Kunst, vergegenwärtigen

Öffentliche Gruppe

Mir geht es darum, Kunst, Kunst wahrnehmen und über Kunst schreiben als Weg in Vergegenwärtigung zu erkunden.

Um Vergegenwärtigung geht es auch in vielen anderen Lebensbereichen. Die Unterstellung, die ich mache, ist, dass Vergegenwärtigung bei der Kunst die Hauptsache sei.

Das Erforschen von Vergegenwärtigung ist ein selbsterfundenes Thema, kein Teilbereich einer Wissenschaft, nichts Etabliertes, es geht in Höhen mit beiden Beinen fest in der Luft, es ist unüblich interdisziplinär und intensiv subjektiv.

Damit ist die Gefahr groß, dass es beliebig, unausgegoren und unverständlich wird, weil Abprüfung und Korrektur nicht anhand eines von außen gegebenen Maßstabs stattfinden sollen. Dagegen besteht die Forderung, dass alle Worte stimmen sollen – dass sie etwas von dem schwer Fassbaren fassen sollen und sich deshalb schwertun, naturgemäß. Ebenso die Forderung, dass Ahnungen ausprobiert werden, an Beispielen zum Beispiel, und dass Beispiele etwas ahnen lassen sollen. Ebenso, an Stellen dranzubleiben, wo etwas nicht stimmt.

Motiviert ist dies hier hauptsächlich dadurch, dass man für gewöhnlich bei einem frühen Gedanken aufhört, weil das Preis-Leistungs-Verhältnis bei einem folgenden schon schlechter ist, oder die folgenden so zurichtet, dass es ok ist. Schönes Gefühl, das zu schreiben, stimmt aber nicht: sondern durch die Hoffnung, sich um etwas zu kümmern, um dass es geht, nicht worum es nicht geht.

Eine eigene Gruppe versuche ich, weil das Thema recht speziell ist, und auch, weil ich Zusammenhalt zu schaffen versuchen will, und auch, weil ich auf Anknüpfungen hoffe, die beim Thema bleiben. Bei der WBG versuche ich das, weil ich hier dem andernorts alternativlosen Aufmerksamkeitsheischen und Andereüberbieten entgehen und dennoch eine Öffentlichkeit einladen zu können hoffe.

26.3.20 Andreas Müller