Gastbeitrag: "Napoleons Tod" von Günter Müchler

Daniel Zimmermann • 16 April 2021
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Napoleons Tod

Die „Rückkehr der Asche“ („le retour des cendres“) 19 Jahre nach dem Tod auf Sankt Helena ist so unwahrscheinlich wie fast alles, was dieses „wundersamste aller Heldenleben“ (Goethe) auszeichnet.

Am 15. Dezember 1840 ist ganz Paris auf den Beinen. Von überall her sind die Veteranen der Großen Armee in die Hauptstadt geeilt. Es gilt, dem „petit caporal“ die letzte Ehre zu erweisen. Um zwei Uhr mittags wird der schwere, mit einem violettenen Tuch umhüllte Katafalk in den Invalidendom getragen und vom Klerus empfangen, der ebenfalls die Farben des Martyriums gewählt hat. Von der Estrade blasen Posaunen einen Trauermarsch, draußen donnern die Kanonen, die Nationalgarde präsentiert das Gewehr, die Invaliden ziehen den Säbel. Der Sohn Louis-Philippes meldet seinem Vater: „Sire, ich übergebe Ihnen den Körper des Kaisers Napoleon!“ Und der König, Sproß eines jahrhundertealten Geschlechts, verneigt sich vor dem toten Emporkömmling, dem „korsischen Ungeheuer“ und Geächteten Europas. „Ich empfange ihn im Namen Frankreichs“. In den nächsten Tagen defilieren 100 000 Menschen an dem im Invalidendom auf gestellten Katafalk vorbei, unter ihnen im Rollstuhl der greise Marschall Moncey. Seinen Ärzten hat er gesagt, sie sollten ihn soweit konservieren, daß er den 15. Dezember noch erlebe. „Jetzt kann ich sterben“, murmelt er beim Verlassen des Invalidendoms.

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Le retour des cendres. Place de la Concorde, 15. Dezember 1840. Foto: © akg-images

 

Mit der politischen Wiederauferstehung des Korsen, die am 15. Dezember 1840 mit der retour des cendres Brief und Siegel bekommt, war eigentlich keinesfalls zu rechnen.

Napoleon ist, als er 1815 sein Exil Sankt Helena bezieht, ein restlos Gescheiterter. In Frankreich regieren wieder die altersschwachen Bourbonen. Die von ihnen betriebene Politik der damnatio memoriae zielt darauf, die Erinnerung an die Revolution und mit ihr auch an die des Revolutionärs auf dem Kaiserthron auszulöschen. Das Imperium ist perdu. Der zweite Pariser Friede hat Frankreich auf die Grenzen von 1789 zurückgeschrumpft. Wozu der mehr als zwanzigjährige Krieg? Wozu die Hekatomben von Toten?

Nach dem phantastischen Abenteuer der Hundert Tage, das mit der fulminanten Niederlage von Waterloo endet, beweisen die Alliierten, dass sie ihre Lektion gelernt haben. Von Elba aus, wohin man Napoleon nach seiner ersten Abdankung 1814 geschickt hatte, war es dem Verbannten ein Leichtes gewesen, Frankreich zurückzuerobern. Und wie er es zurückeroberte! Er musste nach einem Wort Balzacs nur seinen Hut zeigen, und schon strömten ihm die alten „grognards“, die Soldaten seiner Kriege, zu. Der restaurierte Ludwig XVI. floh bei Nacht und Nebel aus dem Tuilerien-Schloß. Der Albtraum soll sich nicht wiederholen, schwören die Alliierten, und beschließen, den Unruhestifter diesmal an einen Ort zu verbannen, wo noch nicht einmal der Pfeffer wächst, einen Ort von no return.

Sankt Helena gehört England. Die Insel im Südatlantik ist 1900 Kilometer von der Küste Angolas und 3300 Kilometer von der Küste Brasiliens entfernt. Seefahrer, die von Indien kommen, nehmen hier Frischwasser auf und verabschieden sich dann rasch. Mit 3400 Einwohnern, die fast alle in der „Hauptstadt“ Jamestown leben, hat die Insel nichts zu bieten. Jamestown erreicht das englische Kriegsschiff „Northumberland“ nach zehnwöchiger Passage am 17. Oktober 1815, an Bord der Gefangene Napoleon Bonaparte und 26 Gefährten, die man dem Ex-Kaiser der Franzosen als Hofstaat zugestanden hat.

 

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Einschiffung auf dem britischen Linienschiff Northumberland am 8. August 1815. Foto: © akg-images

 

Napoleon wird „Longwood House“ zugewiesen. In dem ehemaligen Landsitz des Vize-Gouverneurs hat Napoleon zwei Zimmer für sich privat. „Longwood House“ liegt auf einer kahlen Hochebene. Es wimmelt von Ratten, es gibt Moskitos, und das Klima ist mit 78 Prozent Luftfeuchtigkeit außerordentlich ungesund. Manchmal ist es so feucht, dass die Spielkarten – Spielen ist ein zentraler Zeitvertreib in der Strafkolonie – am Herd getrocknet werden müssen. 

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Ansicht von Longwood House von 1817. Foto: © akg-images

Man muss hinnehmen, was nicht zu ändern ist. Also richtet man sich ein, malgré tout. Napoleons Räume sind spartanisch. Unter den Einrichtungsgegenständen  fällt ein Bildnis Isabeys auf, es zeigt seine Frau Marie-Louise und den Aiglon, den gemeinsamen Sohn. Dazu eine Schlaguhr Friedrichs des Großen, ein Beutestück aus Potsdam. Überall liegen Bücher herum, 2000 hat er aus Frankreich mitgenommen. Die Intimsphäre zu wahren ist unter den beengten Umständen unmöglich. Schon bald kommt es innerhalb der kleinen Kolonie zu hässlichen Zerwürfnissen. Am schlimmsten drückt die Langeweile. Der Dauerzwist mit dem Gouverneur Hudson Lowe, der in ständiger Angst vor einem Komplott lebt und dem Gefangenen jeden Freiraum nimmt, füllt nicht den Tag. 
Anfangs reitet Napoleon viel – unter Aufsicht. Generalstabmäßig  strukturiert er die Wachstunden. Wenn es ihm gelingt, der erzwungenen Apathie eine Schlappe beizubringen, spricht er ironisch von „Eroberungen der Zeit“. Er fängt an, Englisch zu lernen. Dann und wann beschäftigen ihn Fluchtgedanken. Einmal erwägt er, sich in einem Bierfass verstecken zu lassen und auf einem Handelsschiff nach Amerika zu entkommen. Aber das sind Phantastereien, er weiß es wohl. Schleichend setzt der körperliche Verfall ein. Napoleon reitet weniger, er wird bequemer und verbringt die meiste Zeit auf dem Kanapee. Wahrscheinlich leidet er an Magenkrebs, der Krankheit, der schon sein Vater jung erlegen ist. 51jährig stirbt Napoleon, nach sechs Jahren des Exils, am 5. Mai 1821, kurz vor 18 Uhr. In seinem Testament hat er festgelegt: „Ich wünsche, dass meine Asche an den Ufern der Seine ruhe, in der Mitte des französischen Volkes, das ich so innig geliebt habe“.

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La Mort de Napoléon, le 5 Mai 1821 à Sainte-Hélène. Aquarell um 1825. Foto: © akg-images

Bei Licht betrachtet ist es mit seiner Liebe zu den Franzosen nicht weit her gewesen. Ein emotionales Verhältnis hat ihn vielleicht mit seinen Soldaten verbunden, den einfachen Soldaten, wohlgemerkt. Schon die Generäle und Marschälle sah er sehr kritisch. Und für die Schwächen der Franzosen war er nicht blind. Oft geißelte er die Wankelmütigkeit des Volkes, für dessen leichte Lebensart er keine Ader hatte. Napoleon war Realist durch und durch. Sein Testament ist Propaganda, Bestandteil des letzten großen Kampfes, den er gegen seine Feinde führt – nicht mit Kanonen, sondern mit Worten, nicht unter der glückverheißenden Sonne von Austerlitz, sondern auf dem kahlen, todbringenden Felsen Sankt Helena.
Malraux hat den Napoleon von Sankt Helena mit Prometheus verglichen, den die rachsüchtigen Götter wegen eines Übergriffs an den Kaukasus schmiedeten. Wie wird der Sohn des Glücks mit dem Hinauswurf aus dem Olymp fertig? Wir wissen wenig über den inwendigen Napoleon. Er hat kein Tagebuch geschrieben, wie es in seiner Generation große Mode gewesen ist. Da war niemand, dem er sich rückhaltlos geöffnet hat. Von ihm gibt es keine Rhapsodien des Selbstmitleids, keine Beichte, kein bitteres de profundis. Dafür ist der unbedingte Wille, es den Feinden noch einmal zu zeigen, von Anfang an ersichtlich. Dieser Wille tritt bereits Ende Juni 1815 zutage, als er sich in die Hand Englands begibt und dem Prinzregenten einen schein bar völlig verrückten Brief schreibt: „Königliche Hoheit, den Parteien ausgesetzt, die mein Land zersplitterten, und der Feindschaft der europäischen Mächte ausgeliefert, habe ich meine politische Laufbahn beendet und komme, wie Themistokles, im Lande des britischen Volkes eine Zuflucht zu suchen“. Hat Napoleon den Verstand verloren? Glaubt er wirklich an einen friedvollen Lebensabend als Polit-Rentner hinter den Kreideklippen von Dover oder den Gletscherseen des Lake District? So töricht wird der Prinzregent nicht sein, sich eine Zeitbombe ins Land zu holen! Aber damit rechnet Napoleon auch nicht. In Wirklichkeit will er eine Botschaft lancieren: Seht her, so fair und ritterlich, wie die Briten von sich behaupten, sind sie nicht. Napoleon weiß, es sind die Sieger, die die Geschichtsbücher schreiben. Gegen ihre Lesart will er die eigene Erzählung setzen.

Die „Northumberland“ befindet sich auf der Höhe des Äquators, da nimmt der Bildhauer den Meißel zur Hand und beginnt das Kunstwerk seiner selbst. Die Methode, die er wählt, ist auf den ersten Blick erstaunlich. Der Korse besitzt schriftstellerisches Talent genug für ein wirkmächtiges Memoirenwerk. Das ist, worauf seine Anhänger eigentlich warten. Stattdessen fordert er die Exilgefährten auf, die Gespräche, die er mit ihnen führt, aufzuzeichnen. Das Hohelied wird authentischer klingen, wenn er es nicht selbst singt. So werden Las Cases, Montholon und Gourgaud zu den Evangelisten des gestürzten Kaisers. Zum Haupt-Evangelisten bestellt Napoleon Las Cases. Der Graf ist erst spät ins bonapartistische Lager gewechselt und besitzt als ehemaliger Parteimann der Bourbonen vielleicht die größte Glaubwürdigkeit. Napoleon täuscht sich nicht. 1823 erscheint Las Cases‘ „Mémorial de Sainte-Hélène“. Das Mémorial – in Deutschland druckt es noch im selben Jahr Cotta, Goethes Verleger -  wird zu einem der größten Bucherfolge des Jahrhunderts und legt den Grundstein zur Napoleon-Legende.
Die Umstände sind günstig. Wäre die Restauration,  die der Wiener Kongress einleitet, ein konstruktives Projekt, würde die Reinwaschung Napoleons wirkungslos verpuffen. Doch die Heilige Allianz und Metternichs Containment-Politik wollen nur Dämme gegen die neuen Ideen von Freiheit und Staatsnation errichten und übersehen, dass der Mörtel des Legitimismus nichts mehr bindet. Außerdem bietet das Staaten-Theater nur noch eintönige Kost. Es kommen keine großen Dramen mehr zur Aufführung, wie sie in Revolution und Kaiserzeit an der Tagesordnung waren. Man beginnt, Napoleon zu vermissen, besonders in Frankreich.

In Frankreich haben die Bourbonen die Mitglieder der Bonaparte-Familie enteignet. Franzosen ist es bei Strafe verboten, den Namen Napoleon auch nur auszusprechen. Der Aiglon, des Kaisers legitimer Sohn und Erbe, wird als Geisel in Wien gefangen gehalten. Doch Vergeltung und Angst-Politik bewirken nur das Gegenteil. Die Unzufriedenheit wächst und mit ihr die Sehnsucht nach jenem, den seine Anhänger nur „l’homme“ nennen, wenn sie sich am Herd mit alten Geschichten erwärmen. Auch Napoleons Tod ändert daran nichts, im Gegenteil. Der tote Kaiser ist ein vielfach tätiger Geist. Gereinigt von allem Unschönen und Harten wird sein Bild zur Monstranz aller, die mühselig und beladen sind. Künstler der ersten Kategorie weben an der Napoleon-Legende. Dumas erringt unmittelbar nach der Juli-Revolution mit „Napoléon ou trente ans de l’histoire de France“ einen Bühnenerfolg, Berlioz komponiert die Cantate „Le Cinq Mai ou la mort de Napoléon“. Balzac, Stendhal und Hugo lassen sich den Stoff des „Märtyrers“ von Sankt Helena nicht entgehen. Heine verwandelt den dahinsiechenden Kaiser im „Buch Le Grand“ in einen weltlichen Heiland: „…gelitten unter Hudson Lowe“. Nur Chateaubriand beteiligt sich nicht am Werk der Verklärung. Er war nie ein Lobredner Napoleons, jetzt registriert er staunend das Wunder seiner Wiederauferstehung: „Die Welt gehört Bonaparte. Was er als Räuber nicht erobern konnte, erobert er durch seinen Nachruhm“.

Napoleon ist nun der populärste Franzose. Das weiß auch Louis-Philippe. Der „Bürgerkönig“ sitzt seit der Juli-Revolution von 1830 auf dem Thron. Seine innenpolitische Basis ist brüchig. Die Bourbonen-Partei betrachtet ihn als illegitim, im Volk ist er unbeliebt, weil er sich allzu deutlich auf die Hochfinanz stützt. 1840 gerät Frankreich in außenpolitische Turbulenzen. Um sich Luft zu verschaffen, verfallen der König und sein Ministerpräsident Thiers auf den Gedanken, den toten Napoleon vor den schlingernden Karren zu spannen. Es entsteht der Plan, den letzten Willen des Korsen aufzugreifen und die sterblichen Überreste von Sankt Helena „an die Ufer der Seine“ zu überführen. Der Sohn Louis Philippes wird mit der Fregatte „Belle Poule“, bestückt mit 60 Kanonen, in den Südatlantik geschickt. Er erreicht Sankt Helena am 8. Oktober. Die Leiche Napoleons wird exhumiert. Der leitende Chirurg Guillard ist mit dem Zustand zufrieden. Des Kaisers Kopf ruhe auf einem Kissen, der Schädel sei voluminös, die Stirn hoch und mit einer gelblichen Haut überzogen, protokolliert Guillard. „Die Gliedmaßen schienen ihre Form unter den Kleidern, die sie bedeckten, bewahrt zu haben. Ich habe den linken Arm angefasst, er war hart und im Umfang etwas diminuiert. Die Kleidungsstücke hatten ihre Farbe nicht eingebüßt“.

 

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“Napoleon entsteigt seinem Grab” (Allegorie auf die Umbettung der Leiche Napoleons von Sankt Helena nach Paris). Farbdruck, 1840, nach Horace Vernet. Foto: © akg-images

 

Am 30. November erreicht die „Belle Poule“ mit ihrer kostbaren Fracht den Hafen von Cherbourg. Über Rouen geht es nach Paris, wo der Leichnam am 15. Dezember im Invalidendom aufgebahrt wird. Die „Rückkehr der Asche“ kann gefeiert werden. Heinrich Heine, der Napoleons Diktatur nie gebilligt, aber auch nie aufgehört hat, das grandiose Kunstwerk seines Lebens zu bewundern, notiert ergriffen:

Ich weinte an jenem Tag. Mir sind
Die Tränen ins Auge gekommen,
Als ich den verschollenen Liebesruf,
Das Vive l’Empereur vernommen.

Für Louis Philippe lohnt sich die Heimholung. Er hält sich noch acht Jahre an der Macht, bevor er von der nächsten Revolution, verjagt wird. Im selben Jahr, 1848, wird der Neffe des Korsen, Louis-Napoleon, mit großer Mehrheit zum Präsidenten der Republik gewählt.

 

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Französisches Seidenstickbild: Allegorie mit Napoleons Grab auf St. Hélène, darauf Zweispitz, Orden der Ehrenlegion und Degen, am Himmel ein strahlender Stern und Regenbogen, vor der Küste ein Dreimaster mit französischer Fahne. Foto: © akg-images

7Günter Müchler ist passionierter Frankreichkenner und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Französischen Revolution und Napoleon. Er studierte Geschichte und Politikwissenschaft und wechselte nach Stationen bei verschiedenen Zeitungen 1987 zum Rundfunk. Bis 2011 war er Programmdirektor von Deutschlandfunk, Deutschlandradio Kultur und DRadio Wissen. Mit einer fulminanten Biographie legt er nun (Frühjahr 2019) die Synthese seiner langjährigen Beschäftigung mit dem großen Korsen vor.


 

88Müchler, Günter

Napoleon - Revolutionär auf dem Kaiserthron

 

General, Revolutionär, Diktator und Kaiser - ein neuer Blick auf Napoleon Bonaparte

Aus dem Nichts kommend stieg der Korse Napoleon Bonaparte während der französischen Revolution vom Artillerie-Offizier zum Ersten Konsul auf. Der Revolutionär wurde zum Kaiser der Franzosen und herrschte über weite Teile Europas. Doch auf den kometenhaften Aufstieg folgte der tiefe Absturz.

Günter Müchler entwirft ein überraschend neues Napoleonbild: Nicht Napoleons Größenwahn führten in den Untergang, sondern die äußeren Umstände. Sprachgewaltig erzählt er die Lebensgeschichte eines Mannes, der in seiner Verbannung auf Sankt Helena selbst am klarsten die eigene Beschränkung erkannte: „Die Wahrheit ist, dass ich niemals ganz Herr meiner Bewegungen war. Ich habe Pläne gehabt, hatte aber niemals die Freiheit, sie auszuführen. Immer war ich durch die Umstände bestimmt“.


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Müchler, Günter

Napoleons hundert Tage

Eine Geschichte von Versuchung und Verrat

Wie ein Lauffeuer ging die Nachricht von Napoleons Landung bei Antibes am 1. März 1815 durch Frankreich. Der Mann, der immer alles auf eine Karte setzte, wollte es nach seiner Absetzung nochmals wissen. Die Massen strömten ihm zu, und siegreich zog er erneut in Paris ein. Balzac bemerkte dazu später schwärmerisch: »Hatte es vor ihm jemanden gegeben, der ein Reich nur dadurch eroberte, dass er seinen Hut zeigte?« Napoleons »Invasion eines Landes durch einen Mann« (Chateaubriand) ist in der Geschichte singulär. Günter Müchler erzählt die dramatische Geschichte der ›100 Tage‹, von der Vorgeschichte, der ersten Abdankung Napoleons in Fontainebleau 1814, bis zur endgültigen Verbannung auf Sankt Helena. Es ist für ganz Frankreich – und für den Rest Europas – ein kurzes Zeitfenster extremster Anspannung, eine Episode, die erst den Grundstein legte für den Napoleon-Kult. Denn mit den 100 Tagen endet endgültig das Ancien régime und eine neue Epoche bricht an.


 

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Planert, Ute

Napoleons Welt

Ein Zeitalter in Bildern

Vom Ende des Alten Reiches zur Neuordnung Europas: wie Napoleon die Welt veränderte

Napoleon Bonaparte verstand sich als Vollender der Französischen Revolution, doch sein Wirken prägte nicht nur Frankreich und Europa. In keiner anderen historischen Epoche drängten sich weltweit die Ereignisse so dicht wie an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert. Die Geschichtsprofessorin Ute Planert lässt die Geschehnisse anhand von Gemälden, Illustrationen und Karten aus der Epoche lebendig werden. Ihr Buch öffnet den Blick und zeigt die globalen Auswirkungen des napoleonischen Zeitalters - ein opulent illustrierter, spannender Einblick in die zentrale Schlüsselepoche am Beginn der modernen Welt!

 


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Daniel Zimmermann, wbg

Daniel Zimmermann lebt in Mainz und ist Programmmanager im wbg-Lektorat Geschichte. Dort ist er zuständig für die Programme wbg Theiss, wbg Edition, wbg Academic und wbg Zabern.