Alexandros ante portas

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Was wäre, wenn …? Eine häufig gestellte Frage, die viele Menschen nicht nur in ihrem Alltag beschäftigt, sondern auch schon einige berühmte Historiker zum Denken angeregt hat. Was wäre, wenn …? Was wäre, wenn eines der Attentate auf Hitler erfolgreich gewesen wäre? Was wäre, wenn das Fränkische Reich nicht unter den Erben Karls des Großen aufgeteilt worden wäre? Und was wäre, wenn das Römische Reich nicht untergegangen wäre? Auch dieser kurze Artikel soll sich mit genau solch einer hypothetischen und rein spekulativen Frage beschäftigen: „Was wäre, wenn Alexander der Große nicht so früh verstorben wäre?“

Schon die Philosophen und Gelehrten der Antike haben sich diese Frage gestellt. Allen voran die römischen Schriftsteller der späten Republik und der frühen Kaiserzeit gingen der Frage nach, wie eine Begegnung der Römer mit Alexander dem Großen wohl verlaufen wäre. Natürlich waren solche Gedankenspiele von römischen Geschichtsschreibern wie Titus Livius (ca. 59 v. Chr. – 17 n. Chr.) stets mit patriotischem Pathos gefärbt. Kein Römer von Welt konnte, wollte (oder durfte) annehmen, dass Alexander in einem militärischen Konflikt gegen Rom siegreich gewesen wäre. Doch wie sähe eine nähere Beurteilung darüber aus, wenn man nicht durch eine rosarot gefärbte Brille blickt, sondern versucht logisch zu argumentieren? Dafür müsste man zunächst die Situation um 323 v. Chr. genauer untersuchen.

Die Römische Republik herrschte zu jener Zeit über nicht viel mehr als Ober- und Mittelitalien. Dazu befand sie sich in immer wieder aufflammenden Konflikten mit den benachbarten Etruskern und Samniten. Unteritalien stand zu dieser Zeit noch unter Kontrolle der Griechen, die im östlichen Mittelmeer die Vorherrschaft besaßen. Und im westlichen Mittelmeer war Karthago die bestimmende Macht. Zwar war das Stammgebiet der Makedonen zu der Zeit von Alexanders Vater Philipp II. nicht viel größer als die römischen Ländereien in Latium, dennoch gelang es Alexander dem Großen, ausgehend von diesem kleinen Reich, innerhalb von nur 4 Jahren (plus 3 weitere Jahre, in denen er das Land befrieden musste) das riesige Perserreich zu unterwerfen.

Kann man also Mutmaßungen darüber verfassen, wie eine Eroberung der westlichen Welt ausgesehen hätte, wenn man seinen historischen Feldzug im Osten analysiert? Zunächst muss dabei bedacht werden, dass die Perser seit den Perserkriegen (492-479 v. Chr.) und der Zerstörung Athens der eingeschworene Erzfeind der Griechen war. Zwar waren Letztere den Makedonen, die weithin als Barbaren und Fremdherrscher angesehen wurden, keineswegs wohlgesonnen, doch kämpften sie als Bundesgenossen an ihrer Seite getreu dem Motto: „Der Feind meines Feindes ist mein Freund“. Zumal Alexander im Zuge eines griechischen Aufstands kurz nach seiner Thronbesteigung mit der vollständigen Zerstörung Thebens (335 v. Chr.) ein deutliches Zeichen gesetzt hatte, wie er mit Abtrünnigen umzugehen pflegte.

Alexander verstand sich auch in der Folge hervorragend darauf verschiedene Bevölkerungsgruppen für sich und gegen die Perser zu gewinnen. So wurde er z.B. in Ägypten als Befreier gefeiert und nicht als Eroberer angesehen. Um die besetzten Territorien und Städte zu halten, musste er nicht nur immer wieder Truppenteile zur Überwachung zurücklassen, sondern auch die gelichteten Reihen seines Heeres mit neuen Männern füllen. Zu Beginn des Feldzuges geschah dies noch durch Makedonen und Griechen, die aus der Heimat oder den befreiten Ionischen Städten rekrutiert wurden. Doch spätestens mit der Eroberung Ekbatanas (330 v. Chr.) fanden immer mehr Perser den Weg in Alexanders Heer, der damit seinen Machtanspruch über Asien durchzusetzen versuchte.

Kommen wir zurück zu der ursprünglichen Frage: Was wäre, wenn Alexander nach der Rückkehr von seinem Indienfeldzug gen Westen gezogen wäre? Was wäre dann sein erstes Ziel gewesen? Unzweifelhaft fest steht, dass er in seinem letzten Lebensjahr einen weiteren Feldzug zur Eroberung der arabischen Halbinsel vorbereitet hat. Ob er anschließend den Plan gehabt hatte gegen Karthago zu ziehen, ist in der Forschung umstritten, aber ziemlich wahrscheinlich. Immerhin errang Alexander mit der Eroberung Persiens und Ägyptens die absolute Vormachtstellung im östlichen Mittelmeer. Damit einher ging eine massive Aufrüstung der Flotte Makedoniens, die im Krieg gegen Persien fast noch überhaupt keine Rolle gespielt hatte. Wer bliebe da im Westen als großer Gegenspiel anderes als Karthago übrig? Rom war um das Jahr 323 v. Chr. nahezu unbedeutend.

Wenn man Alexanders potenziellen Lebensweg also weiterspinnen würde, dann hätte er 322 v. Chr. Arabien erobert, um sich im folgenden Jahr gegen Karthago zu wenden. Am naheliegendsten erscheint ein Angriff über Sizilien, dass bereits zur Hälfte griechisch war und daher hervorragend als Ausgangsbasis für die Eroberung Nordafrikas gedient hätte. Spätestens hier dürfte Alexander dann auch erstmals etwas von den barbarischen Römern vernommen haben, die sich zu dieser Zeit im Krieg mit den Samniten und Etruskern befanden. Allerdings hätte er sich für solche Kleinreiche wohl kaum interessiert, solange Karthago noch seine Vormachtstellung im Mittelmeer gefährdete. Wie lange dieser Krieg gedauert hätte, darüber lässt sich nur spekulieren. Sicherlich müsste man aber mit mindestens 2 bis 3 Jahren rechnen, ehe Alexander die Hauptstadt Karthago eingenommen hätte und ca. 2 weitere Jahre, bis auch die Reste der ehemals phönizischen Herrschaftsgebiete befriedet wären.

Wir schreiben also das Jahr 316 v. Chr. Der ganze Mittelmeerraum befindet sich unter Kontrolle von Alexander dem Großen… Der ganze Mittelmeerraum? Nein! Ein von unbeugsamen Italikern bevölkerter Landstrich zwischen der Adria und dem Tyrrhenischen Meer hört nicht auf, den Makedonen Widerstand zu leisten.

Bekanntlich führen viele Wege nach Rom und auch Alexander stünde nun vor der Wahl, welchen er nehmen solle. So wie Hannibal knapp 100 Jahre später über die Alpen? Viel zu aufwendig. Oder von Osten über das Festland? Dann hätte er sich zunächst um die Illyrer kümmern müssen, gegen die schon sein Vater zu Felde gezogen war. Vermutlich hätten sie ein makedonisch-persisches Heer, unterstützt durch Alexanders neue karthagischen Untergebenen, vor keine große Herausforderung gestellt. Bei den Illyrern handelte es sich um lose Stammesverbände, die kein zusammenhängendes Königreich bildeten. Ähnlich verhielte es sich bei den Kelten nördlich der Illyrischen Stammesgebiete, die Alexander in Oberitalien noch von den Römer und Etrusker getrennt hätten. Ein langer, beschwerlicher Weg durch den Balkan, mit schwerlich abzuwägenden Risiken.

Wahrscheinlicher wäre daher der Seeweg über Sizilien nach Unteritalien, der Alexander schon zum Erfolg über Karthago geführt hätte, zumal ihm nun die schlagkräftige karthagische Flotte zur Seite stünde. Dort wäre er also im Jahr 315 v. Chr. auf die Samniten getroffen, die den Römern in den Samnitenkriegen erst kürzlich 2 empfindliche Niederlagen (321 und 315 v. Chr.) beigebracht hatten. Womöglich wäre Alexander deswegen sogar ein kurzes Bündnis mit den Römern eingegangen, um Unteritalien zu erobern. Freilich wäre das nicht lange gut gegangen, da sich die Römer den Makedonen sicherlich nicht freiwillig unterworfen hätten.

So hätte es dann schon 314 v. Chr. geheißen: Alexandros ante portas. Alexander steht vor dem Tor. Wie Roms Schicksal dann ausgesehen hätte, dazu reicht ein Blick 20 Jahre zurück nach Theben … und die Geschichte hätte einen vollkommen anderen Lauf genommen.

Kommentare (11)

Marcin Lupa

Ein schöner kontrafaktischer Ausflug in die Geschichte der antiken Welt. Gerade das antike Griechenland und Rom faszinieren die Gemüter durchgehend und immer wieder aufs Neue. Und von Alexander hört man nur Superlativen: er sei der größte Feldherr aller Zeiten gewesen, sein Reich war das größte der Antike.

Ob ihm die Lebenszeit bliebe das Mittelmeer zu beherrschen? - Vielleicht hätten wir tatsächlich eine andere Geschichtsschreibung und das Römische Reich gebe es nicht, stattdessen Makedonisches Weltreich, vom Süden Schottlands bis Ostindien und Äthiopien. Im Westen der große Abgrund des atlantischen Ozeans. Und heute würde man in Europa nicht romanisch geprägte Sprachen sprechen, sondern die Entsprechung davon in makedonischen Abwandlungen.

Mich hat dieser Exkurs begeistert. Daher das Like.

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  • Marcin Lupa

    Interessant ist, dass viele große Persönlichkeiten den Gedanken transportierten, die Welt zu vereinigen. Nur ist eine föderale Einigkeit mit einem Pluralismus an Machtverhältnissen, etwas gänzlich anderes als eine Usurpation oder ein Despotismus. Eine Gewaltherrschaft und das Ausüben von Zwang schmecken dem Volk nicht so, wie eine Freiheit zur Gemeinschaft, zur Kooperation zum gegenseitigen Vorteil.

    Ich habe viele Monate bei den Nachfahren der Maya im lakandonischen Urwald verbracht. Dabei habe ich von Archeologen aus Mexiko Stadt gelernt, dass die archaischen Maya bis zur klassischen Periode, in der die Spanier sie usurpierten, eine ähnliche Struktur hatten, wie die griechischen Stadtstaaten. Auch sie waren in Polis ähnlichen Verbänden strukturiert und führten gelegentlich Krieg gegeneinander, koalierten aber auch gegen mächtigere Reiche oder operierten gemeinsam gegen schwächere. So nahm der Herrscher von Palenque, den Stadtstaat Bonampaq ein und zog zusammen mit den Herrschern von Teotihuacan gegen das mächtige Tikal.
    Ich habe diese Ruinen der archaischen Zivilisation bereist und hielt mich in dem Mythos der Mund Maya auf. Scheinbar waren diese Stadtstaaten sehr verfeindet und wollten einander erobern und einnehmen, trieben auf der anderen Seite aber auch Handel miteinander und koalierten vor dem Einfall der Spanier sogar mit den Mexica. Diese hielten sich für das auserwählte Volk vom antiken Mexiko, waren sehr kriegerisch (Ihre Kriegerkaste ist bis heute bekannt, als die Azteken) und wollten auch selber ganz Centralamerika unter ihrer Ägide einigen.
    Später lernte ich als ich die modernen Staaten ihrer Nachfahren bereiste, dass auch die Inka, Bestrebungen unternahmen Südamerika zu einigen. Immer unter dem Vorbehalt, die Herrschaft einer Familie und Sippe zu überlassen. Das ging sogar so weit, dass Geschwister unter einander heiratetet und sich fortpflanzten, damit die Blutlinien nicht verunreinigt würden. Gänzlich entgegengesetzt zur jeglichen natürlichen Auswahl und schlußendlich langfristig ungesund, da auf diesem Wege sehr viele fehlerhafte Gene in den Genpol gerieten.

    Und dann hatten die Spanier die Bestrebungen Lateinamerika unter der Ägide des spanischen Königshauses zu einigen.

    Wohingegen wir in unserer Moderne, Europa zusammenhalten wollen, ohne zu viel institutionellen Zwang auszuüben, den Völkern die Chancen überlassend, sich zu bilden und Positionen innerhalb der Entscheidungsgremien einzunehmen, die diese Europa lenken. Diese Bestrebungen sind verschieden und teilweise gibt es konträre Strömungen, da wollen ganze Länder Autonomie, andere wollen Wiederrum rein ins Boot und dürfen nicht. Aber der Grundgedanke einer vereinten Welt leitet die Kulturen.

    Wollen wir hoffen, dass dies zum Nutzen der Vielen und nicht wie bisher zum Vorteil der Wenigen geschieht.

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  • Martin Ploen

    Ein interessanter Abstecher in die Lateinamerikanische Geschichte, in der ich mich als ehemaliger Student der klassischen Archäologie nicht so gut auskenne. Aber anscheinend gibt es ja einige Gemeinsamkeiten, zwischen den Völkern, auch wenn sie sich im Laufe der Geschichte nie begegnet, geschweigen denn voneinander gehört hätten. So ist es ja sicherlich kein merkwürdiger Zufall, dass auch die Azteken Pyramiden bauten. Solche monumentalen Bauten lassen sich überall auf der Welt finden. Seien es nun Monolithe wie in Stonehenge oder auf den Osterinseln oder grandiose Städte wie Teotihuacán. Es sind die Zeichen des Menschen, die besagen: Wir waren hier.
    Und auch die Praxis einer Reinhaltung der dynastischen Folge ist im mediterranen Raum nicht unbekannt. So war es in der Dynastie der Ptolemäer (wie es der Zufall will nach einem der Feldherren von Alexander dem Großen) ebenfalls usus unter Geschwistern und nahen Verwandten zu heiraten, obwohl zumindest die Praxis unter Vollgeschwistern zu heiraten in Griechenland verpönt und geradezu skandalös war.

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  • Marcin Lupa

    [~530], die Ptolemäer sind ein gutes Beispiel, zumal sie mit Cleopatra die wohl letzte Pharaonin von Ägypten auf den Thron setzten. Und die Ägypter bauten ihre Pyramiden als gigantische Grabkammern, was die Maya von Palenque auch taten. Und das, wie Sie schön geschrieben haben, ohne von den Ägyptern je etwas zu wissen.

    Die Maya hatten auf der obersten Stufe der Pyramiden auch ihre Zeremonialtempel. Das war in Ägypten anders. Auch die Fülle der Pyramiden bei den Maya und den Zivilisationen Mesoamerikas ist beachtlich größer, als die der Ägypter und im Nordsudan. Aber die Menschen und ihre Kulturen scheinen viele ähnliche Hierarchien zu bilden, die sich auch in der Architektur widerspiegeln.

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  • Luca Rosenboom

    Ich war leider zu unfähig, den Beitrag aus Word zu kopieren, daher hier die korrigierte Version:

    Vielen Dank für den erhellenden Beitrag, obgleich dieser im spekulativen Rahmen bleibt. Es mag durchaus richtig sein, zu behaupten, dass Alexander nicht allzu lange gebraucht hätte, um sich des Westens zu bemächtigen. Mein Einwand hier wäre allerdings, dass ‚der Westen‘ sich gegen ‚den Osten‘ sicher zusammengeschlossen hätte, um eben eine Unterwerfung zu vermeiden. Dies war schon bei Pyrrhus von Epirus zu beobachten, als Karthager und Römer sich verbanden, eben weil er ein gemeinsamer Feind war. Fraglich bleibt auch, ob die Römer – denen man ja freilich auch zu dieser Zeit einen gewissen Stolz konzedieren darf – einen Pakt mit Alexander geschlossen hätten, obgleich sie sich im Krieg mit den Samniten befanden. Zweifelsfrei darf man aber denke ich davon ausgehen, dass es früher oder später zu Auseinandersetzungen gekommen wäre. Alexanders asiatische Despotie über den griechisch-persischen Raum, verbunden mit der Vergottung seiner selbst und seiner militärischen Entschiedenheit, vorzupreschen, lässt jedenfalls auf weiteren Expansionsdrang schließen. Ich hatte vor einiger Zeit auch mal gelesen, dass sich ein Historiker (der Name ist mir leider entfallen) vorstellen konnte, er wolle die Welt vereinigen in Brüderlichkeit, Frieden und Freiheit, wie er es bei der Massenhochzeit von Susa getan hatte. So habe er sich selbst als gottgesandten Mittelsmann aller Menschen verstanden, um die Erde unter seiner Führung zu vereinigen, da er – entgegen aller Meinung – die βάρβαροι als gleichwertig ansah (basierend auf Plutarch).
    Ich finde die Alternativen jedenfalls sehr spannend. Es hätte auch durchaus sein können, um der Zeit nochmal vorauszugehen, dass 447 z.B. der panhellenistische Frieden, von Perikles ausgerufen, hätte verwirklicht werden können. Wäre es dann zum Peloponnesischen Krieg gekommen? Gäbe es Alexander oder den Hellenismus dann? Man sieht: Jedes einzelne Ereignis sorgt für Überlappungen in sehr, sehr viele Teilbereiche.
    Aber das steht ja alles – zum Glück (?) – in den Sternen, und wenn dem so gewesen wäre, würden wir heute nicht nur nicht vielleicht, sondern gewiss nicht miteinander kommunizieren, denn das Christentum (und andere Religionen) hätten sicherlich auch keine Chance gehabt, sich irgendwann zu entfalten und auch die politische Philosophie hätte m.M.n. keine Chance gehabt, wie sie in Rom entstanden ist (z.B. bellum iustum) oder später Gregor von Nyssa mit seinem abolitionistischen Gedanken.

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  • Martin Ploen

    Natürlich lässt sich über solche Spekulationen immer vortrefflich streiten, aber das liegt wohl in der menschlichen Natur, sonst wäre diese Thema nicht auch schon unter antiken Gelehrten diskutiert worden. Tatsächlich habe ich bei meinen Überlegungen sogar noch einen Punkt außenvorgelassen, da es sonst wohl nie zur Begegnung von Alexander mit den Römern gekommen wäre. Vermutlich hätte der langjährige Feldzug gegen Karthago dazu geführt, dass die Perser die Abwesenheit Alexanders dazu genutzt hätten, sich der Makedonischen Fremdherrschaft zu entledigen, sodass dieser den Kriegszug hätte abbrechen müssen. Dies wiederum hätte Karthago die Zeit gelassen, sich auf Alexanders nächsten Feldzug vorzubereiten, usw...
    Ein Bündnis zwischen Rom und Karthago sehe ich indes nicht, da der Krieg keinerlei römische Interessen verletzt hätte. Dieses Bündnis im Pyrrhischen Krieg wurde ja nur geschlossen, da Karthago seine Gebiete auf Sizilien durch den Feldzug der Griechen in Unteritalien gefährdet sah. Zumal Roms weltpolitische und militärische Bedeutung erst nach dem Sieg über die Etrusker und Samniten wirklich zur Geltung kam.

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  • Luca Rosenboom

    "...wurde ja nur geschlossen, da Karthago seine Gebiete auf Sizilien durch den Feldzug der Griechen in Unteritalien gefährdet sah." Das ist durchaus richtig, aber etwas einseitig, zumal der Vertrag laut Polybios von beidseitigen Hilfegewährleistungen spricht. Nichtsdestotrotz könnte man auch argumentieren, dass sie hier - eben um des Schutzes willen - mit einem "westlichen" Partner einen Vertrag schließen wollten und eben nicht mit Pyrrhos - und hier schloss sich eben meine Idee an, Ähnliches hätte bei Alexander passieren können (wie gesagt, wir sind hier ja im spekulativen Rahmen). Ebenso geht man allgemein davon aus, dass die Karthager eine Symmachie Roms mit Pyrrhos so vermeiden wollten, dass Rom sich nicht für einen Krieg gegen die Karthager vereinnahmen lässt.

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  • Marcin Lupa

    Ich überlasse den weiteren Dialog den beiden geschulten Rednern. Jetzt geht er für mein Wissen bereits zu sehr ins historische fachbezogene Detail. Ich verfolge ihn aber gerne als Leser weiter, weil er für mich sehr informativ und spannend ist. Ich begeistere mich sehr für solche geschichtlichen Details.

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  • Herbert F

    Großer Beitrag, absolut spannend geschrieben, und auch ich muss die Segel streichen bei dem hohen Fachwissen der Kommentatoren, aber ich verspreche: ich lese mich ein in das Thema, dafür danke an den Autoren!

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  • Darius Franken

    Großes "Like" für meinen Favoriten hier im aktuellen Schreibwettbewerb!!!

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