Marcin´s Betrachtungen: die Geschichte der Philosophie

Marcin Lupa • 3 September 2021
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Ich will mich seit dem ich denken kann, mit der Philosophie auseinandersetzen. Aus diesem Grund habe ich nach und nach etliche Philosophische Werke gelesen, ohne den Anspruch zu besitzen, sie wirklich gänzlich verstanden zu haben. Etliches blieb hängen, das mein Wesen sowie meine Persönlichkeit gestaltete.

Bei der wbg erschien dieses Jahr eine neue Ausgabe der „Geschichte der Philosophie“, die der verstorbene Professor für Philosophie an der Universität in Innsbruck, Wolfgang Röd, herausgegeben hat: https://www.wbg-wissenverbindet.de/shop/36200/geschichte-der-philosophie

Ich habe sie über die wbg bezogen und will mit ihr arbeiten. Ich nehme mir vor, in regelmäßigen Abständen einen bestimmten Begriff oder eine Weltanschauung zu betrachten und kurz zu beschreiben.
Eingeladen sind Community-Mitglieder meine Beiträge zu lesen und gerne auch zu analysieren. Dabei ziele ich überwiegend auf Laien der Philosophie ab, nicht auf diejenigen die schon seit langer Zeit professionell mit der Philosophie arbeiten. 

Wolfgang Röd sagte, während der Kunsthistoriker kein Künstler sein muss und der Kriegshistoriker kein Krieger, muss der Philosophiehistoriker gleichzeitig ein Philosoph sein. Das bin ich nicht, weil ich mir das nicht anmasse zu sein, auch wenn ich über das Leben nachdenke und eine Geschichte der Philosophie lese und betrachten will. Ich bin es auch dann nicht, wenn Karl Popper behauptete, als Mensch sei jeder ein Philosoph.

Seien Sie dennoch willkommen mir Kommentare zu hinterlassen. Es wird unweigerlich vorkommen, schließlich ist mein Erkenntnishorizont qua meiner Beschaffenheit als homo sapiens sapiens bereits sehr stark beschränkt, dass ich nicht alles gänzlich zur Zufriedenheit des Rezipienten formuliere. Und andere sind in der Lage diese Beschränkung für sich besser auszuweiten.

Die hier besprochen „Geschichte der Philosophie, an der zahlreiche Autoren gearbeitet haben, hat den Anspruch der Kontinuität philosophischer Entwicklungslinien Beachtung zu schenken. Sie geht davon aus, dass die „ureigenste Leistung der frühen Philosophen – die argumentative Rechtfertigung metaphysischer Thesen im systematischen Zusammenhang – genuin griechisch“ war. 
In der Auswahl der Methode will sie das Verstehen nicht als Identifikation mit der Vergangenheit begreifen, sondern als Aneignung überlieferter Thesen und Theorien im Licht gegenwertiger Überzeugungen und unter Umständen mit Verwendung einer modernen Terminologie zu erreichen suchen.

Sie ist auch in dem Bewusstsein verfasst, dass der „Philosophiehistoriker immer nur Deutungsvorschläge machen kann, von denen er einzuräumen bereit sein muß, daß sie eines Tages durch bessere ersetzt werden können“.

Sie ist auch in dem Bewusstsein konzipiert, dass die Philosophie hinsichtlich ihrer Entwicklung nicht unabhängig von anderen Bereichen der Kultur betrachtet werden darf. Ihr Gegenstand steht nicht nur zu Mathematik und Wissenschaft, sondern auch zu Kunst, Recht, Religion usw. in engen Beziehungen.
Auch lenkt sie das Augenmerk auf das Verhältnis zwischen philosophischen Theorien und politischen, ökonomischen und sozialen Faktoren, „ohne daß die ersteren je als bloße Reflexe der letzteren dargestellt werden sollen.“

Beginnen werde ich, wie auch die „Geschichte der Philosophie“ an der ich mich ausrichte, mit den Vorsokratikern. 

Kein Text der griechischen Philosophie ist vor Plato geschlossen erhalten. Daher hängt unsere Kenntnis der Lehren der sogenannten Vorsokratiker von der Zuverlässigkeit späterer Gewehrmänner ab.

Die griechischen Poleis waren in der Anfangszeit der Philosophie aristokratisch geordnete Gemeinwesen.
Kämpfe zwischen Anhängern der Aristokratie, Anhängern der Tyrannis und den Anhängern der Demokratie ließen die Philosophie nicht unberührt. 

Bis die ökonomische Entwicklung nach der Abschaffung der Königsherrschaft den Abbau der Adelsprivilegien nahelegte blieben die frühen Philosophen politisch und sozial engagiert und beeinflußten die Entwicklung im rechtlichen, sozialen und wirtschaftlichen Bereich.

Die griechische Philosophie breitete sich anfangs im ionischen Kleinasien aus. Auch das antike Griechenland hatte schon mit der Überbevölkerung zu kämpfen und kolonialisierte als Folge Gebiete.
Es folgte eine Rationalisierung der Denkens, die die Entstehung von Wissenschaft und Philosophie förderte. 

Die Magna Graecia, der zweite Mittelpunkt der frühgeschichtlichen Philosophie entstand durch die Unterwerfung der ionischen Städte Kleinasiens durch die Perser unter Cyrus. 
Mit dieser Zäsur schritt der Übergang zur Geldwirtschaft einher. So kam es zur dorischen oder „italischen“ Richtung der griechischen Philosophie. 

Athen hingegen, das zum Mittelpunkt der klassischen Periode der griechischen Philosophie werden sollte, erreichten philosophische Anstöße relativ spät. 

Laut K.R. Popper ist der kritische Rationalismus der Vorsokratiker als positiv zu betrachten. Er veranlaßte sie, jede Überlieferung und jede philosophische Behauptung in Frage zu stellen, um sie entweder zu erschüttern oder, falls alle Widerlegungsversuche scheitern sollten, als gesicherte Auffassung vertreten zu können. 

Die frühgriechische Philosophie ist aus Versuchen erwachsen, Tatsachen, die zunächst unbegreiflich schienen, dadurch zu erklären, daß sie als Fälle allgemeiner Gesetze erwiesen wurden. 

Kommentare (2)

Lili Albrecht

Das find ich eine fantastische Idee, Herr Lupa, und freue mich sehr über Ihre Einblicke. Und danke schon mal jetzt für Ihre Mühen dazu!!!

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  • Marcin Lupa

    Vielen Dank, dass Sie meine Initiative so positiv werten, Frau Albrecht.

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