Herausforderndem Verhalten begegnen

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Innerhalb der Wissenschaft der Psychiatrie und der Sozialpsychologie begegnen wir vielerlei Verhaltensauffälligkeiten, Verhaltensstörungen und herausfforderndem Verhalten, seitens von Menschen mit psychischer Beeinträchtigung in irgend einer Form.

Mir geht es speziell um die Störungen aus dem Autismus-Spektrum (ASS), die ich gezwungen bin näher zu betrachten. Meine Lebensumstände bringen es mit sich, dass ich zum einen mit einem Asperger-Mädchen in einem Haushalt lebe, zum anderen und wohl auch als indirekte Folge diese berufliche Entwicklung, arbeitstechnisch mit einem Autistischen Jungen zusammenkomme. Ich arbeite als Schulbegleiter bei einem Drittklässler mit auffälligem Verhalten.

Ein Buch, dem ich auf diesem besonderen Weg begegnet bin, ist das hier empfohlene „Herausforderndem Verhalten begegnen“ von Bo Hejlskov Elven.

Ein Link zu einem Onlinehändler: https://www.buecher.de/shop/verhalten/herausforderndes-verhalten-vermeiden/elvn-bo-hejlskov/products_products/detail/prod_id/43877651/

Der schwedische Psychologe gibt Erwachsenen Empfehlungen, wie sie einem autistischen Kind begegnen können, ohne ein herausforderndes Verhalten auszulösen, zu vertiefen oder fortzusetzen. Dazu gehört dem Autor nach eine Form von entspanntem „unaufgeregtem Umgang“ mit dem besonderen Kind und der herausfordernden Situation.

Ferner zeigt Elven, dass Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen oder tiefgreifenden Entwicklungsstörungen jede Menge guter Gründe für ihr Verhalten haben, begegnet man ihnen doch oft mit einer Härte, die nicht angebracht ist. Oft treffen sie auf Unverständnis für ihre Andersartigkeit und dies löst bei ihnen ein Erleben aus, dass voller Ängste und Reaktionen auf Zurückweisungen ist. So auch das störende, trotzige oder Ärgernis erregende Verhalten. 

Nicht nur die besonderen Menschen mit ihren jeweiligen Handycaps müssen sich anpassen und ihr Verhalten ändern, sondern auch die Menschen, die mit ihnen zu tun haben, zumal Menschen mit Behinderung weniger Möglichkeiten haben, einem bestimmten Erleben ausgesetzt, ihr Verhalten zu kontrollieren. 

Für die mit der Betreuung beauftragten ist eine Adaptation und Assimilation leichter. Es gehört zu ihren Aufgaben auf den Betreuten zuzugehen, ihm die Ängste zu nehmen, seine Spannungen nach Möglichkeit aufzulösen. Ähnlich, wie es zu den Aufgaben oder gar Pflichten eines mündigen Erwachsenen gehört einem Menschen vorbildlich zu begegnen, der unsicher ist oder ein bestimmtes Wissen nicht hat (weiter gefasster kategorischer Imperativ), wird das Betreuungspersonal dafür bezahlt, sich um die zu Betreuenden zu kümmern, d.h. es hat die Verantwortung für deren Verhalten und seine Auswirkungen zu tragen. Wer für das Verhaltensmanagement verantwortlich ist, sollte natürlich die nötigen Methoden beherrschen. 

Auch der mündige Mensch sollte die Größe besitzen (ein Aspekt der feinen Unterschiede entsprechend den Ausarbeitungen von Pierre Bourdieu), dem weniger geschulten, unwissenden oder unsicherem Menschen wohlwollend zu begegnen und ihn nach Möglichkeit anzuleiten.

Ich habe mein ganzes Leben nach einem Mentor ausserhalb meiner Familie gesucht. In der Schule oder an der Akademie habe ich ihn nicht gefunden, obwohl ich zahlreiche gute Lehrer hatte, nun habe ich selber die Chance, als Erwachsener den Schritt zu einer Mündigkeit zu gehen, die eine weitere Beteiligung und eine höhere Verantwortlichkeit mit sich bringt.

Eine Leseempfehlung für alle an der Psychologie interessierte Leser und Mitgleider der wbg Community.

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