Gewinnspiel „Amerika im Kalten Bürgerkrieg“

Lilli Goring • 6 November 2020

Am 8. Oktober hat unser Autor Torben Lütjen sein Buch »Amerika im Kalten Bürgerkrieg. Wie ein Land seine Mitte verliert« in unserer Partnerbuchhandlung Bücher Wenner in Osnabrück vorgestellt. Herr Lütjen analysierte, auf sehr anschauliche Art und Weise, die Zerrissenheit der USA unter Trump und begab sich auf die Suche nach den Gründen für die zunehmende politische und gesellschaftliche Spaltung des Landes.

Den regen Austausch zwischen Autor und Zuhörer/innen im Anschluss der Lesung möchten wir nun hier fortführen und bitte Sie uns ihre Gedanken zum Buch mitzuteilen. Gab es einen Aspekt der Lesung, der Sie besonders erstaunt hat? Was bewegt Sie an der aktuellen Situation in den USA am meisten? Glauben Sie, dass die anstehende Wahl die Spaltung der amerikanischen Gesellschaft weiter vorantreiben wird?

Unter allen bis zum 8. November eingegangenen Kommentaren verlosen wir je eines von drei vom Autor handsignierten Exemplaren des Buches.

 

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Kommentare (7)

Philipp B. Zimmermann

Um ehrlich zu sein, nimmt mir die Vorwahlberichterstattung in den Medien einen viel zu großen Stellenwert ein. Es wird - so mein Eindruck - mehr und iriiger berichtet als zur eigenen Bundestagswahl im Land.

Ja, ja, gewiss, die USA sind eine Weltmacht und ein wichtiger (Handels)Partner der Bundesrepublik, aber wenn man sich die Presse aktuell ansieht und alle Artikel zu Corona und US-Wahl rausstreicht, bleibt außer Polizeiberichten nicht mehr viel übrig.

Ich persönlich halte das für übertrieben und außerordentlich störend, das hat dann auch nichts mehr mit Qualitätsjournalismus zu tun, wenn zB bei Spiegel.de berichtet wird, wie und warum jemand seit 1994 immer den Wahlausgang richtig voraussagte; ich bin mir sicher, da gibt es auch noch andere, die das schon länger richtig gemacht haben.

Meiner Meinung nach ist die Wahl an sich natürlich wichtig, aber ich glaube kaum, dass sich im Verhältnis der USA zum Rest der Welt groß etwas ändern wird, da es sich um eine strukturelle politische Kultur handelt, die sich da in Washington etabliert hat, die lagerübergreifend das Credo "America First" postuliert.

Letztlich haben wir von hier aus keinen Einfluss auf die Wahl und werden uns mit ihr abfinden und mit dem Ergebnis arrangieren müssen - übrigens genauso wie mit den Wahlen in Bolivien, dem Libanon, Uganda oder sonst wo auf der Welt.

Die Gesellschaft in der USA wird nicht mehr gespalten, als sie es ohnehin schon ist. Wobei hier letztlich die Frage zu klären wäre, um welche Spaltung man sich eher kümmern müsste. Es gibt ja nicht "die eine Spaltung" der Gesellschaft, sondern viele verschiedene (Schwarze <-> Weiße, Establishment <-> Non-Establishment, New Economy Manager <-> zer- und abfallende Mittelschicht, religiöse Fundamentalisten <-> agnostische Liberale, Zuwanderer neuer Generation <-> USAmerikaner aus ehemaligen Zuwandererfamilien). Die gesamte Gesellschaft ist aus dem Gleichgewicht geraten und es bedarf weit mehr als einer neuen Partei an der Macht um dies in die richtigen Bahnen zu lenken.

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  • André Viama

    Ich sehe hier auch ein grundsätzliches Problem, wenn man sich nicht vergegenwärtigt, dass das soziale Niveau der Gesellschaft in den USA nicht vergleichbar ist mit Deutschland und anderen Ländern.

    Hier wird immer wieder in der Presse von Spaltung der Gesellschaft geschrieben, ich sehe dies jedoch nicht so. Eine gespaltene Gesellschaft entsteht meiner Meinung nach primär - und ist als solche zu bezeichnen - wenn man Situationen hat wie zB in Weißrussland, wo die Gesellschaft sehr politisch und engagiert in Pro- und Contra-Lukaschenko aufgeteilt werden kann, oder wie aktuell in Großbritannien in Pro- und Contra-Brexit.

    Für die USA sehe ich das eher wie Philipp oben, es handelt sich um ein vielschichtigeres Auseinanderfallen der Gesellschaft, die zwar als Symbol durchaus mit Trump spielen kann, jedoch lässt sich dieser Zerfall nicht an ihm messen und alleine durch ihn begründen.

    Ein deutliches Zeichen hierfür ist - um nochmals Weißrussland zu bemühen, aber auch durchaus Hong Kong und ähnliche Gesellschaften - dass in den USA im Verhältnis zu den vorgenannten Ländern sich nicht solche Massen für oder gegen eine einzelne Person mobilisieren und das Tag für Tag oder Woche für Woche. Das einzige Thema, bei dem das ansatzweise in der USA der Fall war, ist das Thema "Black live matters", dies zog sich aber über politische Grenzen hinweg.

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  • David Grob

    Was bewegt Sie an der aktuellen Situation in den USA am meisten?
    Die Frage beschäftigt mich schon länger. Wo man auch hinschaut, Thema Nummer 1 scheint immer entweder Covid-19 oder Trump zu sein und das in allen möglichen Medien. Schon klar, der Präsident der USA kann Entscheidungen treffen, die weitreichende globale Auswirkungen haben können. Aber ganz ehrlich, mittlerweile sind glaube ich nicht nur die Wähler in der USA erschöpft, sondern alle haben sich lange genug, amüsiert, aufgeregt oder was auch immer. Es werden wohl alle froh sein, wenn dieser Wahlkampf endlich vorbei ist.
    Trump ist als Folge der gesellschaftlichen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte zu deuten und die Spaltung in der Gesellschaft wird sich nur langsam wieder kitten lassen, ob es nun Biden schafft die Wahl zu gewinnen oder nicht.

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  • Ben Maier

    Die Situation bewegt mich insofern, dass im besonderen jetzt - in einer Pandemie und kurz vor der US-Präsidentschaftswahl, bei der Donald Trump als populistisch agierender Kandidat antritt, dessen Gesundheitspolitik im Bezug auf Covid-19 schlichtweg aus Worthülsen bestehen zu scheint, und der keine hohe Verlässlichkeit in Sachen diplomatischer Interaktionen bietet - wobei ich mir allerdings auch die Frage stelle, wie wohl die kriegspolitischen Entwicklungen der USA in den nächsten 4 Jahren unter Joe Biden im Vergleich zu der möglichen unter Donald Trump verlaufen würden. Desweiteren würde ich im Falle der Wahl von Trump im besonderen über die klimapolitische Entwicklung der USA besorgt sein.

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  • David Grob

    Naja, man weiss nie wie es werden würde, aber ich hoffe definitiv auf Biden. Ob er nun in den kommenden vier Jahren die gesellschaftliche Spannung in den USA wieder beruhigen könnte scheint unwahrscheinlich. Es ist ja auch nicht alles erst in den letzten vier Jahren aufgetaucht. Wie er sich in Sachen Aussenpolitik schlagen wird, vor allem in Richtung China kann man denke ich nicht mit Bestimmtheit sagen. Weiter muss man sich fragen, ob er denn überhaupt vier Jahre machen würde, was wäre dann...Harris?
    Aber was auch kommt, Biden hat viele Jahre im Senat als Politiker gewirkt, er war mit Obama zusammen als Vize-Präsident schon im Office und wirkt im Gegensatz zu Trump wie der Staatsmann aus dem Bilderbuch.

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  • Hendrik Meyer

    Die Wahl ist vorüber und man kann mit großer Wahrscheinlichkeit von einem Wahlsieg Bidens ausgehen. Dies wird meiner Meinung nach die transatlantischen Beziehungen in der Form verbessern, aber nicht unbedingt im Inhalt. Einige Themengebiet, allem voran Klimaschutz und Handelskriege, werden unter Biden angenehmer zu verhandeln sein. Jedoch gilt auch unter einem Präsidenten Biden (mit Abstrichen) das Motto "America first". Zumal dieser versuchen wird das innergesellschaftliche "Doupol" zu überbrücken und viel Zeit und Energie in diesen Kampf stecken wird. Genau diese Analyse der Fragmentierung und Polarisierung der amerikanischen Gesellschaft und die Schlussfolgerungen von Herrn Lütjens fand ich sehr interessant. Jegliche Art von Konsens oder Zusammenarbeit wird als "Verrat" an der eigenen "Echokammer" angesehen und durch gesellschaftliche Ächtung des eigenen Millieus geahndet. Dies führt schlussendlich zu der jetzigen "us versus them" Mentalität und somit zu einem Verlust der politischen Mitte.

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  • Marie-Luise Reinhard

    Ich denke, dass die Spaltung in den Bürgerkrieg führen wird. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass die Hälfte der Wähler jemandem glauben, der v.a.lügt.
    Trump wird versuchen, die Wahlbehinderung (s.dazu die Anstalt) weitervoranzutreiben.

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