EGO

Túlio Augusto Lobo • 8 September 2021
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                                                                                                             Das "Ich" über dem "Wir".

        Vor kurzem entdeckten einige Wissenschaftler die Existenz paralleler Realitäten, und nach mehreren Tests gelang es ihnen schließlich, mit einer von ihnen Kontakt aufzunehmen. Nach und nach kamen Informationen über diese Realität durch interdimensionale Wellen, die von einem zu diesem Zweck erfundenen Gerät aufgefangen wurden. Offensichtlich hat diese Welt einige Eigenheiten, an die wir nicht gewöhnt sind. Dort ist das "Ich" größer als das "Wir", was bedeutet, dass fast niemand seine sozialen Pflichten erfüllt, da der Hauptzweck des in dieser alternativen Realität erworbenen Wissens darin besteht, das Ego zu füttern. Ihre Kleidung ist auch nicht wie unsere.

        Die Männer und Frauen tragen viktorianische Kleidung und sagen fast nie etwas, denn wenn sie etwas sagen, verstehen nur sie es. In der Regel tauschen sie einen überlegenen Blick aus, weil sie sich sicher sind, dass sie ihre Stimme nicht mehr einsetzen müssen.

        Zum Glück ist das bei uns nicht der Fall. In unserer Realität haben wir das Äquivalent dazu, die "Intellektuellen". Aber dank unseres Glücks sind sie hier bescheiden, und alles, was sie produzieren, ist in einer Sprache geschrieben, die nicht auf eine ausgewählte Gruppe beschränkt ist. Die gesamte Gemeinschaft hat Zugang zu dem, was geschrieben wird, auch diejenigen, die nicht zu den Produktions- und Forschungsräumen gehören oder diese besuchen.

        Dies ist in dieser anderen Dimension nicht der Fall. Es ist kein Zufall, dass ihre Welt Ego und nicht Erde heißt. Sie sind arrogant. Sie alle halten Papiere mit ihren Titeln in der Hand, die ihren sozialen Status symbolisieren. Wann immer es möglich ist, vergleichen sie sich mit Ungeheuern, die diejenigen verschlingen werden, die eine Universität betreten, denn es scheint eine Art obligatorische Initiation für Neulinge zu sein: genau so zu werden wie sie, wenn sie ihr Studium beendet haben. Diese Information, die an die Bevölkerung des Planeten Erde übermittelt wurde, schockierte alle:

Wie das? Ist die Produktion von Wissen nicht für die gesamte Gemeinschaft? In einer Weise geschrieben, die nur wenige verstehen?

Wenn sie so geschrieben sind, dass sie für wenige verständlich sind, wie können dann normale Menschen davon profitieren? Das macht keinen Sinn.

        Die Menschen auf der Erde begannen, sehr dankbar dafür zu sein, dass ihre Intellektuellen nicht wie die Kreaturen in viktorianischen Kleidern und mit aufgeblasenen Egos aus dieser anderen Dimension waren. Sehr bald wurde ein Plebiszit abgehalten, in dem gefordert wurde, die Kommunikation mit dieser Realität abzubrechen, da jeder hier befürchtete, dass diese Realität einen negativen Einfluss auf die unsere ausüben würde und das Gemeinwohl auf der Strecke bliebe.

        Die Wissenschaftler auf der Erde, die ebenfalls über diesen Einfluss beunruhigt waren, zerstörten das Gerät vor dem Ergebnis der Volksabstimmung, denn diese Realität erschreckte auch sie. Alles, was von diesem verwunschenen Ort bleibt, ist Fiktion, dystopische Bücher und Horrorfilme, die auf dem basieren, was wir gesehen haben. Sogar einige Legenden mit egozentrischen Menschen in viktorianischer Kleidung, die sich im Kleiderschrank verstecken, um die Kinder zu erschrecken, wurden erzählt.

 ⸻ Zum Glück ist das nicht unsere Realität! ⸻ Dachte der Autor eines dieser Bücher.

Kommentare (11)

Túlio Augusto Lobo

In einer Ära der Fake News wird die Verbreitung von Wissen und die Erleichterung des Zugangs der gesamten Gemeinschaft zu wissenschaftlichen Erkenntnissen immer wichtiger und entscheidender, damit wir Lügen bekämpfen können, die dazu neigen, Demokratien und das Gemeinwohl in der Welt zu zerstören.
Túlio Augusto Lobo

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  • Marcin Lupa

    Was für eine schöne Allegorie, Herr Lobo. Stellvertretend für alle Menschen die kein wahrhaft starkes, über den Schmerz und das Leiden erhabenes Ego haben und es daher überall verteidigen müssen. Weil es ihnen zu entgleiten droht, weil sie es zu verlieren glauben.

    Dabei wäre es ein so Leichtes, man selbst zu sein und nicht den anderen das Leben schwer zu machen, weil sie in ihren Augen etwas besitzen, dass ihnen Kummer bereitet. Die Freiheit, die Unbekümmertheit, die Eleganz.

    Wer sich einem Narzissten gleich nur um die eigene Achse dreht und egal wo er hinkommt, seinen eigenen Nabel für den der Welt hält, betreibt eine ewige Nabelschau. Und verliert die Anbindung an das alltägliche Wunder, das sich vor unserer Haustür vollzieht. Das Spiel der Seelen, die Kooperationen, das Leben in Gemeinsachft(en).

    Die Leute von Ego, dem Paralleluniversum tun mir leid. Sie sind die armseligen Kreaturen, völlig einerlei wie viel Macht oder Geld sie besitzen. Reichtum ist etwas anderes, er ist vielmehr ein großer Erfahrungsschatz, vielerlei Emotionen und Liebe. Unabdingbare Liebe für seine Nächsten, bis hin zur Feindesliebe und den großen Taten, von denen Jesus sprach und die er nie leben durfte.
    Die Menschen von Ego verwechseln Wissensweitergabe mit Lüge und Betrug und sie leben nicht das Leben von freien Menschen, sondern von Untertanen. Sie sind Untertanen ihrer eigenen Schwächen und ihrer Winzigkeit.
    Wer winzig ist, muss sein Ego ständig aufblasen, polieren, zur Schau stellen, damit auch er endlich erkannt wird. Denn danach schreit und verlangt sein Selbst, nach Aufmerksamkeit und Beachtung.

    Ich schalte den Empfänger selber aus und weine den Leuten von Ego eine Träne nach. Mögen sie endlich zur Vernunft kommen und einsehen, dass es keine Größten der Größten, keine Besten der Besten und keine ewigen Gewinner gibt. Stattdessen nur Tänzer des Augenblicks, verloren in einem Rhythmus aus Musik und Gesang, der Puls des Lebens, der eigene Herzschlag, gibt den Takt.

    Vielen Dank Ihnen für Ihre schönen Worte.

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  • Túlio Augusto Lobo

    Lieber Marcin Lupa, deine Kommentare sind immer poetisch/philosophisch/phantastisch, du hast eine tiefe Seele und das drückst du in deinem Schreiben aus. Was diese Geschichte betrifft, so sehe ich viele Untersuchungen über die Krankheit von Menschen in Spezialisierungen und Postgraduierungen, die durch unangemessene Beziehungen zu denjenigen verursacht werden, die sie auf ihrem Lernweg begleiten sollten. Ich denke auch, dass Wissen, das der Gemeinschaft nicht zugänglich ist, seine Rolle für das Gemeinwohl nicht erfüllen kann.
    Ich nehme als Beispiel mein Land, das in unangenehmen Situationen weltweit führend ist; hier wurde Wissen lange Zeit als Privileg für einige wenige und nicht als etwas, das produziert wird, um verbreitet zu werden, genutzt. Das Ergebnis ist, dass wir heute eine Bevölkerung in bester mittelalterlicher Manier haben und am Rande einer neuen Diktatur stehen, wenn sich nichts ändert.
    Der beste Weg, diese "neue Mode" falscher Informationen zu bekämpfen, besteht darin, wissenschaftlich korrekte Informationen an alle zu vermitteln und zu verbreiten.

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  • Marcin Lupa

    Was in Ihrem Land geschieht besorgt mich zu tiefst. Im Jahre 1998 lebte ich einige Wochen mit einem Stamm Eingeborener in der Selva Amazonica an der Grenze von Peru zu Brasilien. Daher ist mir die Situation, die Sie schildern nicht fremd und für mich sind Jair Bolsonaro und seine Schergen mindestens ein historisches Missverständnis.

    Aber auch hierzulande wird Wissen zwar der Allgemeinheit angeboten, jedoch ist es für große Bevölkerungsgruppen schwierig sich Zugang zu verschaffen.
    Die meisten Menschen in Deutschland müssen sehr viel Zeit dafür verwenden ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, so dass sie kaum Zeit übrig haben für Wissenserwerb. Ihre Freizeit nutzen sie meistens für Erholung, weil sie vielleicht auch das Erholsame am Wissenserwerb für sich nicht entdeckt haben.
    Für andere wiederum ist Wissen geistige Nahrung und sie können nicht ohne dieses, wie sie auch nicht ohne Wasser oder Brot zu existieren vermögen. Und so bilden sich dann auch ungezwungen Eliten. Welche keine finanziellen Eliten sind. Denn auch unter den Wohlhabenden sind viele Einfältige und unter den Armen viele Intellektuelle.
    Das wird auf der ganzen Welt so sein.

    Es geht aber nicht nur um Wissenstransfer sondern auch um Freiheit, die er bewirken soll. Freiheit des Geistes und auch Freiheit der Person.

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  • Túlio Augusto Lobo

    Bildung muss befreiend sein. Es gibt einen Satz von Paulo Freire, einem der größten Gelehrten und Philosophen der Pädagogik, der mir sehr gefällt: "Wenn die Erziehung nicht befreiend ist, ist der Traum der Unterdrückten, Unterdrücker zu sein".

    Ich frage mich, ob unsere Bildung angesichts der vielen Unterdrücker, die in der Welt immer noch auftauchen, bereits befreiend wirkt, oder ob sie sich noch in diesem Prozess befindet. Ich glaube, dass wir noch einen weiten Weg vor uns haben, bis die Bildung in allen Bereichen der Lernprozesse befreiend ist.

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  • Marcin Lupa

    [~3934], den Traum vom unterdrücken der Unterdrücker, bevor sie mich in die Knie zwingen, träume ich bisweilen immer noch. Allerdings beließe ich es dabei, ihnen die Leviten zu lesen und anderen, die mich nie unterdrückt haben, ihre Freiheit zu lassen.

    So etwas nenne ich Zivilcourage und aktiven Widerstand gegen all jene, die meinen ein Menschenleben sei nichts wert und einzig eine Kapitalanlage im Produktionsprozess, dass ihrem Streben nach Gewinnmaximierung gehorchen muss. Opportunisten verdienen meinen Gram.

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  • Norbert KNOLL

    Túlio,
    ich vermute dein Text ist drauf gerichtet, Kritik an den Wissenschaften und am Wissenschaftsbetrieb auf ironische Weise zu üben.
    Der letzte Satz "Zum Glück ist das nicht unsere Realität!" ist für mich nur als ironische Pointe zu lesen.

    Wer sich heutzutage auf den Universitäten umschaut, wird bald feststellen, dass akademische Würdenträger (aller denkbaren biologischen Geschlechter) sich menschlich, allzumenschlich verhalten, wenn sie ihrem Forschungsdrang folgen. Ja und dass sie eingezwängt sind in ein enges Korsett, das ihnen die Luft zum forschenden Atmen nimmt.

    Wie in einem Hamsterrad eingezwängt produzieren sie akademische Fingerübungen und publizieren, was das Zeug hält in wissenschaftlichen Journalen - sehr selten aber in einer für eine breitere Öffentlichkeit geeigneten Form. Das Publizierte ist für nicht Eingeweihte nicht mehr lesbar, und zwar nicht unbedingt weil es Grundlagenwissen wäre (das nur für wissenschaftliche Leserschaft Relevanz hat) sondern weil man im Jargon geübt sein muss, um einen tieferen Sinn herauszulesen; ich spreche nicht von einer Fachsprache, sondern von den Verschleierungen, die der Immunisierung eines Textes gegen Kritik dienen. Die Entfremdung der Wissenschaften von den Alltagswelten hat verschiedene Ursachen.

    Ein zweiter Aspekt des Elends wissenschaftlichen Publizierens liegt daran, dass die Texte selbst in der verschworenen Gemeinschaft der Eingeweihten nur noch geringe Leserschaft finden; das wurde empirisch eingehend an renommierten Zeitschriften untersucht. Übrig bleiben wissenschaftliche Novizen, die in Seminaren auf Texte losgelassen werden und begierig darauf sind, selbst seltsam anmutende Texte zu lesen, wenn sie aufgefordert werden, ihre eigenen akademischen Fingerübungen zu produzieren.

    Der Publikationszwang (zur Erhöhung eigener Ehre und Karrierechancen), der von Soziologen empirisch nachgewiesene "Matthäuseffekt" beim Publizieren und Zitieren/Zitiertwerden, die meist mangelnde Relevanz wissenschaftlicher Forschungsergebnisse für die Lebenswelten ... - ja Gott sei gedankt gilt das nur für andere Planeten!

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  • Marcin Lupa

    Wieder so eine brillante Erklärung von Ihnen, Herr Knoll. Dafür danke ich Ihnen, weil sie sich auch mit dem trifft, was mich mein Vater über den wissenschaftlichen Betrieb gelehrt hat. Er selber war Philologe und Jurist, jedenfalls den Fakultäten nach und bediente sich vielerlei Sprachen innerhalb der polnischen Sprache. Also auch der Fachtermini genannter Berufsgruppen. Schließlich aber wechselte er zu den Touristikern als er voll ins Berufsleben einstieg, bediente sich ihres Jargons und lernte sogar ganz passabel Deutsch.
    Als 16 jähriger Gymnasiast musste er erst das Polnische lernen, da er aus Schlesien nach Warschau kam, dem Oberland in Deutschland vergleichbar. Da hatte man einen ganz anderen Zungenschlag und viele bedeutungsvolle Wörter, die das vom Lateinischen angehauchte hochslawische Polnisch (das in Warschau gesprochen wird und sich gut und gerne mit dem Russischen messen kann) nicht kannte, geringschätze, nicht verstand.

    Sie haben völlig Recht, wenn sie sagen, dass man irgendwann aus seinem Maulwurfsbau hervorkriechen muss, um auch an die Oberfläche zu gelangen, denn nur durch Interaktion mit den anderen ist ein Wissenstransfer, schlimmer noch ein Erwerb von Zahlungsmitteln möglich. Vielleicht ist das aber auch die große Chance, menschlich im positiven Sinne zu werden, nicht wie Nietzsche es in seinem von Ihnen heraufbeschworenen Werk meinte.

    Ich als Autist tue mir da doppelt und dreifach schwer. Aber auch schon im Erlernen der jeweiligen Fachtermini, für die ich vor mir selber immer eine Übersetzungsarbeit leiste. Zugegeben als Schulbegleiter eines autistischen Jungen und selbst Betroffener, ist mein Metier das Gebiet der Psychologie und Psychiatrie. Beruflich jedenfalls. Privat interessiere ich mich für so manches, u.a. für Ihre Texte. Das nun ironisch, aber wie sie selber wissen, liegt in jedem kleinen Spässchen gehörig viel Ernsthaftigkeit. Nein, wirklich, ich schätze Sie sehr und danke Ihnen, dass sie sich die Zeit nehmen, mit uns hier zu schreiben.

    Die Kommunikationswissenschaften sind profund und ich selber bin sehr selbstgenügsam, verkrieche mich in meinen Maulwurfsbau, viel öfters als es zuträglich wäre und übe mich in Meditation, Kontemplation, autistischen Dialogen mit Menschen die ich kenne und denen ich eine Rolle in meiner Vorstellungskraft gebe. Vielleicht machen das andere ebenfalls. Nur um an die Zahlungsmittel für mehr wunderschöne eigene, autonome Projekte zu gelangen und um meinen selbstverliebten, auf hoffentlich nicht malinge Art narzisstischen Geist zu füttern und um ihm zu genügen brauche ich auch den Input von aussen. Eben aus den verschiedeneren Disziplinen. Die Vielfalt ist alleine schon im Deutschen gewaltig. Divers wie das Leben selbst, das allerdings von einer Einheit kommt und nach dem Abbrennen unseres Zentralgestirns wieder zur Einheit strebt.
    Was aber mit all den anderen Sprachen, die man im Zuge seiner soliden, manchmal fragilen Existenz gelernt hat und aus Ermangelung an Zeit wieder vernachlässigt hat? Es bleibt die Reduktion auf das Wesentliche. Und das picke ich mir auch aus dem Wissenschaftsbetrieb heraus, für mich selber, aber auch um es gegenüber meinen Nächsten, wozu Klassenkinder und Berufskollegen gehören, zu kommunizieren, gefiltert durch das Prisma meiner sehr speziellen und individuellen Wahrnehmung.

    Unterm Strich kommt dabei ein erfrischender Dialog heraus und ein Monatsverdienst, der mehr schlecht als recht, mein Überleben sichert. Weswegen ich hier auf der wbg zur Tat schreite, um nach Möglichkeit kostenlos, an die mir liebste Wahre, abgesehen von den Dialogen mit sehr intelligenten Mitgliedern der Community, zu kommen - den heiligen Schätzen meiner Existenz, den Büchern, die Wissen speichern, aber auch weitergeben, sofern man es vermag, sie zu entziffern.

    Dass wir alle in Kodierungen sprechen, um uns die Kommunikation untereinander zu erleichtern, oder wie sie geschrieben haben, um sich vor durchaus auch unberechtigter Kritik zu schützen, sich zu isolieren und frei von Eklaten zu werden, aber auch zu fokussieren und zu präzisieren, schließlich betreibt man Forschung, ist keine schlechte Notwendigkeit. Solange es noch die Kanäle des Wissenstransfers gibt, die uns Laien und Unwissende die Übersetzungsarbeit leisten. Ich zum Beispiel bediene mich gerne des Mediums Zeitschrift und greife da vor allem zur Spektrumreihe (Spektrum Gehirn & Geist, Spektrum Geschichte, etc..). Die wbg brachte mich auf "Antike Welt", das lese ich auch noch gern. Sofern bei all den Hürden namens Haushalt, Betreuung, Arbeit, Pflege, Familienfreizeit, etwas an Zeit dafür übrig bleibt.

    Und schon geht es zum nächsten Termin, die Stieftochter wird vom Jugendamt verlangt, das ihr die Schulbegleitung für das nächste Jahr auf dem Schimpansium (äh, Gymnasium) ausgesucht hat.
    Alles halb so schlimm, wäre da nicht das Böse, das ständig auf der Lauer liegt.

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  • Túlio Augusto Lobo

    Lieber Norbert, Sie haben Recht, ich kenne die Spannung, unter der jemand leidet, der mit der Universität verbunden ist, und ich denke, dass es in fast allen Verbänden ein ähnliches System gibt, in dem der Einzelne gezwungen ist, in einem frenetischen Tempo zu produzieren. Und dieser "Produktionsmodus" des Wissens verhindert andere Arten des Handelns, und ich denke, er ist auch verantwortlich für die Einbindung des Akademikers in ein übergreifendes System, das ihn sozusagen einrahmt.
    Die Allegorie wurde mit Ironie geschrieben, was eigentlich meine Art ist, Fiktion zu schreiben, mit Ironie und Sarkasmus, weil es für mich unmöglich ist, einige der Haltungen in diesen Räumen zu verstehen, vor allem jene, die mit einer Übertreibung des Egos verbunden sind, aber nicht mit dem Ziel, das, was produziert wird, oder die Haltungen zu verallgemeinern, denn die Welt besteht aus Vielfalt und nicht jeder handelt auf die gleiche Weise, und heute gibt es eine viel größere Anstrengung, dieses Wissen zu verbreiten. Wie in früheren Jahrhunderten zeigt die Geschichte, dass wir alle wissen, dass so viel begrenztes Wissen, das manchmal als Privileg behandelt wird, die große Bevölkerung anfällig für irreführende Ideen in den Händen mittelmäßiger Menschen macht. Das unterscheidet sich nicht von dem, was heute noch geschieht (Trump, Bolsonaro, Palästina, Afghanistan). Als ich diese und andere Allegorien schrieb, dachte ich über folgende Themen nach: Krankheit, Fake News, reaktionäre Ideen.... Dinge, die mit einer bewussteren Bevölkerung vielleicht vermieden werden könnten, vor allem in Bezug auf die Geisteswissenschaften. Und da es in diesem Monat um die Idee des Wissens geht und wie wir den Vorschlag diskutieren können, habe ich diese andere Seite mitgebracht.
    Vielen Dank für Ihren Beitrag, ich bin sehr glücklich, eine große Umarmung!

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  • Norbert KNOLL

    [~2055], danke für die Blumen. Ich habe mich im Studium mit Wissenschafts- und Technologiepolitik auseinandergesetzt und da war es mir ein Leichtes einen Kommentar zu schreiben.
    Wenn ich Ihre Texte lese, dann kann ich mir schwer vorstellen, dass sie von einem Autisten stammen, der das Deutsche als Zweitsprache erlernt hat und nicht als Muttersprache. Gefällt mir!
    Wenn Sie einmal in meine nicht zur Veröffentlichung bestimmten literarischen Versuche hineinlesen wollen, schicken Sie mir einfach eine e-Mail.

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  • Marcin Lupa

    Sehr gerne. Meine E-Mail-Adresse geht an Sie per PN. Vielen Dank, dass Sie mir Ihre Texte anvertrauen wollen.

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