Das Allmachtsparadoxon

Thorsten Jacob • 1 August 2021
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Was verstehen Sie unter Allmacht?

Es könnte so verstanden werden, dass nicht nur alles Mögliche, sondern eben auch alles Unmögliche getan werden kann. Könnte ein allmächtiges Wesen demnach der Theorie nach etwas erschaffen, was diesem Wesen selbst überlegen wäre? Einen Stein z.B. erschaffen, den dieses Wesen selbst nicht heben könnte, obwohl es doch allmächtig ist?

Abū l-Walīd Muhammad ibn Ahmad Ibn Ruschd, kurz Ibn Ruschd, latinisiert Averroes (*1126 in Córdoba; + 1198), war ein andalusischer Philosoph und muslimischer Gelehrter und gilt einer der Ersten, welcher sich mit dem sogenannten Allmachtsparadoxon auseinandersetzte (wenn man das Thema Theodizee hier in Verbindung setzt, kann man zurückgehen auf Platon / Aristoteles).

Während in Folge dessen immer wieder versucht wurde jene aufgeworfenen Widersprüche aufzulösen, so mag ich exemplarisch zwei Positionen nennen.

Thomas von Aquin auf der einen Seite meinte, dass jene Allmacht auch dann gelte, wenn Unlogisches nicht vollbracht werden könnte, also einen solchen Stein könnte auch das allmächtige Wesen nicht hervorbringen, da das gänzlich Unlogische nicht in den Wirkbereich der Allmacht falle. 

René Descartes auf der anderen Seite schloss auch das Unlogische mit ein: unhebbare Steine müssten in den Wirkbereich eines allmächtigen Wesens fallen, da ein Unvermögen dieses Schaffens die Allmacht einschränken würde.

Herzliche Grüße

Ihr Thorsten Jacob

(Quellen: Wikipedia; Harenberg Philosophie Kalender 2020; Geschichte der Philosophie von Johannes Hirschberger)

 

Kommentare (6)

Marcin Lupa

Die Philosophie ist eine spannende und schöne Wissenschaft. Sie lebt mit dem Luxus des freien und abstrakten Denkens. Diesen können sich nicht alle Menschen leisten.

Prinzipiell halte ich jemanden der allmächtig ist, für so mächtig keine Dinge zu erschaffen, die von ihm selber nicht mehr wieder gelöscht werden könnten. Ein Gott müsste diesen Stein also wieder heben können, sonst wäre er mächtig, nicht jedoch allmächtig.

Da ich an mächtige Götter glaube, nicht jedoch an die Allmacht eines von ihnen, gehe ich davon aus, dass sie ständig Steine erschaffen, die sie später nicht mehr heben können - auch unbeabsichtigt! (zu solchen Göttern zähle ich manche menschlichen Erfinder)

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  • Frank Zarrentin

    Lieber Herr Lupa, die Philosophie haben Sie schön beschrieben, denn auch ich denke, dass das freie und abstrakte Denken nicht selbstverständlich ist. Auch daher finde ich, dass wir hier in dieser Plattform einen großartigen Raum gefunden haben, in dem wir unserem Denken freien geistigen und gleichzeitig geschützten Laufe lassen können. Und von mir persönlich noch ein Danke an Sie persönlich, dass Sie so engagiert diese Plattform mit Leben füllen, herzlichen Dank!!! LG. Ihr Frank Zarrentin

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  • Marcin Lupa

    [~390], lieben Dank für Ihre netten Worte. Auch Sie finde ich hier öfters an. Immer sehr geistreich, sinnvoll. Ich persönlich nehme mir gerne Zeit um "vorbeizuschauen" zu lesen, was so los ist, zu posten und zu kommentieren. Mal mehr, mal weniger sinnvoll. Seit ich diese Plattform entdeckte, bereichert sie mein Leben und ich bin sehr froh über den Austausch mit an Philosophie interessierten. Wie sagte Karl Jaspers so schön, als Mensch ist jeder ein Philosoph.

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  • Frank Zarrentin

    Ich glaube - ohne den religiösen Gedanken dabei zu haben, welcher bei "Glaube" auftauchen mag - schon daran, dass Allmacht die Macht über Alles bedeutet. Ein Wesen der Allmacht müsste alles "heben" können, was es erschaffen hat. Allerdings merke ich auch in diesem Moment, dass dieses Paradoxon nicht ganz so leicht zu lösen ist, nicht nur, weil es sonst seit Jahrhunderten bereits gelöst wäre... Auf die heutige Zeit verlegt: ein Programmierer entwickelt ein sogar für ihn selbst unlöschbares Programm, wie könnte er dieses tun? Er würde einen Code hinterlegen, den er selbst nicht mehr überwinden könnte, aber dies macht ihn nicht zum allmächtigen Programmierer. Und nun zum Wesen der Allmacht: Die Allmacht gibt es ja und sie gibt es nein. Schrödingers Katze gleich... Wenn ich alles kann, dann erschaffe ich einen Stein, der unhebbar ist und damit habe ich etwas geschaffen, wie ich es wollte, auch für mich selbst. Es ist eventuell der freie Wille der Allmacht, dass ich erschaffe, was ich will. Allerdings ist dann der nächste Schritt: wenn ich es wünschte als allmächtiges Wesen, dass ich etwas unmögliches erschaffe, was selbst mir unmöglich zu heben sei, dann... bin ich mächtiger als alles auf der Welt, aber nicht stärker als jenes, was ich erschaffen habe. Was für ein Paradoxon... Danke, Herr Jacob, für meine nun schlaflose Nacht... :-D

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  • Rüdiger Eduard Böhle

    Sehr geehrter Herr Jacob

    Prolog:
    Das Allmachtsparadoxon resultiert der Intention, das Göttliche in der Transzendenz zu verorten, wohin der Mensch und das Vermögen seines Geistes nachweislich nicht hinzureichen vermag. Solches erfordert, einen Widerspruch zu konzipieren, dessen Bestimmtheit eine Aufhebung gemäß der Logik, wie sie dem Geiste des Menschen eignet, ausschließt. Eine Intention, verbunden mit dem Verdikt, radikal auszuschließen, daß der Widerspruch an sich selbst zum Grunde geht.

    Weil die Erkenntnis der Sache – auf der Stufe der Logik – nicht geleistet werden können darf, fällt die Logik der Sache außer alle Relevanz; kann – innerlogisch stringent – der Widerspruch auch nicht erkannt werden, und also kann auch nicht der Widerspruch an sich selbst ‚zum Grunde gehen‘ und das ihm Wahre ‚von Grunde auf‘ offenbaren.

    Conditio sine qua non, diese Intention einzulösen: die Bestimmtheit der Begriffe „Allmacht, möglich, unmöglich“ partiell dem Kriterium der Logik sowohl zu subsumieren wie ebenso sehr und zugleich auch wieder nicht zu subsumieren. Insofern die Logik mal gilt und mal nicht gilt, bestimmt sich die Sache zur contradictio in se; auf der Bewußtseinsstufe des Glaubens und Meinens so üblich wie irrelevant.

    Disput:
    verständlich: das Mögliche tun
    nicht verständlich – weil widersprüchlich: das Unmögliche tun
    *** das Unmögliche bestimmt an sich selbst, für sich und seine Bestimmtheit zu negieren oder auszuschließen, möglich zu sein oder möglich zu werden.
    *** „alles Unmögliche“ mutiert im Allmachtsparadoxon in seiner Bestimmtheit von un-möglich zu möglich. „alles Unmögliche“ mutiert zu einer Unterabteilung des Möglichen; wird dem Horizont des Möglichen subsumiert. „alles Unmögliche“ ist also gerade nicht das, was von ihm ausgesagt wird, un-möglich, sondern sehr wohl und bestimmter Weise möglich! Terminologisch: contradictio in se.

    Nach dem angezeigten „es könnte so verstanden werden“, wird „alles Unmögliche“ gar nicht als un-möglich, sondern als sehr wohl möglich verstanden! – Also stellt sich die Frage, wie soll „alles Unmögliche“ in concreto bestimmt sein: möglich oder un-möglich? Von ihrem Begriffe her bestimmen sich „möglich“ und „un-möglich“ gegeneinander stringent kontradiktorisch. Was soll hier gelten?
    *** terminologisch: a ~ non-a; etwas kann nicht zugleich in ein und derselben Hinsicht a und non-a sein (Aristoteles)

    Die Redewendung „es könnte“ spricht die Absurdität der Sache antizipierend aus: was hier „so verstanden werden … könnte“, setzt die kritische Distanz der Logik außer Relevanz: was da „so verstanden werden … könnte“, kann, wenn der Anspruch, eine innerlogisch widerspruchsfreie Aussage zu terminieren, eingelöst werden können soll, gerade nicht „so verstanden werden, daß …“.
    *** Wenn die Logik außer Relevanz gesetzt wird, dann allerdings ist diese Aussage das Resultat eines – irrelevant gesetzten – Widerspruches: aus Widersprüchlichem läßt sich Widersprüchliches folgern! (Leibniz) So aber ist alle Erkenntnis eo ipso obsolet geworden!
    *** Solange ein Widerspruch nicht erkannt wurde, eignet dem Widerspruche alle Geltung und Dignität von „ist wahr“ – für das in sich widersprüchliche Bewußtsein; gemeinhin nennen wir diesen Bewußtseinsstatus „Irrtum“.
    *** Solange ein Irrtum als Irrtum nicht erkannt wird, ist der Irrtum für das irrende Bewußtsein das Wahre. Weshalb wir ganz richtig das Verbum „irren“ seitens des irrenden Bewußtseins immer nur in der grammatischen Form der Vergangenheit gebrauchen: „ich irrte mich / habe mich geirrt“. Das erkennende Bewußtsein, und also ein dem irrenden Bewußtsein äußerliches Bewußtsein, kann davon reden, daß sich ein anderes Bewußtsein irrt; das irrende Bewußtsein selbst kann, daß es sich irrt, gerade nicht sagen!

    „alles Unmögliche“ mutiert in der Problematik des Allmachtsparadoxon in seiner Bestimmtheit von un-möglich zu möglich. „alles Unmögliche“ mutiert cum grano salis zu einer Unterabteilung des Möglichen; wird dem Horizont des Möglichen subsumiert. „alles Unmögliche“ ist also gerade nicht, was von ihm expressis verbis ausgesagt wird: un-möglich, sondern sehr wohl möglich: contradictio in se.

    Die Allmachtsfrage und die Schaffung von etwas ‚Größerem‘, diese Allmacht (uneinholbar) ‚Transzendierenden‘.

    Eine erste und hier noch primär empirisch fundierte Antwort: wenn das „allmächtige Wesen“ ein geistiges Wesen ist, dann ist die Schaffung eines Transzendierenden trivial: Solches erzählt uns in epischer Breite die Geschichte der Menschheit ab ovo! Ansonsten säßen die Menschen noch immer wie die Affen auf den Bäumen!

    Was dieses geistige Lebewesen, genannt „Mensch“ allein in der Spannweite von Wissenschaft und Technik sich erschuf, übersteigt elementar die Leistungspotenz des Menschen – und wurde auch zum Zwecke dieser spezifischen Übersteigerung geschaffen: der Mensch kann die Stufen vom Hauseingang bis zum Dachboden anzahlmäßig überschaubar auf- und abgehen; eine Rolltreppe, ein Elevator … anzahlmäßig unüberschaubar!
    Mit der gegenwärtig akuten Problematik von KI und Algorithmen, subtile Produkte menschlichen Geistes, tönt aus der Ecke der Apokalypsen- und Verschwörungs-Ideologie das Horrorszenario an, daß KI und Algorithmen, es sei wiederholt: Produkt des menschlichen Geistes, den Menschen ob seiner Emotionalität und sonstiger formalen wie mentaler Funktionsmängel zuerst unterwerfen und schließlich, wenn nicht mehr als Sklave brauchbar, liquidieren werde: da hätte wir doch schon mal was, das belegen könnte, daß ein „allmächtiges Wesen“ etwas schaffen kann, dessen es nicht, mehr Herr zu sein, vermag: auf der mentalen Minimalstufe der Denkresistenz und Borniertheit, und also des subjektiv konditionieren Meinens, Glaubens …

    Die Krux an der Sache: KI und Algorithmen sind seit eh und je so selbstverständlich wie trivial; umgangssprachlich: ein uralter Hut! – In einem Flintmesser faßten die prähistorischen Menschen das Gesetz oder die Intelligenz des Schneidens in eine pragmatisch brauchbare gegenständliche Gestalt, eben das Flintmesser! Und was wir gemeinhin „Erfahrung“ nennen und so lebenstauglich wie lebensvergewissernd anwenden, repräsentiert das geistige Produkt eines alltäglichen oder trivialen Algorithmus: wir ‚machen‘ unsere Erfahrungen – zum Zwecke ihrer gemeinen Instrumentalisierung! Wenn die erschaffene KI und die erschaffenen Algorithmen nicht funktional stringent die Intentionen einlösen, dann verbessert das geistige Wesen, genannt „Mensch“, das Unzureichende sofort – und erschafft sich die äquivalente Leistung!

    Mit jedem Gedanken transzendiert das geistige oder denkende Bewußtsein sich selbst – und holt doch zugleich sich selbst in jedem seiner, ihn transzendierenden, Gedanken nicht nur ein, sondern transzendiert sowohl sich selbst wie auch – im Bedenken seiner selbst in kritischer Distanz – seinen Gedanken: Denken oder die Negation der Negation. (Hegel; Logik)

    Soweit das Triviale; nun zum „allmächtigen Wesen“ und spezifisch zu dessen frag(e)würdiger Schöpfungspotenz.

    Das Attribut „allmächtig“ wird hier nicht auf ‚möglich‘ oder gar ‚sein‘ hin verstanden, worauf alles Handeln, spezifisch alles Schöpfen, eo ipso abzweckt, sondern auch und zugleich wie in derselben Hinsicht auf deren kontradiktorisches Gegenteil: ‚un-möglich‘ und ‚nicht-sein‘.

    Macht / All-Macht bestimmt sich – aus sich selbst her oder innerlogisch stringent – etwas zu bewirken, und also ‚ist / sein‘ zu intendieren: ein ‚Sein‘, das gegenwärtig ‚noch nicht‘ ist, zu setzen, daß es ‚sein soll‘; und diese Intention in concreto per Handeln und Verhalten einzulösen. Eine Macht, noch dazu eine All-Macht, die nicht wirkt, nichts bewirkt, ist keine Macht, schon gar keine All-Macht. (Hegel; Logik, Kraft u. Verstand)
    Conditio sine qua non, eine Intention einzulösen: das Intendierte bestimmt sich zur schlüssigen oder widerspruchslosen Einheit; ein Intendiertes, das sich nicht schlüssig oder widerspruchslos zur Einheit bestimmt, zerfällt ob seiner widersprüchlichen Bestimmtheit an sich selbst oder innerlogisch stringent zur Nichtigkeit.

    Ein Sein, wie immer es an und für sich bestimmt sein mag, also auch ein von einer All-Macht Geschaffenes, ‚ist‘ dann und nur dann, wenn es in sich wie an sich widerspruchslos sich bestimmt. Widersprüchliches zerfällt zur Nichtigkeit und widerspricht ‚von Grunde auf‘ dem Sein. (Thomas v. Aquin)

    Leibniz differenziert subtil ‚possible pure‘ versus ‚compossible‘: Der Roman „Asträa“, von seinem Inhalte oder seiner Aussage her innerlogisch widerspruchsfrei, bestimmt an sich ein ‚possible pure‘; ein ganz Anderes aber ist es, ob er von seinem Inhalte oder seiner Aussage her auch auf der Stufe von ‚compossible‘, und also im widerspruchslosen Einklange mit der gegenwärtigen Welt, dem Resultat ihrer ab ovo sich ereignenden Entwicklung, sich zu wahren vermag: Das Wahre – auf der Stufe von compossible oder existierend – ist das Ganze. (Hegel; Phän.)

    Ein an sich wie in sich Widersprüchliches zerfällt – der Betrachtung in kritischer Distanz – zur Nichtigkeit, die wir gemeinhin „Irrtum“ nennen. (Irrtum: s.o) Daher hält schon Augustinus und später Petrus Damiani vehement von Gott ab, daß, ein innerlogisch sich Widersprüchliches weder erschaffen zu wollen, noch zu können, eine Restriktion der Allmacht Gottes beweise. Auch Gott und dessen Allmacht ist und bleibt, um sich wahren zu können, dem Kriterium der Logik subsumiert!

    Das Allmachtsparadoxon resultiert dem Verdikt einer spezifischen Denkresistenz: Glauben, Meinen, Vorstellen – bis hin zu Kultur und deren Selbstverständnis von Gott und Allmacht! Die mannigfaltigen Aussagen auf der Stufe dieses Bewußtseinsstatus resultieren der ‚gläubigen, meinenden, kulturellen‘ Bestimmtheit von der Allmacht Gottes. Allmacht bestimmt sich hier nicht aus sich selbst her oder auf der Stufe des Begriffes, sondern resultiert der denkresistenten, subjektiv konditionierten Definition: je nach Definition zeigt sich ein anderes Paradoxon – bis gar nicht! Hier regiert das Meinen oder die subjektiv konditionierte Vorstellung – wider alle Logik überhaupt und des Begriffes im Besonderen bis hin, Allmacht per definitionem von der Logik zu lösen und so über die Logik zu positionieren, sodaß alles, was in der uns gegenwärtigen Schöpfung geläufig, gut, logisch … ist, ganz anders, kontradiktorisch anders, bestimmt sein könnte, wenn Solches dem allmächtigen Schöpfer ‚gefallen‘ hätte. (Descartes)
    Diese Position Gottes und dessen Allmacht, in der Kontingenz des Gusto sich zu fundieren, läßt Leibniz subtil zur Nichtigkeit zerfallen: gegenüber Descartes verweist Leibniz auf den Widerspruch, der Allmacht Gottes zuzuordnen, die Bestimmung des Wahren / Un-Wahren und des Guten / Bösen ‚willkürlich oder per Gusto‘, und also fernab der Logik oder ‚sine ratione‘, zu terminieren, sodaß, was jetzt qua Schöpfung wahr und gut ist, kontradiktorisch bestimmt wäre, und also unwahr und böse: also ist Gott nicht Schöpfer seines Verstandes, denn Gott ist nicht Schöpfer der Logik, sondern dem Verstande oder der Logik subsumiert. So und nur so löst Gott seinen Anspruch, geistiges Wesen auf der Stufe von absolut zu sein, ein: Gott steht im Kriterium des principium boni, das in der Logik sich in concreto expliziert. (es wäre hier auf Aristoteles, Metaphysik, etwa auf Buch Lambda und den ‚Kommentator‘, Averoes, zu verweisen.)

    Résumé: Das Allmachtsparadoxon resultiert nicht aus der Logik der Sache her, sondern aus dem – in sich selbst widersprüchlichen, und also nichtigen – subjektiven Verdikt, die Allmacht überhaupt und die Allmacht Gottes im Besonderen gemäß der naiven Vorstellung von der Willkür auf der mentalen Stufe eines orientalischen Potentaten, und also sine ratione, zu terminieren und dieser Weise völlig bedenkenlos oder denkresistent der Logik vor- oder überzuordnen.

    Solches hat allerdings einen süffisanten ‚Nebeneffekt‘: Gott fällt auf diese Weise aus aller Verantwortung! – und welcher Gott verantwortet sich schon? und dann auch noch: vor wem?

    Mit freundlichen Grüßen
    Rüdiger E. Böhle

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  • Marcin Lupa

    Noch ein kleiner Nachtrag und eine Richtigstellung:

    ich schrieb, dass ich an mächtige Götter "glaubte". Das ist nicht gänzlich richtig, denn der Begriff Gott impliziert Allmacht. Insofern glaube ich nicht an Götter oder auch eine allmächtige Entität. Vielmehr an sehr mächtige Entitäten im Kosmos.

    Eine Entsprechung dieser aus der Sicht des Menschen relativen großen Macht schreibe ich im Universum den Zentralinstanzen von Galaxien zu, den schwarzen Löchern und ihren Produkten, den Sonnen. Diese haben zumindest die Macht der Dauer. Insofern sie als Wesenheiten mit Geist aufzufassen sind - primär möglich, nicht ausgeschlossen, auch wenn die Wissenschaften sich einig sind, dass weder Sonnen noch schwarze Löcher Lebewesen mit Bewußtsein sind (die Wissenschaften sind in dieser Relation sehr bescheiden, das sei bemerkt) - werden sie die Macht haben andere, jüngere Sonnen und auch schwarze Löcher hervorzubringen. Die Physik schafft dazu Bedingungen, Prozesse, Gesetze, Einschränkungen. So können Sie auch eine Sonne hervorbringen, respektive mehrere, die sie überdauert; somit von ihnen irgendwann nicht mehr bewegt werden kann. Entsprechend den Söhnen, die ihre Väter überdauern. Was der natürlichere der Prozesse wäre, an sich.

    Aus der Perspektive des wesentlich weniger mächtigen Menschen, dessen Bestimmung es ist, sich spätestens nach 135 Jahren im Körper verhaftet seins in Luft aufzulösen (physikalisch nicht richtig, da Entropie wieder Neues erschafft), fällt die Spekulation über das Bewußtsein von Sonnen, ohnehin in den Bereich des Glaubens, nicht mehr in den Bereich der Philosophie, die von Tatsächlichkeit und faktischen Begebenheiten des Seins ausgeht.
    Daher die Feststellung, ich glaubte an mächtige Entitäten, nicht jedoch an allmächtige.
    Somit erübrigt sich für mich jegliches Denken an das Allmachtsparadoxon.

    Allmacht per se, ist dem Sein nicht inhärent. Es wird wohl nur vielfältige Willen geben, manche kooperativ, andere wiederum widerstrebend, bis hinauf zu schwarzen Löchern, die mit ihren galaktischen Sonnenverbänden, sich zueinander verhalten KÖNNEN wie Ameisenstaaten - unter Berücksichtigung der längeren Dauer.
    Sollten sich Galaxien wie Armeen angreifen, was in ein paar Milliarden Jahren im gewissen Sinne mit unserer Milchstrasse und der Andromedagalaxy passieren wird (auch das Sonnensystem stellt dabei ein Phalanx an Hopliten auf), wird dieser galaktische Krieg, der wiederum ein paar Milliarden Jahre dauern wird, Sieger und Verlierer erzeugen (Hierzu: https://de.wikipedia.org/wiki/Andromeda-Milchstraßen-Kollision). Die Sieger sind immer mächtiger als die Verlierer. Hier vielleicht die einzige Allmacht der einen über die anderen. Wobei natürlich doch nicht allmächtig, weil auf das Diesseits begrenzt. Währenddessen auch die Sieger nicht über das der Entropie untergeordnete Fortbestehen der Verlierer posthum entscheiden können - also doch nicht per se allmächtig.

    Solcherlei Überlegungen beim Kaffee - zugegeben stark und auf ersten (ungenauen) Blick psychotisch (ein befähigter Psychiater müsste das genauer untersuchen) wirkend - am Morgen.

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