durch meine Auseinandersetzung mit der Geschichte der vorsokratischen Philosophie erkenne ich, dass derartige Auffassungen durchaus antik europäischen Ursprungs sein können.
Auch in mir wirkt die Überzeugung, dass meine Handlungen, die von Liebe gelenkt werden, meinem Verhalten in Wut und Hass überlegen sind. Letztere führen auch posthum zur Verdammnis, während die Liebe zur Erlösung und nach meinem Ableben zu einem höherem Selbst führt. 
Unlängst habe ich sinngemäß gelesen: „Würden die Guten nicht kämpfen, obliegt der Sieg den Schlechten.“ Auch dem Schlechten in einem selbst. Daran kann man sich halten, denke ich. 

Kommentare (2)

Richard Jac

Spannend hierzu auch die Naturphilosophen, Thales, Anaximander, Anaximenes. Guter Beitrag, danke

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  • Marcin Lupa

    Vielen Dank, zu den Naturphilosophen habe ich an anderer Stelle schon geschrieben. Dort speziell in Hinblick auf die Begriffe Arche und Substanz.
    Sie begründeten die ersten Gedanken an die Elemente.

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