Knochen als Reste eines „Eiszeit-Gelages“

Holger Kieburg • 29 Juni 2022
0 Kommentare
Gesamtanzahl der Likes 1 gefällt

Ein Fundort mit tausenden Knochen von Höhlenbär, Mammut, Wolf, Wildpferd und Nashorn stellt Wissenschaftler vor Rätsel. Klar ist, der frühe Mensch war auch dort.

Auf dem Speiseplan der Menschen, die sich während der Eiszeit hier aufhielten, stand offenbar Fleisch. Abwechslung scheint es zumindest bezüglich der Spezies gegeben zu haben. Archäologinnen und Archäologen sind bei einer Grabung im Landkreis Ansbach auf tausende Knochen und Zähne diverser Tiere gestoßen – allein 300 auf einer Untersuchungsfläche von nur einem Quadratmeter, darunter Überreste von Höhlenbär, Wolf, Mammut, Nashorn und Wildpferd. Dort fanden sie auch Feuersteinsplitter. Ein mit der C-14 Methode auf 40.000 vor Christus datiertes Knochenfragment zeigt mehrere Schnittspuren, die vermutlich von einem solchen scharfkantigen Feuersteinstück stammen und zeigen: Hier waren Menschen am Werk! Ob Neandertaler oder anatomisch moderne Menschen, lässt sich dagegen bislang nicht sagen. Die Funde weisen aber darauf hin, dass dieser Ort einst als Rastplatz für Menschen diente, zu einer Zeit als der Homo Sapiens Sapiens gerade erst in Europa einwanderte.

Ein seltener und wertvoller Fund

„In der Altsteinzeit lebten in Europa viel weniger Menschen als heute. Zeitweise geht die Forschung von nur wenigen tausend Individuen aus – als würde man die Bewohner einer heutigen Kleinstadt auf einen ganzen Kontinent verteilen. Das macht deutlich, wie extrem selten ein Fundort wie dieser ist und welche Bedeutung er für die Wissenschaft hat. Er wird helfen, unsere menschlichen Anfänge zu verstehen, unser Bild vom frühen Menschen zu vervollständigen“, erklärt Generalkonservator Prof. Dipl.-Ing. Architekt Mathias Pfeil, Leiter des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege. Der Großteil der geborgenen Tierknochen stammt vom Höhlenbären, der nach aktuellem Forschungsstand 24.000 vor Christus ausstarb. mehr ...

 

Noch wurde kein Kommentar hinterlassen.


Please anmelden or sign up to comment.