Eine Ode an die Freiheit

Lili Albrecht • 20 Juni 2021
Diskussion in der Gruppe Geschichte
6 Kommentare
8 gefällt

Die Freiheit ist das wertvollste Gut auf Erden.

Seit Jahrtausenden wird Menschen die Freiheit entzogen, Jahrtausende kämpften die Menschen gegen diese Unterdrückung und wiederum seit Jahrtausenden wurden Systeme erdacht, um den Menschen erneut die gewonnene Freiheit zu nehmen.

Wir leben aktuell in einem Land, in dem Freiheit noch vor 100 Jahren im Aufschwung war. Die Weimarer Republik warf das monarchistische System ab, versuchte friedlich und freiheitlich einen Weg durch das 20. Jahrhundert zu finden und wurde brutal abgelöst von Radikalität und Brutalität. Das Ergebnis kennen wir entweder aus dem Schulunterricht oder Studium oder, unsagbar schlimmer, noch einige Lebende vom eigenen Leib und aus der eigenen Familie. Das Schlimmste jedoch erfuhren jene, deren Freiheit, Würde und auch Leben genommen wurde durch ein bis dato nicht für möglich gehaltenes Regime.

Die "Befreiung" davon 1945 war aber nicht gleich einer Abkehr von Unterdrückung, sondern in vielen Ländern Europas ging diese Unterdrückung in anderer Form (und um mich nicht falsch zu verstehen: nicht zu vergleichen mit derer des Nationalsozialismus!) weiter.

DDR, Polen, Ungarn... Die Freiheit dort gab es von Jahr zu Jahr weniger und so wuchs die Sehnsucht nach selbiger. Mauern, Stacheldraht und Panzer waren das Mittel gegen dieses so wunderschönen Traum... Diese Zeit wiederum kennen mehr Zeitzeugen.

So sitze ich nun, heute, im Jahre 2021, als Nachgeborene jener Zeiten und wünsche mir für alle Menschen, dass nie wieder Unterdrückung der Freiheit eintreten wird, dass wir alle so denken, so fühlen, so lieben, so leben können, wie wir es wollen, in Freiheit für alle Zeiten.

Kommentare (6)

Marcin Lupa

Eine sehr aktuelle Mahnung, die Sie da schreiben.

"Das Ergebnis kennen wir entweder aus dem Schulunterricht oder Studium oder, unsagbar schlimmer, noch einige Lebende vom eigenen Leib und aus der eigenen Familie." - davon berichteten mir die Mitglieder meiner Familie immer wieder aufs Neue. Während der Bruder meiner Großmutter mütterlicherseits für die Wehrmacht an der Ostfront kämpfte und fiel, wehrte sich der Großvater väterlicherseits gegen diese Armee. Die Spaltung ist tief und sitzt in mir drin.

Wie Goethe es sagte. "zwei Seelen hausen in mir ...".

  • Anmelden oder Registrieren, um Kommentare verfassen zu können
  • Lili Albrecht

    Sehr geehrter Herr Lupa, vielen Dank für Ihren Kommentar und ich glaube, dass diese beiden Seiten viele Familien und Freundschaften spaltete.

  • Anmelden oder Registrieren, um Kommentare verfassen zu können
  • Rüdiger Eduard Böhle

    Sehr geehrte Frau Albrecht
    Ihre Zusammenfassung der Geschichte im Anblicke dessen, was wir gemeinhin „Freiheit“ nennen, sei zugestanden. Den ‚ist-Zustand‘ zu konstatieren, den aktuellen und persönlich behagenden Status zu präferieren bis hin zum Wunsche, daß ein solcher Zustand global gelebt werden könne, sei ebenso sehr zugestanden. Hierbei bleibt die Kontingenz Ihrer Gegenwart wie die Konditionen der entgegengesetzten Ereignisse der Gewalt und des Terrors außer Acht.
    Wenn „Freiheit … das wertvollste Gut auf Erden (ist)“, dann wäre zu begründen, weshalb, wie Sie sagen, seit Jahrtausenden und bis heute immer wieder doch die Diktatur und die Menschenverachtung präferiert wird – nicht nur von den Diktatoren!
    Als ich zum ersten Male Bilder des Reichsparteitages der Nazis sah und die pathetische Phraseologie Hitlers samt Mimik und Gestik vernahm, konnte ich mich eines spöttischen Kommentares über so viel Lächerlichkeit nicht enthalten. Ich stellte mir einerseits die Frage, was dieser Gröfaz (Größter Feldherr aller Zeiten) wohl machte, wenn bei seiner Rede, die von Nichts und Blödigkeit nur so strotzte, die aufmarschierten Staffagen in schallendes Gelächter ausgebrochen wären; und andererseits die Frage: wie müssen diese aufgereihten Menschen im Bewußtsein verfaßt sein, so etwas allen Ernstes nicht nur auszuhalten, sondern, tief beeindruckt, zu bejubeln? – Wie heute einem Börn Höcke, Attila Hildmann, Trump, Erdogan, Salvini …QAnon, Querdenker …! (von Glaubens-Fundamentalisten mal ganz zu schweigen!)
    Nicht die Diktatoren und Demagogen sind das Problem, sondern die Menschen, die sich ihnen subsumieren – bis hin zur Verehrung und nichts weniger Achten als Freiheit und Verantwortung!
    Rüdiger E. Böhle

  • Anmelden oder Registrieren, um Kommentare verfassen zu können
  • Lili Albrecht

    Sehr geehrter Herr Böhle, haben Sie vielen Dank für Ihren Kommentar. Ich würde behaupten, dass gerade die Verzweifelten, Ängstlichen, Mutlosen Jenen folgen und den mitunter sachlich größten Blödsinn glauben, gäbe man Ihnen nur die persönliche Freiheit und Stärke, die sich selbst nicht zu besitzen glauben (oder auch tatsächlich in Unfreiheit leben). Bildung und Wissen ist meiner Ansicht nach der beste Weg um die Eigenständigkeit zu erlangen. So kann man auch den Demagogen der Welt begegnen. Und doch gebe ich Ihnen Recht, dass oft die Verantwortung zur Freiheit gerne abgeben wird an jene, die sie versprechen. Das Problem besteht zudem, dass man nur ungern über den eigenenen Tellerrand schaut, frei nach dem Motto: was interessiert mich die Freiheit des übernächsten, solange ich meine eigene (vermeintlich?!) erlange.

  • Anmelden oder Registrieren, um Kommentare verfassen zu können
  • Rüdiger Eduard Böhle

    Sehr geehrte Frau Albrecht!
    Bei allen Erwägungen von Umständen, die gemäß Peachum eh nicht so sind, wie sie sein sollen, bleibt jeder Einzelne doch in der Verantwortung.
    Zur Sache gibt es einen 'schönen' Satz bei Kant: Bildung oder "Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Anleitung eines Anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines Andern zu bedienen!"
    mit freundlichen Grüßen
    Rüdiger E. Böhle

  • Anmelden oder Registrieren, um Kommentare verfassen zu können