Anmerkung aus dem 'Büttchen'

Rita Weißenberger • 12 Januar 2022
10 Kommentare
Gesamtanzahl der Likes 4 gefällt

Über Werte reden ist gut

und es geschieht auch viel.

Werte zu leben erfordert Mut,

darum sei unser Ziel,

meine Hochverehrtesten:

Hoch mit dem Allerwertesten!

 

Weil Corona bedingt zwar

die Betten in den Kliniken weitesgehend voll werden,

die Bütten am Rhein dagegen weitesgehend leer bleiben,

dies hier mein bescheidener Beitrag.

Kommentare (10)

Jürgen Germann

Das fasst in 6 Zeilen ermutigend: aufmunternd das zusammen, was das Motto: "Wissen teilen" (und Verständnis erweitern durch Dialog im Diskursthema) - - "weiter denken" (und Optionen klären) - handeln (selbst verantwortete Werte leben) im besten Sinn meint.

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  • Marcin Lupa

    Liebe Frau Weißenberger,

    schön, dass Sie darauf aufmerksam machen, dass zwar viel über Werte diskutiert wird, einiges aber noch von verschiedenen Seite, auch am Rhein, zu dem Thema niedergeschrieben werden kann, man jedoch zugleich etwas TUN sollte, bei all dem Gerede.

    Richtig, auf das Handeln kommt es an. Ich habe an meinem 23 Geburtstag mein Verhalten geändert und bin mir dahingehend treu geblieben. Den Menschen ehren, die Umwelt bewahren. So geht es für mich auch dieses Jahr weiter, bei allem, was ich TUE.

    Den Humor in Ihrem Gedicht habe ich natürlich bemerkt. Er ist sehr subtil, aber treffend. Vielen dank auch dafür.

    Mit freundlichen Grüßen
    Marcin Lupa

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  • Rita Weißenberger

    Lieber Herr Lupa,
    Danke für die lobenden Worte. Ich bin sehr beeindruckt von der Fülle der Beiträge und von der Art, wie hier um die 'Werte' gerungen und gestritten wird. Diese Lust an der Diskussion ist so wichtig für ein funktionierendes Gemeinwesen, und eine faire Streitkultur fast schon ein Wert an sich. Dieser Schreibwettbewerb hier setzt sich sehr wohltuend vom 'Gerede über Werte' ab.

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  • Marcin Lupa

    Das allerdings, liebe Frau [~531]. Viele der Autoren haben sehr gute Beiträge formuliert. Ich finde in ihnen sehr viel Anregung, muss aber auch ehrfürchtig meinen Hut ziehen. Unter uns sind wirklich viele intelligente Menschen, die den Sachverhalt verstehen und auch dazu etwas zu schreiben wissen. Auf gelungene Art, beeindruckend. Ich bin beeindruckt.

    Und ich bin mir sicher, dass viele der Beitragenden hier im Schreibwettbewerb aktiv, die Werte von denen sie sprechen, auch leben.

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  • Wolfgang Hammer

    .Hallo, Frau Weißenberger!

    Gedichte verdichten die disparate Wirklichkeit zum handlichen Wort: AllerWERTester. Damit verorten Sie die geografische Lage von Werten. Der Allerwerteste (heute Popo oder Po, vulgo Hintern, vulgissime: Arsch) befindet sich auf der Gegend zwischen den Oberschenkeln und dem Rücken des Menschen. Ist dies der richtige Ort für Werte?
    Allerwertester ist im 15. Jahrhundert die unterwürfig- schleimige Anrede von Personen höheren Standes.: Später dann verwandte man es als Anrede. reduziert auf „Werter Herr“, heute nur mehr ironisch für die Hinterbacken gebraucht. Wir sind die Hochverehrten (von wem?). Sind wir so hochverehrt, dass wir den Boden verloren haben? Ist die Anspannung der Muskulatur die Voraussetzung für die Praktizierung von Werten?
    Wie stellt sich das lyrische Ich dar? Aus ironischer Distanz weist es die offenkundig nur wenig wertebewussten Menschen an, sie mögen sich doch so zusammenreißen, wie es das lyrische Ich tut. Dann kann man endlich wieder in die Bütt gehen und nicht ins Büttchen.
    Bis dahin: nur kein Krankenhaus-

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  • Lara Hitzmann

    Lieber Herr Hammer,
    so wie Sie hatte ich das gar nicht verstanden! Frau Weißenberger, Ihr Gedicht ist noch vielseitiger als ich es eingeschätzt habe! Großartig!
    Herr Hammer, nun kam mir ein kleiner Gedanke, den ich zu Ihrem Kommentar los werden muss, nur als Überlegung. Im normalen Sprachgebrauch fällt mir öfters auf, dass Körperteile mit bestimmten Eigenschaften verbunden werden, da wir uns aber gerade an einem Punkt befinden, an dem die Selbstliebe immer mehr Einzug in die Gesellschaft erhält, stellt sich mir nun die Frage, ob dies noch sinnig ist. Denn Fakt ist: Unser Allerwertester ist im Prinzip immer im Einsatz und wenn er mal nicht so will wie wir wollen, dann ist dies meist sehr unangenehm. Kann die Sprache Abstand zu solchen Vergleichen nehmen? Oder ist weder notwendig noch sinnig? Und ist es nicht eigentlich etwas Positives, als Allerwertester zu gelten, wenn man sich der eigentlichen Färbung des Wortes entzieht und sich einfach den praktischen Nutzen ansieht? Da wären bessere Beleidigungen ja eher "Blinddarm", "Geschwür" o. Ä.

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  • Marcin Lupa

    Den Allerwertesten vom Debattierstuhl zu heben, um Vereinbartes in die Tat umzusetzen, mag eine harsche Aufforderung sein. Umgekehrt halten die Stühle selber nicht viel davon, wenn der Allerwerteste zu lange auf ihnen sitzen bleibt. Sie fangen zu stinken an und sehnen sich nach frischer Luft. Ja auch sie. Nicht nur unsere koronageplagten Nasen.

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  • Rita Weißenberger

    Hallo, Herr Hammer,
    wie Sie meine närrischen Zeilen auf Sinn und Hinter(n)sinn abgeklopft haben, ist zu viel der Ehre.
    Was das Verdichten beim Dichten betrifft, hier zwei Zeilen eines Meisters zum Thema passend: ""Es gibt nichts Gutes, außer: Man tut es" (Erich Kästner)

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  • Wolfgang Hammer

    Liebe Frau Weißenberger,
    zu viel der Ehre kann man der Sprache nicht antun, vor allem wenn sie "närrisch" sein will, was das Schwierigste ist.
    Es ist sehr schön, Kästner zu Wort kommen zu lassen, denn dieses Zitat zeigt, dass Dichtung manchmal so dicht ist, dass der Sinn darin verschwindet. Kästners Kurzsatz hat den Überraschungseffekt innewohnen. Hört oder liest man ihn, fliegt ihm spontan das Herz zu. Recht hat er, alle reden über das Gute, aber bei der Verwirklichung klinken sie sich aus.
    Aber dann kommt die Ernüchterung: Es ist nichts gewonnen, denn was das Gute ist, bleibt dem Belieben jedes Menschen oder jeder Institution anheimgestellt. Hat man nun aber das Gute festgenagelt und schreitet zur Tat, stellt man überrascht fest, die die gute Tat von den Adressaten/Opfern gar nicht so gut angesehen wird. Geht man den umgekehrten Weg, meint man, jede Tat sei gut, weil sie Klarheit schafft oder Produkte oder die Welt verändert, so findet man auch nicht immer Begeisterung. Und so entpuppt sich Kästners Satz als ein round-about im theoretischen Wörterspiel. Man landet mit ihm beim Vera- Prinzip der katholischen Kirche (nur stellvertretend genannt für die Ideologieformeln geschlossener Gesellschaftssysteme), das festlegt, es gibt das wahre Gute und das verkehrte Gute, ebenso wie es die wahre gute Tat und die verkehrte "gute Tat" gibt.
    Letztlich steht jemand ratlos am Wörterhaufen der Werte und greift sich eines heraus und sagt sich: Das ist es.
    Dann können wir nur beten, dass es keinen allzu großen Schaden anrichtet.
    Aber noch ein Kurzsatz: Tu Gutes und red' nicht drüber.
    Schreiten wir also zur guten Tat.
    Z.B. Wenn alle Preisträger ihr Preisgeld, beim Schreibwettbewerb "Über Werte" gewonnen, an eine z. B. Institution für Leseförderung spenden, ist das dann wertevoll? Auch als Nichtpreisträger schließe ich mich gerne an.
    Zu viel des Guten? Welcher Wert wäre das dann? Fürsorge, Bildung, Verantwortungsbewusstsein. Ist eigentlich egal.
    Denn, wie schon Erich Kästner schreibt:
    Es gibt nichts Gutes
    außer: Man tut es.

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  • Marcin Lupa

    Lieber Herr Hammer,

    das ist eine sehr gute Idee, das gewonnene Preisgeld an eine Organisation zur Leseförderung zu spenden. Vielleicht möchten Sie das bei Herrn Thorsten Jacob anregen. Es bedürfte einer Organisation, die von der wbg ausgehen sollte.

    Aber die Idee ist prima!

    Mit freundlichen Grüßen
    Marcin Lupa

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