Fabrice Le Hénanff: „Wannsee“ Aus dem Französischen von Thomas Laugstien

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Liebe Community, eine Empfehlung meinerseits für ein sogenanntes "Graphic Novel". 

Fabrice Le Hénanff: „Wannsee“

Aus dem Französischen von Thomas Laugstien
Knesebeck Verlag, 2019

Im Deutschlandfunk gab es hier eine Rezension:

https://www.deutschlandfunkkultur.de/die-wannseekonferenz-als-comic-sch…

Kommentare (1)

Marcin Lupa

Erst gestern sprachen meine Frau und ich, über Hannah Arendts "Banalität des Bösen" in Zusammenhang mit Vorkommnissen, die meine Familie betreffen und die ich an dieser Stelle nicht näher erläutern möchte.

"Wannsee" scheint den Tätern auf die Finger zu schauen. Es ist gerade gut, dass das grausame Geschehen bei der Planung aus ihrer Perspektive betrachtet wird. Dadurch wird klar, was Menschen anrichten vermögen, wenn sie es bloß KÖNNEN. Alleine die Möglichkeit verheerend zu wirken liefert für einige Gesellen den Grund so zu handeln, scheint mir.

Oft werde ich gefragt, warum in der Geschichte der Menschheit so vieles dunkle, grauenvolle, entsetzliche geschah und nach wie vor geschieht. Ich versuche darauf eine Antwort zu finden, komme aber immer wieder zu dem Ergebnis, dass all dies geschieht, weil die verrichtenden Organe das Potential dazu besitzen, das reicht ihnen als Vorwand aus. Dagegen gibt es nur ein Mittel: permanenten Widerstand.

Vor zwei Jahren habe ich eine Reha in einer Klinik am Chiemsee gemacht. Diese Klinik befand sich in einem ehemaligen Rasthaus, das Hitler 1941 bauen ließ, um Reisende von Berlin in Richtung Wien unterzubringen. Wie in "Wannsee" kamen im Kaminzimmer dieser Klinik früher Nazigrößen, u.a. Hitler selbst zusammen, um Beschlüsse zum Thema "Endsieg" zu fassen. Knapp 80 Jahre später machte ich im Kaminzimmer Yoga zu den Rhythmen einer esoterischen Musik.

That's how life goes ...

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