Ausstellungskataloge im Verlag - Ein Interview von Alexandra Swart mit Regine Gamm

Alexandra Swart • 27 Mai 2021
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Ausstellungskataloge im Verlag 

Ein Interview von Alexandra Swart, Zeitschriften der wbg, mit Regine Gamm, Lektorat der wbg


Frau Swart: Liebe Frau Gamm, Sie sind seit fast 19 Jahren im Verlag der wbg und die verantwortliche Lektorin für die Akquise und die Projektabwicklung von Ausstellungskatalogen. Wie viele Kataloge sind in dieser Zeit entstanden?

Frau Gamm: „Mein“ erster Katalog war 2003 der Katalog zur Ausstellung über „Das Nibelungenlied und seine Welt“ im Badischen Landesmuseum Karlsruhe – seitdem habe ich 34 Kataloge betreut, in diesem Herbst erscheinen allein vier neue Kataloge bei der wbg.

Frau Swart: Wie viele Personen außer Ihnen sind an der Entstehung eines Katalogs beteiligt? Sowohl im Verlag selbst als auch extern. 

Frau Gamm: Das ist gar nicht so leicht zu beziffern – im Verlag ist unsere Herstellung beteiligt, die Druckangebote einholt und mit spitzer Feder kalkuliert, aber auch die Werbung, die das Cover entwickelt, der Vertrieb, der den Katalog an den Buchhandel und an unsere Mitglieder verkauft. Extern sind Außenlektoren, Grafiker und Korrektoren beteiligt. 

Frau Swart: Wie sieht der Beginn einer Katalogakquise aus? 

Frau Gamm: Viele Kataloge werden inzwischen auf öffentlichen Plattformen von Bund, Ländern oder Institutionen ausgeschrieben, aber auch über persönliche Kontakte zu den Museen und nicht zuletzt über die Kolleg:innen in den Zeitschriftenredaktionen von Antiker Welt und Archäologie in Deutschland erfahren wir von geplanten Ausstellungen und Katalogprojekten. Ob wir den Zuschlag für einen Katalog bekommen, hängt von vielen Faktoren ab. Oft entscheidet schlicht das finanziell beste Angebot. Aber auch in punkto Werbung, Presse und Vertrieb kann die wbg viel bieten: Katalog und Ausstellung bewerben wir sowohl in unserer Buchhandelsvorschau als auch im vierteljährlich erscheinenden Mitglieder-Magazin und in weiteren Prospekten, die den rund 85.000 Mitgliedern der wbg zugesandt werden. Ein Forum für Ausstellung und Katalog bieten wir auf unserer Community-Plattform z. B. mit dem Podcast der wbg „Was sagen Sie dazu“, mit Veranstaltungen zur Ausstellung virtuell und analog, mit redaktionellen Beiträgen, Anzeigen und online-Präsentation in den Zeitschriften Antike Welt und Archäologie in Deutschland sowie auf dem Portal museenonline.org: Es ist ein großes und buntes Paket, das wir da schnüren, um auf vielen Kanälen auf Ausstellung und Katalog aufmerksam zu machen – und das über die gesamte Laufzeit der Ausstellung.

Frau Swart: Wenn Sie ein Katalogprojekt erfolgreich akquiriert haben, welche wichtigen Meilensteine erwarten Sie in Ihrer weiteren Arbeit bis zur erfolgreichen Veröffentlichung des Katalogs? 

Frau Gamm: Terminabstimmung und Layoutentwicklung sind die ersten Meilensteine. Wenn die Texte vorliegen, ist das Lektorat der nächste Meilenstein (so die Produktion bei der wbg liegt), Text und Abbildungen kommen dann im Umbruch zusammen, der meist mehrere Korrekturen durchläuft. Bildbearbeitung und Proofen der Abbildungen sind ein Meilenstein. Der letzte Meilenstein ist der Druck. Alle Meilensteine in der Zeit zu bewältigen, das ist meist die größte Herausforderung.

Frau Swart: Ausstellungskataloge sind immer noch überwiegend nur in gedruckter Form/analog erhältlich. Gibt es hierfür besondere Gründe? Und gibt es Pläne bei der wbg Kataloge zukünftig parallel auch digital anzubieten?

Frau Gamm: Ausstellungskataloge sind in der Regel stark bebildert, und darin liegt ein starkes Argument für die Print-Ausgabe. Zum einen kommen Abbildungen in gedruckter Form – meist ja in großem Format – schlicht besser zur Geltung, zum anderen ist das auch eine Kostenfrage: Bildrechte für Print und E-Book einzukaufen, erhöht die Kosten erheblich.

Frau Swart: Wenn Sie die Möglichkeit hätten, einen Katalog nicht nur zu verlegen, sondern auch zu konzipieren, zu welchem Thema/ zu welcher Ausstellung würden Sie einen Katalog erstellen – Ihr Herzensprojekt quasi?

Frau Gamm: Da muss ich die Antwort schuldig bleiben. Das eine Wunschthema kann ich nicht benennen, zu vielfältig sind da meine Interessen. Und jeder Katalog, jede Ausstellung wird für mich zu einem Herzensprojekt.



 

Kommentare (1)

Marcin Lupa

Sehr interessantes Interview. Lieben Dank. Ich genieße die Lektüre von Katalogen sehr und profitiere hier von dem Layout, sowie der Größe und Qualität von Fotos/Bildern der Printausgaben.
Derzeit ist der Katalog über die Germanen auf meiner Favoritenliste.

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