Freiheit, die ich meine

Priska Mielke • 16 Juni 2021
4 Kommentare
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Kaum ein Begriff ist in den vergangenen Pandemie-Monaten so viel gebraucht - und missbraucht – worden wie „Freiheit“. Dass Freiheit nicht bedeutet, jederzeit tun und lassen zu können, was ich will, sollte nach diesem epidemisch verordneten Proseminar in Sachen Grundrechte (fast) jeder und jedem klar sein. Doch warum fühlt sich der eine selbst in der Gefängniszelle frei und für die andere ist selbst das Tragen einer medizinischen Schutzmaske ein ungerechtfertigter Eingriff in die eigenen Freiheitsrechte? Mein Text spürt den verschiedensten Erscheinungsformen der Freiheit, aber auch ihren Gefahren und ihrem Missbrauchspotential nach.

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Kommentare (4)

Luca Rosenboom

Vielen Dank für den Beitrag, hat mir sehr gefallen – vor allem die Alltagsbeispiele und historischen Eckpunkte. Mittlerweile sind sich viele ihrer Freiheiten allerdings nicht mehr bewusst, die auf diesen (und weiteren) ‚historischen Eckpunkten‘ basieren und die mit großen Verlusten einhergingen, d.h. Menschen, die opferbereit waren um willen einer 'besseren Nachwelt' (zumindest nach heutigem Verständnis). Kulturelle Rückbesinnung findet man heutzutage selten vor, was zu ebenjener Orientierungslosigkeit führt, dass man gar als Troglodyt durch die ‚Geschichte‘ irrt.

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  • Marcin Lupa

    Das darf man bei aller Kritik an der Neuzeit natürlich nie vergessen, dass wir in einer besseren Welt leben, als viele Gesellschaften in der Vergangenheit und dass dies unter unsagbarer Mühe erreicht wurde und nicht aufs Spiel gesetzt werden sollte.
    Daher auch bei mir der ständige Widerstand, gegen all jene die all zu lax werden im Umgang mit den Irrtümern, die uns auflauern.

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  • Marcin Lupa

    Liebe Frau Mielke,

    dies ist ein sehr schöner und gelungener Text, der den Freiheitsbegriff gut reflektiert.

    "Es ist schon etwas Seltsames mit der Freiheit. Sie macht sich erst in Krisen bemerkbar." - in einer Krise lebe ich seit dem ich denken kann; abwechselnd in einer gesundheitlichen, politischen, später ökonomisch-existenziellen.
    Gibt es ein Leben außerhalb der Krisensituation überhaupt? Ist nicht zu leben, Konfliktbeweltigung?

    Freiheit macht Opfer erforderlich. Will man eine offene Gesellschaft mit freien Bürgern fördern, muss man Tyrannen opfern, mitsamt der Tyrannei. Was unsere Demokratie vortrefflich macht.
    Die Freiheit der Vielen, kann die Freiheit der Wenigen beschränken. Die Tyrannei wäre demnach die Freiheit der Wenigen, derer die Freiheit der Vielen geopfert würde.

    Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts beschneidet all denen die Freiheit, die sie darin sahen den Planeten in ihrer maßlosen Gier beliebig verwüsten zu können und den künftigen Generationen die Freiheit nahmen überlebensfähig zu sein.

    Gerade eben - da ich diesen Kommentar schreibe - habe ich meinem Nachbarn die Freiheit beim Freecebeespielen beschnitten. Die Bässe aus seiner Soundmachine waren zu heftig.

    "Die Freiheit ist nicht immer staatstragend. Sie zeigt sich vielmehr revolutionär, widerständig oder gar anarchisch, doch ohne Freiheit funktioniert die Demokratie nicht." - ich lebe immer schon das Leben des Widerstands. Freiheit heißt für mich frei werden von etwas. Im Sinne von sich befreien. Das Leben nimmt ständig nur gefangen, selbst eine schöne Aussicht tut dies.

    Schöne Grüße
    Marcin Lupa

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  • Wichert Kohler

    Habe mich sehr über Ihren Beitrag gefreut, er hätte von mir selbst kommen können - zumindest verspühre ich beim Lesen Ihrer Zeilen
    eine große Nähe und Geistesverwandschaft ! Könnte es sein, daß wir die wesentliche Aussage in unseren Beiträgen zum Thema Freiheit aus der selben Quelle beziehen ( der Heilige Geist )? Mir ist bei meinem Artikel auch Bonhoeffer als ein tolles Beispiel für Freiheit aus dem Geist und im Geist eingefallen. Und ich habe auch an Paulus im NT und an Luther " Freiheit eines Christenmenschen " gedacht, toll daß Sie dem Mut zur Offenheit diesbezüglich hatten. Liebe Grüße von Wichert Kohler

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