wbg-Autorin Monique Lévi-Strauss als Zeitzeugin zur Gedenksitzung des Landtags Rheinland-Pfalz eingeladen

Lara Hitzmann
in der Gruppe Geschichte
Veranstaltungsdatum 27. Jan. '22 10:30 - 12:00
Veranstaltungsort Gedenksitzung des Landtags Rheinland-Pfalz und Online
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Die wbg-Autorin Monique Lévi-Strauss ist als Zeitzeugin, gemeinsam mit dem deutsch-französischen Historiker Étienne François, zur Gedenksitzung des Landtags Rheinland-Pfalz eingeladen.

Die zentrale Gedenksitzung des Landes Rheinland-Pfalz findet als Online-Veranstaltung und vor Ort mit geladenen Gästen statt, wenn die Pandemie-Situation dies zulässt.
Im Mittelpunkt steht der Zeitzeugenbericht der französischen Anthropologin Monique Levi-Strauss. 1926 als Monique Roman in Belgien geboren, wohnt sie heute in Paris. Als jüdische Jugendliche lebte Monique im Alter von 13 bis 19 Jahren in Nazi-Deutschland. Allen Widrigkeiten zum Trotz konnte sie in Prüm in der Eifel ihr Abitur ablegen. Als Praktikantin im Krankenhaus in Weimar erlebte sie, wie Hunderten französischen Häftlingen des KZs Buchenwald die lebensrettende medizinische Versorgung verweigert wurde. Währenddessen wartete Moniques Familie, versteckt in den Weinbergen bei Bingen, auf die Befreiung durch die Alliierten. Ihre Lebenserinnerungen erschienen 2021 auf Deutsch bei der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft unter dem Titel „Im Rachen des Wolfes“. 
Eine Veranstaltung mit Landtagspräsident Hendrik Hering, Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Jugendlichen des Regino-Gymnasiums Prüm.

Die Gedenksitzung des Landtags Rheinland Pfalz findet am Donnerstag, 27. Januar 2022 von 10.30 bis 12.00 Uhr statt. 

Zum Livestream des Landtag Rheinland-Pfalz gelangen Sie hier


Autorin

Monique Lévi-Strauss

Monique Lévi-Strauss, geboren 1926 als Monique Roman, ist die Witwe von Claude Lévi-Strauss (1908-2009), Altmeister der Ethnologie und Ikone der Soziologen und Philosophen.

Die Anthropologin und Textilforscherin kam als Kind eines belgischen Vaters und einer amerikanisch-jüdischen Mutter zur Welt. In "Im Rachen des Wolfes" erzählt sie schließlich nach fast 70 Jahren mit dem Blick der Jugendlichen die Geschichte ihres Aufwachsens in Nazideutschland 1939-1945.


BuchMonique Lévi-Strauss

Im Rachen des Wolfes

Meine Jugend in Nazideutschland

Der Wahnsinn des 2. Weltkrieges durch die Augen eines jüdischen Mädchens

1939 zieht die 13-jährige Monique auf Entscheiden ihres Vaters mit ihrer Familie nach Deutschland. Familie und Freunde sind entsetzt: Ihre Mutter ist Jüdin, der Krieg steht unmittelbar bevor! Dennoch setzt sich der Vater durch: Aus beruflichen Gründen und weil er glaubt, dass nach den Schrecken des ersten Weltkriegs niemand in Deutschland erneut zur Waffe greifen wird.

Erst spät bringt Monique Lévi-Strauss ihre Kindheitserinnerungen zu Papier. Während der NS-Zeit in Deutschland ein Kriegstagebuch zu führen, wäre zu gefährlich gewesen. In ihrer Autobiografie »Im Rachen des Wolfes« schildert sie eindrücklich und ungeschönt, wie es war, als Mädchen jüdischer Herkunft in Nazideutschland aufzuwachsen.

  • Ursachenforschung in der Familiengeschichte: Warum Deutschland, trotz aller Warnungen?
  • Wie sah das Alltagsleben in Deutschland von 1939-1945 aus?
  • Späte Veröffentlichung der Kriegserinnerungen: Wie Vergangenheitsbewältigung den Weg in die Zukunft ebnet
  • Flucht aus Deutschland in die USA und Rückkehr nach Frankreich: Eine neue Heimat in den Pariser Intellektuellenkreisen
  • Persönliche Einblicke in die Ehe mit dem berühmten Ethnologen Claude Lévi-Strauss

Späte Memoiren von Monique Lévi-Strauss: Einzigartiger Bericht einer Zeitzeugin

Der Entschluss ihres Vaters, trotz aller Warnungen nach Deutschland zu gehen, war für Monique Lévi-Strauss lange unbegreiflich. Dennoch hat sie beim Verfassen ihrer Memoiren mit ihm und ihrer Mutter Frieden geschlossen. Ihre Erzählungen aus den Kriegsjahren und ihre klare Unterscheidung zwischen Deutschen und Nationalsozialisten zur Zeit des NS-Regimes zeichnen ein packendes Bild ihres Alltags während des zweiten Weltkriegs.

Vom Kriegswahnsinn bis zur Aussöhnung mit den Deutschen: Die Lebensgeschichte von Monique Lévi-Strauss ist zugleich ein ergreifendes Dokument der Geschichte Deutschlands und der Aussöhnung mit der Vergangenheit.

»Das Buch liest sich wie ein Bildungsroman, der erzählt, wie aus Mädchen Heldinnen werden. Bewundernswert!« Revue des deux monde

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