Katharina die Große

Lara Hitzmann • 2 Mai 2022
Blogbeitrag in der Gruppe Geschichte
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Katharina die Große


Unter dem Namen Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst wurde die Zarin Katharina II. am 02. Mai 1729 in Stettin geboren. Bereits im jungen Alter von fünfzehn Jahren wurde sie auf Anraten Friedrichs II. von der Kaiserin Elisabeth Petrowna mit dem russischen Großfürsten Peter Fjodorowitsch vermählt.

Eine gelungene Partie, denn Peter sollte nach dem Ableben Elisabeths den russischen Thron besteigen. Sophie Auguste sollte sich jedoch nicht nur durch eine Taufe zum orthodoxen Glauben bekennen, sondern auch ihren Namen in Katharina ändern.

Peter und Katharina führten ihre Ehe zwanzig Jahre lang. Missmut prägte die Zeit: Die beiden hatten kein großes Interesse aneinander. Als Elisabeth schließlich starb, bestieg Peter den Thron. 

Als Peter II. an die Macht kam, regierte er nur kurz. Seine Frau Katharina putschte sich mit Hilfe der Palastgarde auf den Thron und kurze Zeit später starb ihr Mann aufgrund von ungeklärten Umständen. 

Im Juli 1762 wurde Katharina II. Zarin von dem gigantischen russischen Reich. Dies gelang der Zarin nur wegen ihres guten Gefühls für die Macht, ihrer Bildung, ihrer Beliebtheit und ihrer Skrupellosigkeit.


"Ich war eigentlich niemals schön, aber ich gefiel; darin lag meine Stärke"

Katharina II.


Ihre Regierung war einerseits durch soziales Engagement geprägt, sie startete soziale Projekte und reformierte die Schulausbildung sowie den Staatsapparat. Andererseits ließ sie aber auch die von 1773 bis 1775 aufkommenden Aufstände der leibeigenen Bauern gewaltsam niederschlagen. 

Den Beinamen „die Große“ erlangte Katharina durch ihr Expansionsbestreben: Sie dehnte die Reichsgrenzen Russlands enorm aus und konnte sogar die Gebiete bis ans Schwarze Meer und die Krim unter ihre Kontrolle bringen und durch gekonnte Politik Teile Polens an Russland binden. Außerdem erschloss sie bislang wirtschaftlich ungenutzte russische Gebiete, in dem sie deutsche Einwanderer in dieses bislang unbewohnten Gebieten ansiedelte, vornehmlich an der Wolga. 

In den 30 Jahren, in denen Katharina II. über Russland herrschte, vergrößerte und reformierte sie ihre Heimat und entwickelte sich bis zu ihrem Tod 1796 zur damals mächtigsten Frau der Welt. 
 


Leseempfehlungen


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Cronin, Vincent

Katharina die Große

Biographie

Sie wurde als Tochter eines deutschen Fürsten geboren und mit 33 Jahren Herrscherin des russischen Reichs – Katharina II. (1729–1796). Die Geschichte verlieh ihr den Beinamen »die Große«. Vincent Cronin porträtiert die schillernde Persönlichkeit der russischen Zarin, ihr ereignisreiches Privatleben und ihre großen Leistungen als Regentin – gerade auch bei der Verwirklichung weitreichender Sozialreformen. Und er korrigiert damit ein über lange Zeit verfälschtes Geschichtsbild.

 

 


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Aretz, Gertrude

Kaiserin Katharina II. Katharina die Große.

Eine Biographie

"Ich war eigentlich niemals schön, aber ich gefiel; darin lag meine Stärke" (Katharina II.)

Länger als ein Menschenalter hat Katharina II. Rußland geführt in einer Zeit großer Umwälzungen auf geistigem und politischem Gebiet. Die deutsche Historikerin Gertrude Aretz (1889–1938) widmet sich in diesem Werk dem beeindruckenden Leben von Katharina der Großen und geht mit ihr den Weg von ihrer Geburt bis zum Tode. Sie betrachtet Katharinas Jugendzeit, Ihre Ehe, ihre Liebschaften, politische und moralische Entscheidungen, lässt Wegbegleiter, Freunde, Bewunderer und Neider sprechen.

Mit liebevoller Detailtreue und immer im großen Erzählstil gelingt es Aretz, die Geschichte der ungewöhnlichen Herrscherin aufzuarbeiten als einen großen Schicksalsroman, der an Spannung und Unterhaltung mit einigem aufzuwarten weiß. Zahlreiche Bildtafeln von einflußreichen Persönlichkeiten der russischen Monarchie ergänzen die Erzählungen illustrativ.

 


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Hildermeier, Manfred

Geschichte Russlands

Vom Mittelalter bis zur Oktoberrevolution

»Wer dieses Land verstehen will, der wird dies nach Lektüre dieses Buches mit anderen Augen tun.« Benedikt Vallendar, KNA

Wie ist historisch das Verhältnis zwischen Rußland und Europa? In Manfred Hildermeiers großem Standardwerk zur russischen Gesamtgeschichte dinden wir dazu Antworten. Umfassend und genau.

 

  • Das große Panorama der russischen Geschichte
  • Zentral: Das Verhältnis Rußlands zu Europa
  • Differenziert und ausgewogen im Urteil
  • Das große Standardwerk zu einer tollen Preisleistung



Hildermeier spannt den Bogen von den dunklen Anfängen in der Kiever und der mongolischen Epoche über das Zeitalter Iwans des Schrecklichen, das Jahrhundert Peters des Großen und durch das 18. und 19. Jahrhundert bis zum Untergang des Zarenreiches. Politik und Herrschaftsordnung, soziale Verfassung, Wirtschaft, Industrie und Handel sowie die materielle und geistige Kultur bilden dabei die zentralen Achsen. Souverän die internationale Forschung beherrschend, gekonnt in der Darstellung, differenziert in seinen Interpretationen bietet Manfred Hildermeier eine Gesamtgeschichte Russlands, die sich einreiht in den Kreis der großen Gesamtdarstellungen der letzten Jahrzehnte.

Nach seiner großen Geschichte der Sowjetunion, die 1998 erschien und ebenfalls als Standardwerk gilt, legt der renommierte Historiker Manfred Hildermeier nun eine Gesamtdarstellung der Russischen Geschichte vor, die im Mittelalter einsetzt und dort endet, wo der vorangegangene Band beginnt.

Der rote Faden des Werkes ist das Verhältnis zu Europa, aus dem sich auch die klare These ergibt: Vor Ausbruch des Weltkriegs gehörte Russland so eng zu Europa wie nie zuvor. Erst die Sowjetunion hat dies geändert - und ihr Zusammenbruch die alte Schicksalsfrage Russlands wieder auf die Tagesordnung gesetzt

Kommentare (2)

Marcin Lupa

Für uns Polen war die Zarin Katharina II eine furchtbare Geißel. Die Anbindung Polens an ihr Russland, an ihren Thron, ein grauenvolles Ereignis, dass wir als die drei Teilungen Polens erinnern. Eine Schreckenszeit für unser damaliges Königreich. Drei Mächte, Russland, Preußen und das Habsburger Reich teilten unsere Nation untereinander auf und gaben sie über 120 Jahre keiner Souveränität frei. Erst Napoleon Bonaparte befreite uns aus diesem Joch der Unterdrückung, für kurze Zeit. Dann der erste Weltkrieg, der zur polnischen Republik führte, schließlich das Intermezzo als Vasall der Sowjetunion. Aber Katharina II war eine gnadenlose Despotin.

Und erneut lernen wir, die vielen Sichtweisen zu differenzieren. Sicherlich war sie primär eine sehr ehrgeizige, machtberußte und intelligente Frau. Nichtsdestotrotz eben für uns Polen, meine Vorfahren also, eine grausame Herrscherin, eine Bürde, ein Verhängnis.

Lara Hitzmann

Vielen Dank für Ihren Kommentar, Herr Lupa. Sie haben vollkommen Recht: Geschichte ist subjektiv! Vielleicht sollten wir mal versuchen, die Geschichte aus anderen Perspektiven zu begreifen, das wär doch was für den Schreibwettbewerb!

Was mich an Katharina auch so gestört hat war, dass im Vordergrund ihre Vielzahl von Liebhabern standen.


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