Ankündigung: wbg Podcast - Was sagen Sie dazu? #52: "Was heißt Krieg?" mit Mirsada Simchen-Kahrimanovic

Veranstaltungsdatum 29. Juli '22 16:00
Veranstaltungsort Deutschland
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Was sagen Sie dazu? – der Wissens-Podcast der wbg

Zeitgespräche mit Autoren. Weil Bücher verbinden. 

Folge 52: "Was heißt Krieg?" mit Mirsada Simchen-Kahrimanovic

Über die Frage "Was ist Krieg?" spricht Rebekka Reinhard in der 52. Ausgabe des wbg Podcasts mit der Zeitzeugin und Bosnien-Krieg-Überlebenden Mirsada Simchen-Kahrimanovic. Im Rahmen des Podcasts berichtet Frau Simchen-Kahrimanovic darüber, wie sie als 13-Jährige ein Konzentrationslager überlebte und wie sie nun mit ihrer Vergangenheit umgeht. Außerdem sprechen sie darüber, weshalb die Balkan-Kriege in Deutschland eine so untergeordnete Rolle einnehmen.

Wir freuen uns über Ihre Kommentare!

Ab 29.07.2022 hier auf der wbg Community Plattform verfügbar.


 


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Simchen-Kahrimanovic, Mirsada

Lauf, Mädchen, lauf!

Mein Dorf in Bosnien, der Krieg und mein neues Leben

»›Rennt, rennt‹, riefen uns die Soldaten von draußen in unser Versteck zu, während sie mit den Fäusten an die Fenster hämmerten. Wir rannten aus unserem Keller - direkt in die Hölle: das Konzentrationslager von Trnopolje.«

1992: Krieg kehrt nach Europa zurück: ein brutaler, ethnischer Krieg auf dem Balkan. Gleich beim Angriff auf ihr bosnisches Dorf wird Mirsadas Vater ermordet, sie selbst mit Mutter und Schwester in Trnopolje inhaftiert, wo sie Terror und sexuellen Missbrauch der gefangenen Frauen durch serbische Soldaten erlebt.

Nach ihrer Flucht nach Deutschland baut sie sich erfolgreich ein neues Leben auf - und kann die Erinnerung an den geliebten Vater und den Krieg doch nicht abschütteln. Bis heute rennt sie: jeden Morgen zehn Kilometer. Und 30 Jahre nach dem Krieg schreibt sie ein Erinnerungsbuch: sehr persönlich, emotional und getragen von dem Willen zu Verständigung. Ein ungewöhnlich berührendes Plädoyer für Toleranz zwischen Völkern und Religionen und gegen Gewalt.

 


AutorinMirsada Simchen-Kahrimanovic

Mirsada Simchen-Kahrimanovic wurde 1979 in Kozaruša bei Prijedor in Bosnien-Herzegowina geboren. Im Alter von 13 Jahren brach der Jugoslawienkrieg aus, ihr Vater wurde ermordet, und sie selbst kam in ein serbisches Gefangenenlager. Ihr gelang die Flucht nach Deutschland. Mit bewundernswertem, größtem Engagement tritt sie dafür ein, dass dieser Krieg wieder in das öffentliche Bewusstsein rückt.

Kommentare (1)

Ann-Kathrin Schneider

Sehr geehrte Frau Mirsada Simchen-Kahrimanovic,
es ist beachtlich, dass Sie Ihr tragweites Schicksal geschafft haben, niederzuschreiben! Dafür müsste man sich bei Ihnen bedanken!
Ich hoffe sehr, Sie können weiterhin durchs Leben gehen, ohne permanent durchgerüttelt zu werden von schattenartigen Erinnerungen.
Als bei Ihnen der Krieg losging, war ich 10 Jahre alt, und ja, Sie haben recht, in den deutschen Abendnachrichten durchzogen monatelang Kriegsschwaden aus Bosnien-Herzegowina das Bild, welche dann aber verglommen. Vielleicht lag dieses Vergessen an der hiesig politischen Zeitenwende, welche ja ebenso eine bedeutsame Dimension trug.
Deshalb finde ich Ihr Engagement des Zeugnisses wichtig und großartig.
Seien Sie und Ihre Angehörigen herzlich gegrüßt,
Freundlich aus Dresden,
A.-K. Schneider

Mein Beileid über den Verlust Ihres Vates !


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