Krieg der Gendersterne - Die wbg und die Debatte über geschlechtergerechte Sprache

wbg Redaktion • 18 Januar 2021

Das Thema „Genderisierung der Sprache“ hat in den letzten Jahren immer wieder für Aufreger in den deutschen Feuilletons gesorgt. Zuletzt als die Dudenredaktion, geleitet von Frau Kunkel-Razum, die sprachliche Repräsentation von Geschlechtergerechtigkeit und Gendergerechtigkeit erneut zur Sprache brachte: Das generische Maskulinum wird durch die weibliche und männliche Form ersetzt.

Die Intensität und Vehemenz, mit der die Debatte um Gendergerechtigkeit geführt wird, provoziert allerdings die Frage, ob es hier wirklich "nur" um Sprache geht oder ob der "Krieg der Gendersterne" nicht vielmehr eine Stellvertreterdebatte ist. Werden hier auf dem Rücken der Sprache politische Grabenkämpfe geführt, Generationen- und Geschlechterkonflikte ausgetragen?

Die wbg möchte sich an einer differenzierten Beschäftigung mit dem Thema beteiligen, indem sie unterschiedlichen Positionen einen Raum für Argumente und Gegenargumente gibt. Frau Prof. Dr. Ackermann, Sozialwissenschaftlerin und Freiheitsforscherin, hat bei der wbg das Buch "Das Schweigen der Mitte. Intellektuelle in der Polarisierungsfalle" publiziert (aktuell nominiert für den wbg Sachbuchpreis) und diskutiert mit Prof. Dr. Lobin, Linguist und wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Deutsche Sprache in Mannheim. Von ihm erscheint im März 2021 das Buch: "Sprachkampf. Wie die Neue Rechte die deutsche Sprache instrumentalisiert" (Duden-Verlag). Moderiert wird die kontroverse Debatte von Dr. Marcus Willand.

Anlass für das Gespräch waren die Rückmeldungen zur wbg-Mitgliederumfrage. Dort war Gendersprache ein Thema und die Philosophin Frau Dr. Ann-Kristin Iwersen nimmt dazu eine stark kritische Position ein: www.wbg-community.de/themen/gastbeitrag-dr-ann-kristin-iwersen-gendersp…

Und erst vor wenigen Tagen veröffentlichte der Philosoph Herr Dr. Achim Sohns ebenfalls einen Beitrag zu dem Thema: www.wbg-community.de/themen/zur-mitglieder-umfrage-darstellung-im-wbg-m…

Diskutieren Sie mit uns zu diesem Thema auf www.wbg-community.de, kommen Sie ins Gespräch und nutzen Sie gerne die Kommentarfunktion oder schreiben Sie uns an: jacob@wbg-wissenverbindet.de.

Gerne publizieren wir Ihre Position ebenfalls als Blog-Post.



1Frau Prof. Dr. Ackermann ist Sozialwissenschaftlerin und Freiheitsforscherin. Sie wurde 2008 an der SRH Hochschule in Heidelberg als Professorin berufen und lehrte dort bis 2014 Politische Wissenschaften mit dem Schwerpunkt „Freiheitsforschung und Freiheitslehre“. 2009 gründete sie und leitet seitdem das John Stuart Mill Institut für Freiheitsforschung

 

 

12Herr Prof. Dr. Lobin ist Professor für germanistische Linguistik in an der Universität Mannheim und sowohl Wissenschaftlicher Direktor als auch Vorstandsvorsitzender des Instituts für Deutsche Sprache (IDS).

 

 

3Dr. Marcus Willand, Literaturwissenschaftler an der Universität Heidelberg und Berater für digitale Strategien und Kommunikation.

 

 

 


Weiterführende Links zum Thema:


Überblick der verschiedenen Optionen geschlechterergerechten Sprachgebrauchs (Redaktion des des Rechtschreibdudens): www.duden.de/sprachwissen/sprachratgeber/Geschlechtergerechter-Sprachge…;

"Gleichstellung und Teilhabe Strategie "Gender Mainstreaming". Papier des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ): www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/gleichstellung/gleichstellung-und-teilhabe/…

"Unter dem Muff von hundert Jahren. Jetzt knickt auch noch der Duden ein" (Prof. Dr. Peter Eisenberg, FAZ):  www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/der-duden-und-der-unsinn-der-ge…

"Gendergerechte Sprache: Auch durch Astronautinnen ändert sich nicht alles" Eine Kolumne von Margarete Stokowski (DER SPIEGEL) www.spiegel.de/kultur/gendergerechte-sprache-auch-durch-astronautinnen-…;
 


2Das Schweigen der Mitte

 

Wege aus der Polarisierungsfalle

Warum wir eine starke politische Mitte brauchen

Haben Intellektuelle ihr Deutungsmonopol verloren? Die großen gesellschaftlichen Debatten werden heute nicht mehr aus der politischen Mitte heraus geführt. Sie entzünden sich von den Rändern her und münden in Rechts-Links-Konfrontation. Kapitalismus oder Antikapitalismus, Migration oder Abschottung, Faschismus oder Antifaschismus - Zwischentöne sind selten geworden. Die Stimme der Mitte wird nicht mehr gehört.

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