Der Mann in der Dunkelheit

Lilly Kriegbaum • 13 Juli 2021
5 Kommentare
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Der Mann in der Dunkelheit

Die Nacht legt sich über die Stadt wie eine schwarze Decke, die alles erstickt. Die Lichter löschen sich aus den Fenstern, geistern über den Boden bis sie gänzlich verschwunden sind. Die Straßen sind leer, als habe man ihnen ihre Art verboten, liegen sie still und heimlich dort, lauernd. Der Schatten eines Mannes fällt auf sie, sie ertragen es. Sind sie Verbündete? Ein Mädchen nähert sich: schnelle, flinke Schritte auf kühlem Beton klackern durch die Gassen. Ein kurzer Weg, kaum ein Katzensprung, doch des nachts bäumen sich die Straßen auf. Der Schatten greift nach ihr, streckt seine dünnen, hohlen Klauen aus, verlängert durch fahles Mondlicht. Packt sie, reißt sie - bis verwirrte Strahlen zweier Scheinwerfer sie treffen. Das Mädchen rennt, die vom herannahenden Wagen geglätteten Straßen entlang, durch die Dunkelheit hindurch. Der Schatten jagt sie, sucht sie – doch die Straßen haben ihn betrogen.

Kommentare (5)

Marcin Lupa

Man(n) kann sich vorstellen, was vorgefallen ist. Es tut mir aufrichtig leid, dass wir Männer diese Möglichkeit qua unserer Physis überhaupt haben. Das hat die Natur sehr schlecht eingerichtet. Es hätte umgekehrt sein müssen, Frauen die physisch starken und Männer im Nachteil sein sollen. Das wäre besser gewesen.

So ein Erlebnis ist schwer zu verkraften und so ein Typ würde mir gleichsam einem Schiefer unter der Haut sitzen. Ein Leben lang. Deshalb und wegen der sprachlichen Ausarbeitung mein Like und Kommentar.

Ihnen alles Gute für die Zukunft und keinerlei schockierende Erlebnisse mehr.

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  • Lilly Kriegbaum

    Danke für den lieben Kommentar, die Welt ist nun mal leider wie sie ist und zu mehr als einem Beitrag zur Sichtbarkeit des Themas und der Verarbeitung meiner Erlebnisse in Kurzgeschichten fühle ich mich leider nicht in der Lage, auch wenn ich sehr gerne etwas an der Natur ändern würde. Aber ich freue mich generell sehr darüber, wenn überhaupt jemand meine Texte liest, also auch danke dafür! :)

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  • Ferdinand S.

    Ein guter Beitrag, besonders das mit dem Satz: "Der Schatten greift nach ihr, streckt seine dünnen, hohlen Klauen aus, verlängert durch fahles Mondlicht." gezeichnete Bild ist sehr einprägsam. Da hatte ich sogar einen Anflug von Gänsehaut.

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