19.02.197: Septimius Severus wird Alleinherrscher des Römischen Reiches

Lara Hitzmann • 19 Februar 2022
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19. Februar 197: Septimius Severus wird Alleinherrscher des Römischen Reiches und begründet die severische Kaiserdynastie 

 

Es war ein langer Weg, bis der einstige Usurpator schließlich der alleinige Herrscher über das Römische Reich werden sollte. Damit begründete Lucius Septimius Severus Pertinax die Dynastie der Severer – eine Dynastie, die durch Gestalten wie Caracalla und Elagabal genau so schillernd wie frevelhaft und grausam war. 


Septimius Severus wurde 146 n. Chr. in der Provinz Africa im heutigen Libyen geboren. Seine Familie gehörte dem römischen Ritterstand an und verfügte über Ländereien in der Provinz Africa und in der Nähe von Rom.
Im Zuge seiner Ausbildung zog Septimius, wie es sich für einen jungen Mann der Oberschicht gehörte, nach Rom, wo er den cursus honorum, die römische Ämterlaufbahn, durchlief. Stationen dieser Zeit waren unter anderem Sardinien, Athen und Pannonien. Aufgrund seiner guten Verbindungen, insbesondere zu Kaiser Commodus (dem Sohn Mark Aurels) erlangte Septimius Severus den Befehl über die Provinz Pannonien.

Vermutlich erhielt Septimius Severus so eine hohe militärische Machtposition, weil sich niemand vorstellen konnte, dass jemand ohne militärische Vorerfahrung usurpieren würde. 
In dieser Zeit heiratete der spätere Kaiser Julia Domna, die 188 n. Chr. Caracalla und ein Jahr darauf Geta gebar. 


Vier Jahre später, 193 n. Chr., wurde Commodus‘ Nachfolger Pertinax in Rom ermordet. Daraufhin wurde Septimius Severus in Carnuntum nahe des heutigen Wiens von seinen pannonischen Soldaten zum Kaiser ausgerufen. Allerdings war er nicht der einzige, der sich für den Thron interessierte: Didius Julianus bestach die Prätorianer, damit sie ihn zum Kaiser ernannten.

Deshalb machte sich der severische Usurpator auf den Weg von den Alpen nach Rom, um dieses mit Hilfe seiner Truppen gemeinsam mit den Donaulegionen einzunehmen. Widerstandslos ergab sich Rom – Didius Julianus wurde bis dahin bereits exekutiert. Aufgrund der Rolle der Prätorianergarde in dieser Misere verfügte Septimius Severus, dass diese fortan aus den weniger romanisierten Provinzen Illycrium und Pannonien stammen sollten, da er ihnen mehr vertraute als den aus Italien kommenden Anwärtern.

Aber der Thron war Septimius Severus noch nicht sicher. Auch andere beanspruchten die Macht, weshalb er in der Provinz Syria den von seinen Soldaten ausgerufenen Usurpator Pescennius Niger tötete.

Als letzter Gegenkaiser erhob sich Clodius Albinus, der gerade im römischen Senat Unterstützer fand. Bei der entscheidenden Schlacht von Lugdunum konnte Septimius Severus die Truppen Albinus‘ besiegen, worauf sich dieser schließlich suizidierte. 


Von da an galt Septimius Severus als unangefochtener Alleinherrscher. Als Kaiser förderte er den Ritterstand, indem er deren Macht vergrößerte. Zudem erhöhte Septimius Severus den Sold der Soldaten, die ihm dieses Amt erst ermöglicht hatten. 


Um seine Stellung im Nachhinein zu legitimieren und zu sichern, bestimmte Septimius Severus sich selbst als Adoptivsohn Mark Aurels und vergöttlichte dessen Sohn und Nachfolger Commodus.

Dadurch wurde auch seine severische Familie vergöttlicht. Dieses demonstrierte Septimius Severus durch den Nimbus, der fortan sein Abbild auf Münzen schmücken wird. Er war übrigens der erste Kaiser, der sich mit einem Nimbus darstellen ließ.

Nach seinem Tod 211 n. Chr. kam es zu Problemen zwischen seinen Nachfolgern. Eigentlich sollten seine Söhne Caracalla und Geta  die Kaiserwürde gemeinsam tragen. Allem Anschein nach entledigte sich Caracalla aber seines Bruders und erhängte im Anschluss daran die damnatio memoriae über Geta. 

 


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Septimius Severus

Viele kennen den riesigen Septimius-Severus-Bogen in Rom – gleich in der Nachbarschaft des Kolosseums. Erstmals seit 80 Jahren liegt hier eine Biographie des Begründers der severischen Dynastie vor. Septimius Severus (146 – 211 n. Chr.) ist zudem der erste römische Kaiser, der aus Nordafrika stammte. 193 wurde er von den Legionen zum Kaiser proklamiert. Der Marsch auf Rom sicherte ihm die Anerkennung durch den Senat; seine Konkurrenten schaltete er in zwei blutigen Bürgerkriegen aus. Kein Wunder also, dass Septimius Severus bereits in der Antike eine ambivalente Beurteilung erfahren hat.

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