24. Januar: Friedrich der Große (1712-1786) feiert Geburtstag 

Svenja Plocher • 24 Januar 2022
Blogbeitrag in der Gruppe Geschichte
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24. Januar: Friedrich der Große (1712-1786) feiert Geburtstag 

Preußen und Friedrich: Ein früherer Staat, den jede/-r kennt. Eine Person, von der jede/-r (hoffentlich) zumindest einmal in seiner/ihrer Schulzeit gehört hat.

Heute vor genau 310 Jahren wurde die wohl bekannteste Persönlichkeit der preußischen Geschichte geboren: Friedrich der Große (oder auch Friedrich II.) erblickte am 24. Januar 1712 die Welt. Aber wer war der Mann, der Preußen zu einer führenden Großmacht in Europa machte? Hier der Versuch einer Zusammenfassung. 

Die Kindheit Friedrichs war keine einfache. Er litt unter der überaus strengen Erziehung seines Vaters König Friedrich Wilhelm I., der dem jungen Prinzen einen exakten Tagesplan vorgab (Schläge und Tritte inklusive). Nach einem gescheiterten Fluchtversuch und zeitweilig auch der Aberkennung seines Prinzentitels, stimmte er 1732 einer Hochzeit mit Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel-Bevern zu, sodass sein Vater ihm den Titel zurückgab. Bis zum Tod des Vaters 1940 rebellierte er weiter, indem er sich immer mehr mit Philosophie, Geschichte und Poesie beschäftigte.

Kurz nach dem Besteigen des Throns folgten bereits militärische Aktionen. Die ersten beiden schlesischen Kriege (1740-1745) begannen noch im selben Jahr, welchen er auch seinen Titel „der Große“ zu verdanken hat. Was darauf folgte, bedarf kaum weiterer Erklärungen – der siebenjährige Krieg (1756-1763). Friedrich und seine Armee hatten das Undenkbare geschafft: Sie hatten sich gegen Großmächte wie Frankreich, Österreich und Russland erfolgreich gewehrt und stiegen so zu einer führenden Großmacht auf. Seinem Titel, „der Große“, wurde Friedrich mehr als gerecht.

Auch abseits seiner militärischen Erfolgen war Friedrich eine beeindruckende Persönlichkeit. Er schaffte nicht nur die Folter ab, sondern er verwandelte Preußen auch zu einem weltoffenen Staat, in dem jede/-r willkommen war, unabhängig von Religion oder Herkunft. 

Friedrich starb am 17. August 1786. Zwar hinterließ er ein mächtiges Reich, jedoch fehlte diesem leider ein würdiger Nachfolger. 

Für all diejenigen, die nun gerne mehr und ausführlicher über Friedrich und/oder Preußen lesen möchten, folgen weiter unten drei Buchempfehlungen.

Frage an die Community: Welche Ereignisse unter der Herrschaft Friedrichs haben bei Ihnen einen bleibenden Eindruck hinterlassen? Welche Begebenheiten aus Friedrichs Leben wären Ihrer Meinung nach besonders hervorzuheben?


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Im deutschen Geschichtsbewusstsein gilt der Siebenjährige Krieg von 1756 bis 1763 vor allem als glorioser Sieg Preußens über die Habsburgermonarchie. Friedrich II. erwarb durch seine Erfolge als Feldherr die Bezeichnung ›Friedrich der Große‹. Doch in Wirklichkeit war dieser Konflikt kein preußischer oder mitteleuropäischer Krieg, sondern - mit den Worten des britischen Premierministers und Literaturnobelpreisträgers Sir Winston Churchill - ›der erste Weltkrieg der Geschichte‹. Dieser Krieg, in den alle europäischen Mächte involviert waren, betraf sogar die englischen und französischen Kolonien in Übersee.

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War Preußen wirklich der aufgeklärte Staat, über den in den letzten Jahren berichtet wird? Stand keine friderizianische Idee dahinter sondern war er mehr Zufall der Geschichte? Die europäische Geschichtsschreibung zu Preußen wirkt heute wie ausgewechselt. Grund genug für Hartwin Spenkuch von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften einen neuen, thematischen Ansatz zu wählen. Herausgekommmen ist dadurch ein Preußen-Handbuch auf dem neuesten Forschungsstand zu den Themenfeldern Außenpolitik, Wirtschaft, gesellschaftliche Gruppen, Kultur, Bildung, Wissenschaft sowie die transnationalen Bezüge Preußens. Die Sozialgeschichte Preußens bringt Spenkuch jedoch zu ganz anderen, ernüchternden Schlußfolgerungen als Christopher Clark: Preußen war zuerst Staat und verstand sich auf brutale Weise auch als Staat. Der Sonderweg Preußens, es gab ihn doch.

"Als Quintessenz dieser modernen Preußenkritik kann das Buch gelten, das Hartwin Spenkuch nun vorgelegt hat." Konstantin Sakkas, Der Tagesspiegel


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Francesco Algarotti

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Ein mit Glück und noch mehr Verstand ausgestatteter Kaufmannssohn verfasst eine Schrift über die Optik Newtons. Sie macht seinen Namen europaweit bekannt und ebnet den Weg zu den Großen jener Zeit. Mit Voltaire philosophiert Algarotti über Licht und Farben, mit dem britischen Gesandten Baron Baltimore segelt er nach Sankt Petersburg und in Rheinsberg trifft er den preußischen Kronprinzen – eine schicksalshafte Begegnung für beide Seiten. 
Kaum auf dem Thron, ruft Friedrich II. den charmanten Venezianer nach Berlin, ab sofort hat der seinen festen Platz an der Tafelrunde in Sanssouci. Als ein ausgezeichneter Kunstkenner berät er den König in Sachen Kunst, Musik und Architektur. Als Freigeist lässt er sich jedoch nicht vereinnahmen, sondern bereist Italien und erwirbt auch für andere Höfe Kunstwerke. So gelangt Liotards „Das Schokoladenmädchen“ nach Dresden.

Mit seinem Buch zeichnet Haupt nicht nur das Bild eines überaus bemerkenswerten Mannes, sondern ein ganzes Gemälde vom Jahrhundert der Aufklärung.

Kommentare (2)

Kira Geiger

Vielen Dank für diese interessanten Artikel über Friedrich II! War er nicht auch derjenige, der neben seinen Hunden bestattet werden wollte?
Sie fragten ja nach etwas, was unserer Meinung besonders hervorzuheben wäre und ich finde seine Bestrebungen, ein Reich ohne Rassismus oder religiöse Diskriminierung zu schaffen bemerkenswert. Was ist Ihrer Meinung nach besonders hervorzuheben?

Svenja Plocher

Ja genau! Leider wurde anfangs sein Wunsch nicht erfüllt und erst 200 Jahre später wurde er ins Schloss Sanssouci umgebettet.
Ich Stimme Ihnen voll und ganz zu und würde dies ebenfalls besonders hervorheben. Da können sich viele Leute ein Vorbild nehmen.


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