Buchenwald

Frank Zarrentin • 6 Dezember 2021
Diskussion in der Gruppe Foto-Beiträge
3 Kommentare
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Als ich im Jahr 2020 die Gedenkstätte KZ Buchenwald betrat, war ich trotz des Wissens um die ungeheuren Schrecken, welche dort herrschten, mit einem Male wortlos. Es ist unfassbar eindrücklich dort zu stehen, wo Zehntausende ihr Leben verloren. Schreckensherrschaft gegenüber der Menschheit, das Fehlen jeglicher Vernunft, des Guten selbst. Es fehlen mir die Worte und ich wünsche mir nur: nie wieder!!!

Buchenwald

Anbei die Informationen seitens der Gedenkstätte selbst: Konzentrationslager Buchenwald 1937–1945

Im Juli 1937 lässt die SS auf dem Ettersberg bei Weimar den Wald roden und
errichtet ein neues KZ. Mit dem Lager sollen politische Gegner bekämpft, Juden, Sinti und Roma verfolgt sowie "Gemeinschaftsfremde", unter ihnen Homosexuelle, Wohnungslose, Zeugen Jehovas und Vorbestrafte, dauerhaft aus dem deutschen "Volkskörper" ausgeschlossen werden. Schon bald wird Buchenwald zum Synonym für das System der nationalsozialistischen Konzentrationslager.

Nach Kriegsbeginn werden Menschen aus ganz Europa nach Buchenwald verschleppt. Im KZ auf dem Ettersberg und seinen 139 Außenlagern sind insgesamt fast 280.000 Menschen inhaftiert. Die SS zwingt sie zur Arbeit für die deutsche Rüstungsindustrie.

Am Ende des Krieges ist Buchenwald das größte KZ im Deutschen Reich. Über 56.000 Menschen sterben an Folter, medizinischen Experimenten und Auszehrung. In einer eigens errichteten Tötungsanlage werden über 8000 sowjetische Kriegsgefangene erschossen. Widerstandskämpfer bilden im Lager eine Untergrundorganisation, um das Wüten der SS nach besten Kräften einzudämmen. Gleichwohl wird das "Kleine Lager" zur Hölle von Buchenwald. Noch kurz vor der Befreiung sterben Tausende der entkräfteten Häftlinge.

Als die Amerikaner im April 1945 Buchenwald und seine Außenlager erreicht haben, schreibt Dwight D. Eisenhower, der Oberbefehlshaber der Alliierten Streitkräfte: "Nichts hat mich je so erschüttert wie dieser Anblick."

Quelle: https://www.buchenwald.de/72/

Kommentare (3)

Marcin Lupa

Was für ein Beitrag, welch aussagekräftiges Foto. Nur wenige haben den Mut, die Wahrheit so ungetrübt auszusprechen. Vielen Dank, Herr Zarrentin für dieses Wachrütteln. Manchmal vergisst man, was auf dem Spiel steht und wohin zu viel Toleranz und Einfalt uns bringen können.

Als ich das erste Mal Ausschwitz betrat, hatte ich das Gefühl, die Hölle sei ein realer Ort und der Teufel auch einer der Gäste auf diesem Bankett.
Es ist erschreckend mit diesem Bewusstsein aufgewachsen zu sein. So erfährt man hingegen auch viel Dankbarkeit für das eigene Schicksal. Die eigenen Probleme werden klein. Demut kehrt ein.

Es ist wichtig das Grauen zu kennen, um das eigene bunte Leben besser schützen zu können.

Nochmals vielen Dank für Ihre Aufrichtigkeit.

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  • Lara Hitzmann

    Ein toller Text, Herr Zarretin!
    Wo lässt sich ein Hauch der Geschichte besser einfangen, als in einem KZ?

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  • Gabriele Jung

    Hallo Herr Zarrentin, wenn wir diese Orte des Schreckens heute besichtigen, kann man sich nur noch schwer vorstellen, welche Grausamkeiten die Menschen dort erlitten haben. Als ich vor einigen Jahren nach langer Zeit wieder das KZ Dachau besucht habe, schien die Sonne, hörte ich Vögel zwitschern und am Rand des Krematoriums blühten Margeriten. Ich musste immer wieder innehalten, um zu begreifen, wieviel Leid dieses Lager über die Menschen gebracht hat. Ihr Bild spiegelt mir genau dieses Gefühl. Bäume, blauer Himmel und dann diese dem Tod entgegen führenden Schienen. Man muss sich dieses Leid immer wieder vergegenwärtigen und bewußt machen und man darf nicht vergessen. Nicht wie es dazu kam, und nicht wie es das Leben der Menschen zerstörte. In diesem Sinne Danke für Ihr Bild historischer Orte.

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