Daunen mit ritueller Bedeutung

Holger Kieburg • 30 März 2021
News in der Gruppe Archäologie

Das Gräberfeld in Valsgärde außerhalb von Uppsala in Mittelschweden enthält über 90 Gräber aus der Eisenzeit.
„Der Einfachheit halber könnte man sagen, dass Valsgärde Skandinaviens Antwort auf Sutton Hoo in England ist, wie es im Film The Dig auf Netflix dargestellt wird“, sagt Birgitta Berglund, emeritierte Professorin für Archäologie am NTNU Universitätsmuseum.

Valsgärde ist vor allem für seine spektakulären Bootsgräber aus den 600er und 700er Jahren bekannt. Dieser Zeitrahmen liegt in der Mitte dessen, was Norwegen die Merowingerzeit nennt, die Ära kurz vor der Wikingerzeit.
Zwei dieser spektakulären Bootsgräber stehen im Mittelpunkt dieser Geschichte – oder genauer gesagt, die Bettung aus Daunen, die in den Gräbern gefunden wurde. Als Forscher der NTNU untersuchten, welche Vögel ihre Federn zur Einstreu beisteuerten, machten sie eine überraschende Entdeckung, die neue Einblicke in die eisenzeitliche Gesellschaft gewährt.

Rudern in die Unterwelt

Die Boote, in denen die beiden Toten lagen, waren etwa 10 m lang und boten Platz für vier bis fünf Ruderpaare. Beide waren für hochrangige Krieger ausgestattet, mit reich verzierten Helmen, Schilden und Waffen. Auch Proviant und Werkzeuge zum Jagen und Kochen waren für ihre letzte Reise dabei. In einem Grab lag ein Uhu (Bubo bubo), dem der Kopf abgeschlagen worden war. Pferde und andere Tiere waren in der Nähe der Boote angeordnet. mehr...

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